Als Sohn
eines Wasserwerkleiters wurde der spätere Komiker unter dem Namen
Gebhardt Arent in Danzig-Langfuhr geboren – im selben Haus wie sein
späterer Filmkollege Wolfgang Völz. Nach dem Abitur zum Kriegsdienst
einberufen gehörte er zu den Soldaten, die an der Ostfront den
Zweiten Weltkrieg mit all seinem Grauen überlebten. Er nahm später
Schauspielunterricht und machte seine ersten Schritte als
Darsteller. Über das literarische Kabarett „Der Widerspiegel“ kam
Arent als Gast an Werner Fincks Stuttgarter „Mausefalle“.
Entdeckt für
den Film wurde er aber erst, als
er 1955 in München an der Kleinkunstbühne „Die Zwiebel“ unter
Vertrag war. Dort wurde er vom Regisseur Geza von Radvany gesehen,
der Arent seine erste kleine Rolle in dem Film „Der Arzt von
Stalingrad“ (1958) gab, wahrscheinlich deswegen, weil er so
ausgemergelt wirkte.
In der Folge
schlug Arent sich als Komiker mit einigen Nebenrollen durch, doch
mußte er warten, bis sich sein besonderes komisches Talent ab den
1960er Jahren durch Mitwirken in Edgar-Wallace- und Karl-May-Filmen
durchsetzte. In „Der Frosch mit der Maske“ (1959) kreierte er die
Art Rolle, die zukünftig für ihn typisch werden sollte. Mit
stoischem Gesichtsausdruck und auch in brüllend komischen
Situationen mit unbeeindruckter Würde spielte er einen britischen
Butler. Die Vorstellung von diesem Beruf hat er damit für den
deutschen Zuschauer entscheidend geprägt.
Danach
glänzte Arent als Fotograph, Assistent des Scotland-Yard-Detektivs
oder Reporter in den weiteren mehr als 20
Edgar-Wallace-Verfilmungen. Kritiker würdigten seine
Slapstick-Einlagen und im quengelnden Ton vorgetragenen trockenen
Bemerkungen schlicht als das „Brausepulver“ der beliebten Kinoreihe.
Wie beliebt die Filme mit dem Gruseltouch waren,
belegt eine Zahl, die die Berliner Zeitung herausgefunden hat.
Danach haben ca. 60 Millionen Zuschauer von 1959-1972 die insgesamt
36 Wallace-Filme gesehen – ungerechnet die Millionen Zuschauer, die
die diversen Wiederholungen im Fernsehen verfolgten.
Ob Arents
Art des Spielens – besser müßte man sagen, des Unterspielens – als
quasi „britischer Humor“ einzustufen sei oder eher als
„differenzierter Kammerton“ (Stuttgarter Nachrichten), darüber ließe
sich lange streiten. Doch wichtiger als ein Etikett für seine
Spielweise erscheint die Feststellung im „Lexikon der Filmkomiker“,
daß Eddi Arent, nach seiner großen Zeit als Chargendarsteller in
Filmen nach Romanen von Edgar Wallace oder Karl May „verramscht“
worden sei.
Er übernahm
Rollen vielen Filmen, deren Inhalt, genau wie die Titel, zu Recht
vergessen sind – die Kunst geht halt nach Brot – und traf sich dabei
mit seinem Vorbild, Theo Lingen, der ja in den letzten Jahren seiner
Filmkarriere ebenfalls manchem, ansonsten unsäglichen Film, ein
wenig Klasse verlieh.
Das
Fernsehen erlöste ihn von dieser unwürdigen Art der Berufsausübung
ab den 1970er Jahren. Vor allem in Sketchen mit Harald Juhnke
(„Harald und Eddi“) zeigte Arent seine breite Palette als Komiker.
Einige diese Nummern waren dergestalt, daß der Zuschauer oft nicht
wußte, ob er nun lachen oder weinen sollte. Das Timing der Witze war
in jedem Fall brillant.
Geschäftlich
hatte Eddi Arent weniger Glück. Das mit seiner Frau Franziska
betriebene Hotel „Neustädter Hof“ in Titisee im Schwarzwald mußte
2005 Insolvenz anmelden. Gleichwohl ließ Arents Frau mitteilen, der
80. Geburtstag werde in jedem Fall gefeiert, wenn auch in kleinstem
Kreis.
Bild:
Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen.
Matthias
Otten