Michael
Bielz gehört
zu jenen
siebenbürgischen
Persönlichkeiten
des 19.
Jahrhunderts,
die in der
Kulturgeschichte
dieses
Landes
bleibende
Spuren
hinterlassen
haben. Er
war der
Begründer
der ersten
lithographischen
Anstalt in
Siebenbürgen,
und
hauptsächlich
ihm verdankt
der
Siebenbürgische
Verein für
Naturwissenschaften
zu
Hermannstadt
1849 seine
Entstehung.
Als
Wissenschaftler
hat er sich
zunächst
geologischen
Fragen und
danach der
Erforschung
der Land-
und
Süßwassermollusken
Siebenbürgens
gewidmet.
Michael
Bielz wurde
am 10. Mai
1787 in
Birthälm
geboren.
Nachdem
Besuch der
Gymnasien in
Mediasch und
Hermannstadt
studierte er
Theologie am
reformierten
Kollegium in
Klausenburg.
Die
notwendigen
Mittel
hierfür
verdiente er
sich mit
Privatunterricht.
Nach
Birthälm
zurückgekehrt,
war er
zunächst als
Lehrer
tätig,
erhielt 1811
hier die
Stelle des
ersten
Predigers
und
Sekretärs
des
damaligen
Bischofs
Daniel Georg
Neugeboren.
In dieser
Zeit widmete
er sich,
gefördert
und angeregt
von Bischof
Neugeboren,
intensiv dem
Studium der
Naturwissenschaften
und übte
sich fleißig
in der
Zeichenkunst,
für die er
ungewöhnlich
befähigt
war. 1814
wählte ihn
die Gemeinde
Neudorf im
Ober-Albenser
Komitat als
Pfarrer, wo
er sieben
Jahre
segensreich
wirkte. 1821
reifte in
ihm der
Entschluß,
sich künftig
als
Lithograph
zu
betätigen,
verließ
Neudorf und
gründete
1822 in
Hermannstadt
mit C.
Albrich und
F. Neuhauser
die erste
lithographische
Anstalt in
Siebenbürgen.
Gleichzeitig
wurde ihm
für längere
Zeit der
Zeichenunterricht
am
Hermannstädter
evangelischen
Gymnasium
übertragen.
Als
Lithograph
hat Bielz
nicht nur
verschiedene
für den
Schulunterricht
dringend
notwendige
Lehrmittel
hergestellt,
sondern auch
verschiedene
Karten, wie
die erste
Wandkarte
von
Siebenbürgen,
die erste
geologische
Karte des
Landes, eine
Karte der
Edelmetallfundstätten
in
Siebenbürgen
und eine
Karte der
Umgebung von
Hermannstadt,
gedruckt.
Auf der
Suche nach
entsprechenden
Steinplatten
für seine
Steindrucke
durchforschte
Bielz ganz
Siebenbürgen
und wurde
infolge
dieser
Untersuchungen
zu einem
guten Kenner
der
geologischen
Verhältnisse
Siebenbürgens.
Eine
Mitteilung
„Über das
Vorkommen
des
Karpathensandsteins
in
Siebenbürgen“
erschien
1834 in
Leonhards
Jahrbuch für
Mineralogie
in Wien.
Weitere
geologische
Beiträge und
ein „Versuch
einer
Naturbeschreibung
von
Siebenbürgen“
erschienen
in der von
ihm 1833
mitbegründeten
Zeitschrift
„Transsilvania“
und in
anderen
siebenbürgischen
Zeitschriften.
Zu seinen
Verdiensten
gehören auch
seine
Beteiligung
an der
Gründung des
„Vereins für
Siebenbürgische
Landeskunde“
(1841) und
vor allem
die des
„Siebenbürgischen
Vereins für
Naturwissenschaften
zu
Hermannstadt“
(1849),
dessen
erster
Vorstand er
nach
mehrfacher
Wiederwahl
bis zu
seinem Tode
war. Dank
seiner
Mitwirkung
erfolgte
auch die
Gründung der
Zuckerfabriken
in
Hermannstadt
und
Csáki-Gorbo
und die
Einrichtung
der
Bade-Anstalt
in Baaßen
bei Mediasch.
Erheblich
eingeengt
wurden seine
rastlose
Tätigkeit
und seine
Forschungsarbeit
durch die
rasch
abnehmende
Sehfähigkeit,
die 1849 zu
seiner
völligen
Erblindung
führte. Dank
seiner
reichen
Erfahrung
war es ihm
möglich,
auch in der
folgenden
Zeit
publizistisch
tätig zu
sein, und er
führte
1831-1840
eine rege
Korrespondenz
mit mehreren
ausländischen
Geologen wie
Paul Partsch
in Wien, J.
Grimm und F.
Schmidt.
1851
erschien im
zweiten
Jahrgang der
„Verhandlungen
und
Mitteilungen“
des
Siebenbürgischen
Vereins für
Naturwissenschaften
sein
„Verzeichnis
der Land-
und
Süßwassermollusken
Siebenbürgens“,
in dem er
die von ihm
und seines
Sohn Eduard
Albert in
einer großen
Sammlung
zusammengetragenen
Weichtierarten
veröffentlichte.
Ein
deutlicher
Beweis
dafür, daß
M. Bielz
auch über
die Grenze
Siebenbürgens
als
Wissenschaftler
bekannt war,
beweist
seine
Mitgliedschaft
in mehreren
wissenschaftlichen
Gesellschaften
des
Auslandes.
Er war
korrespondierendes
Mitglied der
Gesellschaft
für Ärzte
und
Naturforscher
in Jassy,
der
ungarischen
Ärzte und
Naturforscher,
der
Frauendorfer
Gartenbau-Gesellschaft,
Korrespondent
der k. k.
geologischen
Reichsanstalt
in Wien und
der
Gesellschaft
Isis für
Naturwissenschaften
in Dresden.
M. Bielz
starb
hochgeehrt
am 27.
Oktober 1866
in
Hermannstadt.
Sein
Vermächtnis
an seinen
Sohn Eduard
Albert und
an die
anderen
Naturwissenschaftler
Siebenbürgens,
in seinem
Geiste
fortzuwirken,
das
Begonnene
fortzuführen
und weiter
auszubauen,
ist von
diesen und
den
nachfolgenden
Generationen
siebenbürgisch
Naturforscher
seinem
Wunsche
gemäß
erfolgreich
fortgesetzt
wo den, bis
1949, durch
die
Auflösung
des
Siebenbürgischen
Vereins für
Naturwissenschaften
zu
Hermannstadt
und die
Verstaatlichung
seines
Museums,
dieser
Auftrag
außer Kraft
gesetzt
wurde.
Heinz
Heltmann