Der aus
einer
Geusenfamilie
stammende
Sohn eines
deutsch-böhmischen
Textilfabrikanten
studierte
nach
Ableistung
seiner
Militärdienstpflicht
vom Herbst
1905 an in
München,
Bonn und
Freiburg
i.Br. Hier
promovierte
er im Sommer
1910 bei
Georg von
Below über
„Die
Verwaltungsgeschichte
des
Fürstbistums
Paderborn im
Mittelalter“.
Nach kurzem
Aufenthalt
am Wiener
Institut für
Österreichische
Geschichtsforschung
übernahm er
die
Bearbeitung
von Abt. II
der „Weistümer
der
Rheinprovinz“
(erschienen
1913/14).
Seine von
Aloys
Schulte
betreute
Bonner
Habilitationsschrift
„Die
Entstehung
der
Landeshoheit
nach
niederrheinischen
Quellen“ kam
infolge des
Krieges
(Offiziersjahre
an der
Dolomitenfront)
erst 1918
zum Abschluß.
Als junger
Privatdozent
in Bonn
legte er im
Winter
1919/20
seine Pläne
„Über den
Betrieb
geschichtlicher
Landeskunde
der
Rheinprovinz“
vor, die im
Mai 1921 zur
offiziellen
Einrichtung
des
Instituts in
Bonn
führten.
1925 folgte
Aubin einem
Ruf nach
Gießen, 1929
nach
Breslau; an
beiden Orten
hat er
Seminarabteilungen
bzw.
Institute
derselben
Ausrichtung
ins Leben
gerufen. Von
Breslau aus
nahm er in
den drei
Winterabschnitten
1930-33 die
Gelegenheit
zu
Gastvorlesungen
an der
Universität
Kairo wahr,
wobei
Richard
Koebner die
Vertretung
des
Breslauer
Lehrstuhls
anvertraut
war.
Berufungsmöglichkeiten
nach
Heidelberg
als
Nachfolger
von Karl
Hampe und
nach Leipzig
an die Seite
von Theodor
Frings,
seines
einstigen
germanistischen
Bonner
Weggefährten,
scheiterten
an der
politischen
Konstellation
nach 1933.
Nach
Einziehung
zu
Schanzarbeiten
an der
Ostgrenze
Schlesiens
im Herbst
1944, dann
zum
Volkssturm
kam Aubin
Anfang 1945
infolge
einer
Verwundung
auf dem
Luftweg aus
der
„Festung“
Breslau
heraus, über
Berlin in
seine
einstige
Musenstadt
und Heimat
seiner Frau,
nach
Freiburg
i.Br. Von
dort vertrat
er im Winter
1945/46 den
mittelalterlichen
Lehrstuhl in
Göttingen
und nahm von
1946 bis
1954 die
entsprechende
Professur in
Hamburg
wahr. Nach
der
Emeritierung
blieb
Freiburg
sein
Alterssitz,
mit der
Möglichkeit
weiterer
Lehrtätigkeit
als
Honorarprofessor
an der
dortigen
Universität.
Von der 22.
Versammlung
deutscher
Historiker
in Bremen
1953 zum
Präsidenten
gewählt,
nahm er an
zahlreichen
deutschen
und
internationalen
Kongressen,
Kolloquien
und
Arbeitsbesprechungen
teil. Klar
erkennbare
Forschungsschwerpunkte
ergaben sich
aus der
andauernden
Verbindung
mit der
rheinischen
Landesforschung,
aus der 1929
angebahnten
Mitredaktion
und
Autorschaft
beim
„Raumwerk
Westfalen“
wie aus der
Fortsetzung
der
ostdeutsch-ostmitteleuropäischen
Arbeitsansätze
der
Vorkriegszeit
in dem 1950
im
wesentlichen
von ihm
geschaffenen
Johann
Gottfried
Herder-Forschungsrat
in
Marburg/L.
Durch
Festschriften
zum 65., 70.
und 80.
Geburtstag
geehrt – bei
diesem
letzten
Anlaß auch
durch eine
Neuausgäbe
seiner
wichtigsten
Aufsätze –
hat er die
„Vierteljahrsschrift
für Sozial-
und
Wirtschaftsgeschichte“
seines
Lehrers
Georg von
Below bis
kurz vor
seinem Tode
betreut;
mitten im
Zweiten
Weltkrieg
war – ein
Hoffnungszeichen
in trüber
Zeit – sein
ostdeutscher
agrargeschichtlicher
Beitrag zur
„Cambridge
Economic
History“
erschienen,
und ein
wesentlicher
Teil seiner
Arbeitskraft
galt zuletzt
dem mit
Wolfgang
Zorn
gemeinsam
herausgegebenen
„Handbuch
der
deutschen
Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte“.
Die
Bandbreite
seiner
Interessen –
zeitlich von
der Antike
bis zu den
Neugliederungsplänen
der
Weimarer-
und der
Nachkriegszeit,
methodisch
von
kartographischen
Wegweisungen
bis zu den
ersten
deutsch-polnischen
Schulbuchgesprächen
der 30er
Jahre
reichend –
versuchte
die
Hamburger
Festgabe zum
65.
Geburtstag
durch den
Titel
„Geschichtliche
Landeskunde
und
Universalgeschichte“
zum Ausdruck
zu bringen.
68
Schülerarbeiten
belegen die
Vielfalt der
wissenschaftlichen
Impulse,
welche von
ihm in
Vorlesungen,
Übungen,
Studienfahrten
und
Korrespondenzen
über die
Veröffentlichungen
hinaus
ausgingen.
In der von
ihm 1952
begründeten
und 15 Jahre
lang als
Mitherausgeber
betreuten
„Zeitschrift
für
Ostforschung“
(Band
18.1969, S.
601-621) hat
Gotthold
Rhode seine,
zusammen mit
Walter Kühn
verfaßte
Würdigung
Aubins unter
den an
dieser
Stelle
besonders
hervorzuhebenden
Bezug
gestellt
„Hermann
Aubin und
die
Geschichte
des
deutschen
und
europäischen
Ostens“.
Lit.:
Hermann
Aubin,
Grundlagen
und
Perspektiven
Geschichtlicher
Kulturraumforschung
und
Kulturmorphologie.
Aufsätze zur
vergleichenden
Landes- und
Volksgeschichte
aus
viereinhalb
Jahrzehnten,
in
Verbindung
mit Ludwig
Petry
(Mainz)
herausgegeben
von Franz
Petri, Bonn
1965, mit
Schrifttumsverzeichnis
(darin auch
die
geförderten
Forschungen,
Schülerarbeiten
und
Buchbesprechungen).
Hermann
Aubin
1885-1969.
Werk und
Leben (Alma
Mater.
Beiträge zur
Geschichte
der
Universität
Nr. 32) Bonn
1970 (Reden
bei der
Trauerfeier
am 23. März
1970, mit
Übersicht
über die
weiteren
Nachrufe).
Ludwig Petry