|
Der Pfarrerssohn Siegmund
von Birken (Betulius), dessen Familie während des Dreißigjährigen
Krieges aus Glaubensgründen die Heimat verlassen mußte, lebte seit 1629
in Nürnberg. Er studierte in Jena, wurde Erzieher der Prinzen Anton
Ulrich und Ferdinand Albrecht von Braunschweig-Lüneburg in Wolfenbüttel
und kehrte nach einem Aufenthalt in Hamburg nach Nürnberg zurück, wo er
im Jahre 1650 Leiter der Spiele zur Feier des Westfälischen Friedens
war. Er bereiste Holland und England und wurde im Jahre 1655 von Kaiser
Ferdinand III. geadelt. Als „Floridan“ war Birken Mitglied, später
Oberhirte des Nürnberger Dichterordens der „Pegnitzschäfer“. Birken, ein
typischer Dichter des Barock, war ein fruchtbarer Lyriker seiner Zeit
und galt als prunkhafter, barocker Gelegenheits- und Hofdichter von
virtuoser Sprachgewandtheit. Zu seinen Werken gehören die Gedichte
„Kriegs- und Friedens-Abbildungen“ (1649), „Prunkvolle Festspiele“
(1650), „geistliche Weihrauchkörner“ (1652), das Drama „Androfilo“
(1656), die Gedichte „Todes-Gedanken und Toten-Andenken“ (1670), „Pegnesis“
(1673-1679), „Der Norische Parnaß“ (1677), „Teutsche Rede-, Bind- und
Dichtkunst“ (1679). Außerdem verfaßte er Schäferromane und Barockdramen.
Eine Biographie Birkens veröffentlichte A. Schmidt im Jahre 1894.
(1981)
nach oben
|