Kurt Alder
wurde am 10.
Juli 1902 in
Königshütte
im damals
preußischen
Teil von
Oberschlesien
geboren.
Seine Jugend
wurde vor
allem durch
das
industrielle
Umfeld
seiner
Heimat
geprägt.
1922 legte
Alder noch
das Abitur
in
Oberschlesien
ab. Danach
verließ
wegen der
politischen
Umstände die
ganze
Familie ihre
Heimat und
zog nach
Kiel. Dort
setzte Alder
sein
Chemiestudium
fort,
nachdem er
zuvor ein
Semester in
Berlin
studiert
hatte. 1924
legte er
dort das
Verbandsexamen
(Vorläufer
der heutigen
Diplomprüfung)
ab und
erhielt vom
damaligen
Chef des
Chemischen
Instituts
der
Universität
Kiel, Otto
Diels, das
Thema seiner
Dissertation
Über die
Ursache
und den
Verlauf der
Azoesterreaktionen.
Seine
Promotion
zum Dr. rer.
nat.
erfolgte am
24. Juli
1926.
Die
Anlagerung
des
Azodicarbonsäurediethylester,
wie die von
Kurt Alder
untersuchte
Verbindung
heute
genannt
wird, an
ungesättigte
Kohlenwasserstoffe
unter
Ausbildung
von
Sechsringen
war ein
Beispiel für
einen
Reaktionstyp,
dessen
Universalität
zu erkennen
das große
Verdienst
von Diels
und Alder
war und
deren Namen
die Reaktion
heute trägt.
Sie spielt
u. a. in der
Analyse und
bei der
Bildung
komplexer
organischer
Verbindungen
eine
bedeutende
Rolle. Mit
Hilfe von
Diels-Alder-Reaktionen
wurden z. B.
eine
Vielzahl von
Naturstoffen
synthetisch
zugänglich.
Die
folgenden
Forscherjahre
waren
überschattet
von der
schwierigen
Finanzlage
der 1930er
Jahre. Es
war nicht
nur die
mangelnde
finanzielle
Unterstützung
der
Universitätsforschung,
die wir
heute auch
kennen, auch
privat
musste sich
ein junger
Dozent im
Hochschuldienst
bis zum
äußersten
einschränken.
Kurt Alder
habilitierte
sich 1930
für das Fach
Chemie, 1934
erfolgte die
Ernennung
zum
nichtbeamteten
außerordentlichen
Professor,
ein Titel
der keine
weiteren
Mittel mit
sich
brachte.
Alder
verließ nach
Spannungen
mit Otto
Diels, die
wegen der
beengten
Verhältnisse
nicht zu
vermeiden
waren, 1936
Kiel, um
eine Stelle
als
Abteilungsleiter
im
I.G.-Farben-Werk
Leverkusen
anzunehmen.
Hier
arbeitete er
an der
Entwicklung
des
synthetischen
Kautschuks (Buna).
Als
akademischer
Lehrer
wirkte er
weiter an
der Kölner
Universität
und wurde
1940 nach
der
Emeritierung
von
Professor
Darapsky,
dem ersten
Kölner
Ordinarius
für Chemie
nach der
Wiedererrichtung
der
Universität,
dessen
Nachfolger.
Während des
Krieges war
die Kölner
Chemie nach
Marburg
ausgelagert.
Nach der
Rückkehr
1945 mussten
zunächst die
Bombenschäden
am
Augusten-Hospital
am Kölner
Südbahnhof,
wo die
Chemie bis
1975
untergebracht
war,
notdürftig
repariert
und unter
freiwilligem
Einsatz der
damaligen
Chemie- und
Medizinstudenten
eine neue
Gasleitung
gelegt
werden,
bevor der
Lehr- und
Forschungsbetrieb
wieder
aufgenommen
werden
konnte.
1950 kam
dann die
Nachricht
aus
Stockholm,
dass das
wissenschaftliche
Lebenswerk
von Diels
und Alder
die höchste
wissenschaftliche
Anerkennung,
die
Verleihung
des
Nobelpreises
für Chemie,
erfahren
hatte.
Äußerlichen
Ehrungen
ging Kurt
Alder nach
Möglichkeit
aus dem Weg
– sie
störten ihn
nur in
seiner
Arbeit.
Gleichwohl
hatte Alder
in
Anerkennung
seiner
Arbeit
bereits 1938
die
Emil-Fischer-Medaille
des
Verbands
Deutscher
Chemiker
erhalten. Im
gleichen
Jahr war er
Mitglied der
Deutschen
Akademie der
Naturforscher
Leopoldina
in Halle
geworden.
Die
medizinische
Fakultät der
Universität
Köln verlieh
ihm 1950 den
Ehrendoktor,
und 1954
empfing er
die
Ehrendoktorwürde
der
Universität
von
Salamanca.
1955 wurde
er
korrespondierendes
Mitglied der
Bayerischen
Akademie der
Wissenschaften.
Ebensowenig
wie an
Ehrungen lag
ihm an
akademischen
Ämtern, die
damals noch
eher Würde
als – wie
heute –
Bürde waren.
So lehnte er
1948 die
Wahl zum
Dekan der
Fakultät ab,
trat das Amt
aber 1949/50
doch an; die
Wahl zum
rector
magnificus
1955 nahm er
indes nicht
mehr an – er
wusste wohl
schon, wie
die vielen
Jahre
ständiger
Überforderung
an seiner
Gesundheit
gezehrt
hatten.
Kurt Alder
veröffentlichte
seine
Untersuchungen
in ungefähr
150
Abhandlungen,
die
hauptsächlich
in Justus
Liebigs
Annalen
der Chemie,
in
Berichte der
Deutschen
Chemischen
Gesellschaft
und in
Angewandte
Chemie
veröffentlicht
wurden.
Am 21. März
1958 schloss
er die Ehe
mit seiner
langjährigen
Gefährtin,
Gertrud
Bilzer, aber
schon am 20.
Juni 1958
verstarb er
nach einem
kurzen
Krankenhausaufenthalt.
Alder und
sein Werk
blieben
unvergessen:
Die Stadt
Köln hat
nach ihm
eine Straße
benannt, die
Universität
den größten
Hörsaal der
Chemischen
Institute.
Ein
Mondkrater
erhielt 1979
zu seiner
Ehre den
Namen
Alder-Krater.
Zwei
Insektizide,
die über
eine
Diels-Alder-Reaktion
hergestellt
werden,
tragen
seinen und
Diels Namen
(Aldrin
und
Dieldrin).
1991
stiftete
Kurt Alders
Witwe
testamentarisch
den
Kurt-Alder-Preis,
der
alljährlich
an
Studierende
der
Universität
zu Köln für
Arbeiten aus
dem Bereich
der
Organischen
Chemie
verliehen
wird.
Bild:
Kulturstiftung.
Michael
Ferber