Abshagens
Heimatstadt
war
Stralsund,
die alte,
einst
mächtige
Hansestadt
und Tor
Rügens,
Deutschlands
größter
Insel. Er
wurde als
fünftes Kind
des
Kaufmanns
Heinrich
Karl Wilhelm
Abshagen
geboren; ihm
folgte 1897
sein Bruder
Wolfgang,
der später
Direktor und
Vorstandsmitglied
der
National-Film
AG war und
Mitinhaber
des
Familienunternehmens
in
Hamburg-Wandsbeck
wurde.
Karl-Heinz
Abshagen ist
als
Journalist
im In- und
mehr noch im
Ausland
bekannt
geworden,
auch als
Reiseschriftsteller
und
Biograph,
der sich um
die Deutung
der von ihm
selbst
durchlebten
Zeitgeschichte
mühte.
Er besuchte
die
Volksschule
wie das
Gymnasium
und nahm am
Ersten
Weltkrieg
teil,
zuletzt als
Offizier.
Dann ging er
an die
Universität
Hamburg, um
dort
Rechtswissenschaft
und
Volkswirtschaft
zu
studieren.
Da ein
Studium auch
damals Geld
kostete,
staatliche
Unterstützung
im heutigen
Maßstab es
aber noch
nicht gab,
arbeitete er
kaufmännisch
im
familieneigenen
Unternehmen
in Wandsbeck.
Bereits 1920
heiratete
er, also
noch zu
Beginn
seines
Studiums,
was von
früher
Reifung
durch die
Kriegsjahre,
doch auch
von
Selbstbewußtsein
zeugen mag.
1925 wurde
er in
Erlangen zum
Dr. jur.
promoviert.
Es zog
Abshagen zum
Journalismus,
und nach
einer
gewissen
Einarbeitungszeit
in Berlin
finden wir
ihn als
Auslandskorrespondenten
deutscher
Zeitungen in
Paris,
Brüssel und
London
(1929-1933).
Während der
NS-Ära
arbeitete er
für die
Agentur
EUROPAPRESS
in London,
Amsterdam,
Madrid,
Lissabon und
zuletzt im
fernen
Tokio. 1943
bis 1946
"eroberte"
er sich als
Reise-Berichterstatter
China, die
innere
Mongolei und
Korea. Die
gesammelten
Eindrücke
bildeten die
Grundlagen
für sein
Buch Im
Lande
Arimasen,
als
Journalist
im Fernen
Osten,
das 1948 in
Stuttgart
erschien und
gleich ins
Japanische
übertragen
wurde. Dann
war er
wieder als
Korrespondent
in London.
Und als er
endgültig
nach
Deutschland
zurückkehrte
- der Krieg
war vorüber,
sein Sohn
gefallen,
unser Land
weitgehend
zerstört,
von den
Feindmächten
besetzt und
in Zonen
aufgeteilt -,
ließ er sich
in
Oberbayern
nieder, um
als freier
Schriftsteller
all das zu
verarbeiten,
was er
erlebt und
an
Erfahrungen
gemacht
hatte.
Während
seiner
beruflichen
Tätigkeit,
die ihn in
so viele
Länder der
Erde geführt
hatte, war
ihm England
in seiner
Weltgeltung
immer
besonders
nahe
geblieben.
Hatte er
schon seine
Dissertation
1925 über
die damalige
Verwaltung
Groß-Londons
und
Möglichkeiten
weiterer
Gestaltung
geschrieben
und bereits
1938 über
Einfluß und
Macht der
englischen
Oberschicht
publiziert,
so brachte
er 1960 eine
umfassende
Darstellung
Großbritanniens
unter dem
Titel
Europas
große Insel
heraus in
der
Hoffnung,
damit zu
besserem
gegenseitigen
Verständnis
beizutragen.
Als Biograph
hat Abshagen
als einer,
der
Deutschland
viele Jahre
von außen
beobachtet
hatte, über
Canaris,
Patriot und
Weltbürger
gearbeitet
und damit
ein
besonderes
Kapitel des
deutschen
Widerstandes
gegen Hitler
aufgegriffen.
Das Buch ist
bald in
mehrere
Sprachen
übersetzt
worden. Sein
Bemühen,
sich mit dem
Erscheinungsbild
des "Dritten
Reiches",
seinem
Aufstieg und
seinem
Untergang
auseinanderzusetzen,
hat noch zu
weiteren
Arbeiten zu
diesem Thema
geführt, die
im
Werkverzeichnis
enthalten
sind. Aus
innerer
Verpflichtung
stellte er
sich auch
als Dozent
der
Hochschule
für
Politische
Wissenschaften
in München
zur
Verfügung.
Schuld
und
Verhängnis
für unser
Deutschland
(einer
seiner
Buchtitel)
sowie
Großbritannien
und sein
Commonwealth
waren seine
Vorlesungs-Themen.
Schon 1958
ist
Karl-Heinz
Abshagen mit
dem
Bundesverdienstkreuz
1. Klasse
ausgezeichnet
worden. Bei
zunehmendem
Alter zog er
mit seiner
Frau in ein
Senioren-Wohnheim
und starb im
81.
Lebensjahr.
Werke:
König, Lords
und
Gentlemen (Einfluß
u. Macht der
engl.
Oberschicht),
Stuttgart
1938, 232 S.
- Im Lande
Arimasen
(Als
Journalist
im Fernen
Osten
1941-46),
1948, 374 S.
- Canaris,
Patriot und
Weltbürger,
Stuttgart
1949, 408 S.
- Revolution
ohne Träume,
Stuttgart
1951, 310 S.
- Europas
große Insel,
1960. -
Schuld und
Verhängnis,
1962. - Das
Londoner
Local
Government
in seiner
heutigen
Gestaltung
und die
Bestrebungen
zu seiner
Ausgestaltung,
1925
(Erlanger
jur.
Dissertation).
- (Mitherausgeberschaft:)
Erich Kordt:
Wahn und
Wirklichkeit
(Die
Außenpolitik
des Dritten
Reiches,
Versuch
einer
Darstellung),
1947, 419 S.
Friedrich
Birkholz