Georg von
Below
stammte aus
einer
preußischen
Offiziers-
und
Beamtenfamilie.
Er studierte
von 1878 bis
1883 in
Königsberg,
Bonn und
Berlin
Geschichte
und
Staatswissenschaften
und wurde
1883 in Bonn
promoviert.
1886
habilitierte
er sich in
Marburg für
das Fach
Geschichte.
1889 wurde
er in
Königsberg
zum ao.
Professor
ernannt.
Weitere
Stationen
seiner
akademischen
Laufbahn
waren
Ordinariate
in Münster
(1891),
Marburg
(1897),
Tübingen
(1901) und
Freiburg
i.Br.
(1905), wo
er bis zu
seiner
Emeritierung
1924 lehrte.
Ausgangspunkt
seiner
verfassungsgeschichtlichen
Forschungen
war die
Herausgabe
der
Landtagsakten
von
Jülich-Berg
(2 Bde.,
1895/1907).
Ergänzend
dazu schrieb
er Die
landständische
Verfassung
von Jülich
und Berg
(2 Bde.,
1885/1886)
und
Geschichte
der direkten
Staatssteuern
in Jülich
und Berg
(2 Bde.,
1890/1891).
Ein weiterer
Schwerpunkt
seiner
Forschungen
war die
Geschichte
der
mittelalterlichen
Städteverfassung.
Hier sind zu
nennen
Die
Entstehung
der
deutschen
Stadtgemeinde
(1889),
Der
Ursprung der
deutschen
Stadtverfassung
(1892),
Das
ältere
deutsche
Städtewesen
(1898),
Territorium
und Stadt
(1900)
und Die
mittelalterliche
Stadtwirtschaft
und die
gegenwärtige
Kriegswirtschaft
(1917).
Zur
Verfassungsgeschichte
veröffentlichte
er Der
deutsche
Staat des
Mittelalters
(Bd. 1,
1914). Er
wollte in
diesem,
nicht
vollendeten
Werk den
staatlichen
Charakter
des
deutschen
Reiches im
Mittelalter
nachweisen
und wandte
sich dabei
gegen
Auffassungen
von Johannes
Haller und
Otto von
Gierke.
Below
äußerte sich
auch zu
Fragen der
Methoden der
Geschichtsschreibung,
u.a. in
seiner gegen
Karl
Lamprecht
gerichteten
Schrift
Die neue
historische
Methode
(1898). Sein
letztes Werk
war Die
italienische
Kaiserpolitik
des
deutschen
Mittelalters
(1927), in
dem er
nochmals
dezidiert
den
Standpunkt
Heinrich von
Sybels gegen
Julius
Ficker
verfocht,
wonach die
Italien- und
Kaiserpolitik
der
deutschen
Herrscher
des
Mittelalters
verhängnisvoll
gewesen sei,
da sie die
Herausbildung
eines
deutschen
Nationalstaates
verhindert
habe.
Below gab
die
Vierteljahresschrift
für Sozial-
und
Wirtschaftsgeschichte
(1903ff.)
und mit
Friedrich
Meinecke das
Handbuch
der
mittleren
und neueren
Geschichte
(1903ff.)
heraus.
Kleinere
Arbeiten
enthalten
die Bände
Probleme der
Wirtschaftsgeschichte
(1920) und
Vom
Mittelalter
zur Neuzeit
(1924).
Posthum
erschien
seine
Geschichte
der
deutschen
Landwirtschaft
des
Mittelalters
in ihren
Grundzügen.
Aus den
hinterlassenen
Papieren
hrsg. von F.
Lütge
(1937).
Politisch
engagierte
er sich für
den
Freikonservativismus,
publizistisch
als einer
der
Begründer
der
Zeitschrift
Deutschlands
Erneuerung
(mit
H.St.
Chamberlain
u.a.) und
der
Schriftenreihe
Herdflamme
(mit Othmar
Spann).
Below war
mit Minna
geb. Wiebel
verheiratet;
dieser Ehe
entstammten
fünf Kinder.
Minna von
Below
veröffentlichte
nach seinem
Tod die
Biographie
Georg von
Below.
Ein
Lebensbild
für seine
Freunde
(1930).
Georg von
Below gilt
aufgrund
seiner
fundierten
Forschungen
als der
führende
Verfassungs-
und
Sozialhistoriker
seiner Zeit.
Lit.:
Neue
Deutsche
Biographie,
Bd. II. –
Biographisches
Wörterbuch
zur
deutschen
Geschichte,
Bd. 1. –
Georg von
Below, in:
Ostdeutsche
Gedenktage
1977. –
Notker
Hammerstein
(Hrsg.),
Deutsche
Geschichtswissenschaft
um 1900,
1988. –
Luise
Schorn-Schütte,
in:
Historikerlexikon.
Von der
Antike bis
zur
Gegenwart,
hrsg. v.
Rüdiger vom
Bruch und
Rainer A.
Müller,
22002.
Bild:
Historisches
Seminar der
Universität
Bonn.
Harro Kieser