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Bielenstein
August
Geistlicher,
Linguist, Archäologe, Volkskundler
* 20.2.1826, Mitau
† 23.6.1907, Mitau
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August Bielenstein, der
sich als Geistlicher, Linguist, Archäologe
und Volkskundler einen Namen gemacht hat, war der Sohn eines
Pastors. Er studierte Theologie an der Universität Dorpat
(1846-1850) und wurde nach Abschluß seiner
Studien Pastor in Kurland, wo er von 1867-1906
an der deutschen Gemeinde in Doblen gewirkt hat. Sein Hauptverdienst
jedoch liegt in der Erforschung der Sprache und der Kultur des
lettischen Volkes. Bielenstein war von 1864 bis 1895 Präses, dann
Ehrenpräses der Lettisch-literarischen Gesellschaft, Ehrenmitglied
der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde in Riga, der
Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst, der
Litauisch-literarischen Gesellschaft in Tilsit, der Gelehrten
Estnischen Gesellschaft in Dorpat, der Estländischen Literarischen
Gesellschaft in Reval, der Gesellschaft Prussia sowie des Lettischen
Vereins in Riga, korrespondierendes Mitglied der Akademie der
Wissenschaften zu St. Petersburg. Er war Dr. phil. h. c. der
Universität Königsberg i. Pr. (1883) und Dr. theol. h. c. der
Universität Dorpat (1902). Er verfaßte zahlreiche linguistische,
ethnographische, archäologische und kulturhistorische Abhandlungen
über das Lettentum, u. a. „Die lettische Sprache nach ihren Lauten
und Formen“ (1863 -1864), „Lettische Volkslieder“ (1874 -1875),
„1000 lettische Rätsel“ (1883), „Die Grenzen des lettischen
Volksstammes“ (1892), „Die Holzbauten und Holzgeräte der Letten“ (I:
1907, II: 1920).
Bibl.:
Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710 -1960 (Köln/Wien 1970).
(1976)
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