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Der
Sohn König Augusts III. war durch seine Mutter Maria Josepha von
Österreich und seine Heirat 1766 mit der Lieblingstochter Maria
Theresias dem Erzhaus Habsburg eng verbunden. Die Verleihung des
Herzogtums Teschen in Österreichisch-Schlesien und der Besitz
ausgedehnter Güter in Ungarn machten den in seinem Auftreten sehr
gewinnenden jungen Wettiner zum größten Grundherrn der Donaumonarchie.
Immer häufiger hatte Albert den Kaiser als Statthalter oder
Generalgouverneur zu vertreten, anfangs in Ungarn und schließlich in den
österreichischen Niederlanden mit Sitz in Brüssel. In dieser Funktion
versuchte er sich mit maßvollen Reformen im sozialen Bereich und mit der
Bemühung um Ausgleich zwischen den Ständen, namentlich als es galt, die
starken inneren Spannungen in Belgien abzubauen. Zuletzt hat er sich um
den Bau der Wiener
Wasserleitung verdient gemacht.
Politisch galt Albert als einer der wenigen, die den großdeutschen
Gedanken nicht aufgeben wollten, was er durch die Adoption des
Erzherzogs Karl, des Helden von Aspern, unterstrich. In seiner
militärischen Laufbahn konnte er selbst weniger glänzen, denn bei der
Übernahme des Oberbefehls über die Reichsarmee 1794 war die Situation
verfahren und Hoffnungen auf ein Gelingen des Feldzugs in Frankreich
kaum noch berechtigt, weshalb Albert bald wieder zurücktrat.
Heute
erinnern wir uns am meisten an bahnbrechende Leistungen des Herzogs bei
der Kunstförderung und im Museumswesen. 1771 hatte er das Kronenkabinett
im Preßburger Schloß von Franz Sambach ausmalen lassen, und ab 1801 ließ
er in Wien unter Einbeziehung von Resten des Augustinerklosters durch
seinen „Hofarchitekten“ Louis Montoyer aus Brüssel das Palais Taroncca
frühklassizistisch ausbauen, ein Komplex, der heute einen Teil der
Hofburg bildet. Im Inneren schuf Josef Kornhäusel neben der ovalen
Minervahalle und dem Säulengang vor allem den heutigen Studiensaal mit
Statuen Apolls und der Musen. Hier bildete Albert den Grundstock der
weltberühmten Sammlung von Handzeichnungen und Graphik, die nach ihm
„Albertina“ genannt wird. Er folgte dabei im Aufbau der Bestände den
Richtlinien, die gerade durch Adam Ritter von Bartsch (1757-1821) an der
Kupferstichsammlung der benachbarten Hofbibliothek entwickelt worden
waren, deren Kataloge in ihrer methodischen Akribie zum Vorbild dienten.
Man machte sich frei von der alten Anordnung der Blätter nach
„Garnituren“, die in qualitativer Rangfolge dem höfischen Besucher
vorgelegt zu werden pflegten, und setzte eine systematische Aufstellung
im Sinne der Aufklärung durch, wie sie sich in Bartschs unübertroffenem
Handbuch „Le Peintre-Graveur“ (21 Bände) niederschlägt. Beide Sammlungen
konnten 1920 vereinigt werden und weisen – um nur etwas Wichtiges
herauszugreifen – den umfangreichsten Bestand an Zeichnungen und Graphik
Albrecht Dürers auf.
1867/69 ist die Hauptfront des Palastbaus über der hochaufragenden
„Albrechtsrampe“ verändert worden, auf welcher 1898 das Reiterdenkmal
Alberts von Kaspar von Zumbusch, eine Stiftung der österreichischen
Armee, aufgestellt wurde. In der angrenzenden Augustinerkirche zeugt das
Grabmal seiner schon 1798 verstorbenen Gattin Maria Christine von
Alberts erlesenem Geschmack, es gilt nämlich als Hauptwerk des
Bildhauers Canova.
Gerhard Eimer
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