Max Abraham
stammte aus
einer
jüdischen
Kaufmannsfamilie.
Nach dem
Abitur am
Städtischen
Gymnasium in
Danzig
(Ostern
1850)
studierte er
Jura an den
Universitäten
Heidelberg
(2
Semester),
Bonn (1 S.)
und Berlin
(3 S.), wo
er auch das
erste Examen
ablegte.
Schon am 5.
April 1855
wurde er an
der
Universität
Heidelberg
zum Dr. jur.
promoviert,
wo er damals
keine
schriftliche
Doktorarbeit
vorlegen
mußte. In
Danzig
begann er
mit dem
praktischen
juristischen
Vorbereitungsdienst,
der ihm aber
nicht
zusagte, so
daß er ihn
aufgab.
Zunächst
ging er nach
Paris und
London und
arbeitete an
beiden Orten
im Bankfach.
Als Abraham
1862 nach
Berlin
zurückkehrte,
wollte er
sich
selbständig
machen. Der
Berliner
Buch- und
Musikalienhändler
Julius
Friedlaender,
der 1860 den
im Jahre
1800
gegründeten
Musikverlag
C.F. Peters
in Leipzig
gekauft
hatte,
suchte
Abraham für
sein Haus zu
gewinnen,
der
schließlich
am 1. April
1863 als
Teilhaber in
die Firma
eintrat und
den
Leipziger
Betrieb
übernahm.
Friedlaender
blieb in
Berlin, doch
wurde nach
seinem
Ausscheiden
im Jahre
1880 das
Berliner
Haus
geschlossen.
Gleich nach
seinem
Eintritt in
den Verlag
begann
Abraham
Verbindung
zu lebenden
Komponisten
aufzunehmen,
um ihre
Werke
drucken zu
können und
so nicht nur
wie bisher
die Werke
der
Klassiker in
Einzelausgaben
herauszubringen.
So verband
Abraham seit
1866 eine
lange
Freundschaft
mit Edvard
Grieg; auch
regte er
Richard
Wagner dazu
an, zur
Krönungsfeier
des
deutschen
Kaisers den
„Kaisermarsch“
(1871) zu
komponieren.
Die damals
übliche
Handpresse
erlaubte nur
kleine
Auflagen von
Noten, auch
war der
vielfach
benutzte
Typennotendruck
teuer und
von
unbefriedigender
Qualität.
Also suchte
Abraham nach
einem neuen
Verfahren.
Als der
Drucker Carl
Gottlieb
Röder in
seiner
Notenstecherei
und
Druckerei
eine neue
Druckpresse
entwickelt
hatte, die
als
lithographische
Notendruck-Schnellpresse
bekannt
wurde, sah
Abraham in
dieser
Erfindung
die
Möglichkeit,
Noten in
guter
Qualität und
preiswert zu
drucken. Er
gründete
1867 die
Edition
Peters,
in der er
das neue
Druckverfahren
anwendete.
Schnell
erreichte er
sein Ziel,
die Werke
der großen
Musiker der
Vergangenheit
und der
Zeitgenossen
in
vorbildlichen
Ausgaben mit
gutem Stich,
in
handlichem
Format, auf
gutem Papier
und dank der
großen
Auflage zu
niedrigen
Preisen
herauszubringen.
Als erste
Werke kamen
in der neuen
Reihe die
Partituren
von Johann
Sebastian
Bachs
Wohltemperiertem
Klavier
in zwei
Bänden und
sämtlicher
Sonaten
Ludwig van
Beethovens
heraus.
Waren Bachs
Werke schon
bei Abrahams
Eintritt in
den Verlag
in
vorbildlichen
kritischen
Ausgaben
erschienen,
so gelang es
ihm gegen
Ende seiner
Tätigkeit,
durch den
Konzertsänger
und späteren
Musikwissenschaftler
Max
Friedlaender
(1852-1934)
die Lieder
von Franz
Schubert in
der
Originalfassung
des
Komponisten
herauszubringen,
was, da das
Liedwerk nun
von späteren
Zusätzen
befreit war,
die
Schubert-Forschung
sehr
förderte.
Nachdem im
Laufe der
Jahre
mehrere
kleinere
Musikverlage
in dem
erfolgreichen
Haus C.F.
Peters
aufgegangen
waren,
gründete
Abraham nach
dem Ankauf
der
Spezialbibliothek
eines
Musikgelehrten
1893 die
„Musikbibliothek
Peters“, die
er bis zu
seinem
Ableben
erweiterte
und die
gemäß
testamentarischer
Verfügung
nach seinem
Tod in den
Besitz der
Stadt
Leipzig
überging.
Das von
Abraham 1895
gegründete
Jahrbuch
der
Musikbibliothek
Peters
entwickelte
sich bis zum
erzwungenen
Ende im
Jahre 1940
zu einem
wichtigen
Periodikum
der
deutschen
Musikwissenschaft.
Abraham
lebte
persönlich
sehr
bescheiden,
setzte sein
Vermögen für
wohltätige
Zwecke ein
und sorgte
unter
anderem auch
für die
Alterssicherung
seiner
Angestellten.
Über 20
Jahre
gehörte er
dem Vorstand
des „Vereins
Deutscher
Musikalienhändler“
an. Da
Abraham
unverheiratet
war, nahm er
am 1. Januar
1894 seinen
Neffen Henri
Hinrichsen
(1868-1942)
als
Teilhaber in
seinen
Verlag auf,
der nach dem
Tod seines
Onkels
Alleininhaber
des
Verlagshauses
wurde. Die
Edition
Peters
wird noch
heute in
Deutschland
fortgeführt,
zur Zeit der
deutschen
Teilung in
Leipzig und
Frankfurt am
Main.
Nachfolgefirmen
gibt es auch
in London
und New
York.
Lit.:
Klaus
Bürger: M.A.,
in:
Altpreußische
Biographie,
Bd. 4, Lief.
2,
Marburg/Lahn
1989, S.
1170 (dort
Einzelnachweise).
– Georg v.
Dadelsen:
M.A., in:
Neue
Deutsche
Biographie,
Bd. 1, 1953,
S. 22-23
(Angaben
über Studium
unvollständig
und
fehlerhaft).
– Das
Geburtsdatum
ist aufgrund
des
handschriftlichen
Lebenslaufs
von Abraham
in seiner
Promotionsakte
berichtigt.
In der
Literatur
wird stets
der 3. Juni
1831 als
Geburtsdatum
angegeben,
manchmal
fälschlich
der 3. Juli
1831.