Franz Benda
wurde als
ältester
Sohn des
Ehepaars
Johann Georg
Benda und
seiner
Ehefrau
Dorothea in
Alt-Benatek
(Benatky),
etwa 30 km
nördlich von
Prag geboren
und am
22.11.1709
katholisch
getauft.
Sein Vater
war
Leineweber
und
Vorsteher
seiner
Zunft; er
spielte auch
zum Tanz
auf. Die
Mutter
stammt aus
der
bekannten
Musikerfamilie
der Brixi.
Franz Benda
wurde als
Chorknabe
zeitweise in
Prag und in
Dresden
erzogen.
Neben seinen
sängerischen
Fähigkeiten
zeigte er
bald eine
besondere
Begabung für
das
Violinspiel.
Der in den
Habsburgischen
Ländern
geltenden
Leibeigenschaft
entzog er
sich durch
Flucht aus
Wien und
ging mit
anderen später
namhaften
Musikern,
nämlich
Czarth,
Hoeckh und
Weidner,
über
Breslau, wo
er dem
nachgeschickten
Steckbrief
entgehen
mußte, nach
Warschau.
Dort näherte
er sich dem
evangelischen
Glauben, zu
dem er in
Dresden
übertrat.
Zunächst
übernahm er
das
Kapellmeisteramt
bei dem
Warschauer
Staroste.
Durch seinen
gefestigten
Ruf in
Warschau bot
ihm Graf
Brühl den
Eintritt in
die
Königliche
Hofkapelle
an. Obwohl
das Salär
nun
niedriger
lag, folgte
Benda diesem
Angebot.
Entschädigt
wurde er
während
seiner
Tätigkeit in
der
Dresdener
königlich-polnischen
Hofkapelle
durch
mancherlei
Ratschläge
seiner
berühmten
Kollegen wie
Zelenka,
Quantz, Sylv.
Weiß und
Pisendel.
Durch die
Vermittlung
von Joh.
Joach.
Quantz wurde
er zum
Vorspiel vor
dem
preußischen
Kronprinzen
Friedrich,
der später
den Beinamen
„der Große“
erhielt,
nach
Neu-Ruppin
eingeladen
und sofort
für diese
Hofkapelle
engagiert.
Er konnte
sich stets
die Gunst
seines
Herren, des
Kronprinzen
und späteren
Königs
Friedrich
II.,
erhalten,
der den
Umzug seiner
Eltern und
Geschwister
aus Benatek
(Benatky)
nach
Potsdam
veranlaßte.
Zwei seiner
Brüder,
nämlich
Joseph, der
seinem
Bruder als
Konzertmeister
folgte, und
Johann,
wurden
ebenfalls in
die
königliche
Kapelle
aufgenommen;
der andere
Bruder Georg
wurde später
Hofkapellmeister
in Gotha und
hat sich vor
allem mit
seinen
Melodramen
einen großen
Namen
gemacht.
Sein Vater
Johann Georg
und sein
Bruder
Viktor
betrieben in
Nowawes
(Neuendorf),
zwischen
Babelsberg
und Potsdam
gelegen,
weiter eine
Leineweberei.
In Berlin
ist die
Dynastie der
Musikerfamilie
Benda für
mehrere
Generationen
durch die
erfolgreiche
Tätigkeit
von Franz
Benda
begründet
worden. Eine
Gicht
behinderte
Franz Benda
am Ende
seines
Lebens; sie
veranlaßte
mehrere
Kuraufenthalte.
Er starb am
7. März 1786
in Nowawes
(Neuendorf)
bei Potsdam.
Franz Benda
war von
kleiner,
kompakter
Gestalt. Als
Solist trat
er frühzeitig
als
Sopranist
und später
als Altist,
nach dem
Stimmbruch
als Tenor
und vor
allem mit
seiner
„Maitresse“,
seinem
Lieblingsinstrument,
der Geige,
auf. Durch
Einflüsse
Pisendels
und des
Geigers
Graun
spielte er
mit seinem
warmen
Geigenton
besonders
ausdrucksstark
die
langsamen
Sätze, die
er auch
geschickt zu
verzieren
wußte.
Proben
seiner
Verzierungskunst
sind notiert
als
Musterbeispiele
seiner Zeit
erhalten
geblieben.
Der
insgesamt
konservativ
eingestimmten
Musikästhetik
des Königs
Friedrich
II. und
seiner
Hofkapellmitglieder
entsprach
Franz Benda
in seinen
Kompositionen
trotz einer
vorsichtigen
Neigung zum
aufgelockerteren
Tonsatz.
Er
schrieb
vornehmlich
Instrumentalwerke,
nämlich
Sinfonien,
Konzerte
sowohl für
die Violine
als auch für
die Flöte,
Triosonaten
und
Violinsonaten
mit
Begleitung
des Basses,
zusätzlich
auch einige
Etüden bzw.
Capriccen.
An
Vokalwerken
wurden
lediglich
drei Oden
(von 1753)
bekannt.
Einige
Kompositionen
dieses
gebürtigen
Tschechen,
der sich zum
Deutschtum
bekannt hat,
sind in
Neuausgaben
zugänglich.
Ein
thematisches
Werkverzeichnis
liegt
allerdings
noch nicht
vor.
Lit.: Autobiographie von Franz Benda, hrg. von C. Freiherr von Ledebur, in:
Neue
Berliner
Musikzeitung
10. Jg. 1856
Nr. 32-35,
alle
ferneren
gedruckten
Autobiographien
von Franz
Benda folgen
diesem
Erstdruck.
Franzi
Berten,
Franz Benda,
sein Leben
und seine
Kompositionen,
phil. Diss.
Köln 1927,
Druck von
C.W.
Haarfeld,
Essen 1928.
Franz
Lorenz, Die
Musikerfamilie
Benda. (l.
Bd.) Franz
Benda und
seine
Nachkommen,
Walter de
Gruyter &
Co., Berlin
1967.
Bekannt sind
seine beiden
Porträts: 1.
Ein Druck
von J.M.
Schuster in
Berlin 1756
nach einem
Gemälde von
Falbe; 2.
Die
Radierung
von
Friedrich
Wilhelm
Skerl im
Jahre 1783.
Hubert
Unverricht