Bogatzky
wurde auf
einem seinen
Eltern
gehörenden
Gut in der
Standesherrschaft
Militsch in
Niederschlesien
geboren.
Bald danach
trat sein
Vater in
kaiserliche
Kriegsdienste,
so daß seine
Erziehung
allein der
Mutter,
einer
frommen
Christin und
fleißigen
Beterin,
oblag. Ihr
Einfluß
weckte auch
in ihm früh
die Neigung
zum Gebet,
die
zeitlebens
in ihm
lebendig
blieb und
schon in
seinen
Kinderjahren
durch viele
Erfahrungen
von
Gebetserhörung
bestärkt
wurde. Nach
seiner
Schulzeit
brachte ihn
seine Mutter
in seinem
14.
Lebensjahr
als Pagen an
den Hof des
Herzogs
Johann Georg
zu
Sachsen-Weißenfels,
einer
sächsischen
Sekundogenitur.
Nach einigen
Jahren wurde
er mit dem
frommen
Grafen
Heinrich
XXIV. von
Reuß-Köstritz
bekannt, der
ihn bewog,
ein Studium
aufzunehmen
und ihm die
dazu
notwendige
Unterstützung
zusagte. Er
ging daran,
seine
mangelhafte
Schulbildung
zu ergänzen
und begann
Ostern 1713
in Jena mit
einem
Jurastudium.
Einige
Besuche in
Halle
brachten ihn
mit den
dortigen
Theologen in
Berührung,
von denen
er, nach
anfänglichem
Vorurteil,
sich bald
stark
angezogen
fühlte.
Besonders
machten ihm
einige
Predigten
und
Erbauungsstunden
August
Hermann
Franckes
sowie ein
Gebet, das
dieser beim
Abschied mit
ihm sprach,
den tiefsten
Eindruck und
brachten ihn
zu dem
Vorsatz,
„sich nun
dem Herrn
zum ganzen
Opfer und
Eigentum
hinzugeben“.
So ging er
Ostern 1715
ganz nach
Halle, wo er
neben seinen
juristischen
Studien auch
den
Vorträgen
der
Theologen
beiwohnte
und im
persönlichen
Umgang sich
an Francke,
Anton
Freylinghausen
und andere
dieses
Kreises
anschloß.
Als bald
darauf seine
Mutter starb
und sein
Vater sich
von ihm
lossagte,
weil er
dessen
Befehl
gleichfalls
in
kaiserliche
Dienste zu
treten,
nicht zu
folgen
vermochte,
fühlte er
sich darauf
hingewiesen,
sich jetzt
der
Theologie zu
widmen und
studierte
nun noch
zwei Jahre
in Halle.
Aber die
Anstrengungen
des Studiums
schwächten
ihn so, daß
er 1718 nach
Schlesien
zurückkehren
mußte und er
sich darüber
klar wurde,
daß es ihm
nicht
möglich sein
würde, eine
Pfarrstelle
zu
verwalten.
So suchte er
auf anderen
Wegen seine
seelsorgerlichen
Fähigkeiten
einzusetzen.
Seine
Verbindungen
mit vielen
adeligen
Familien
Schlesiens
gaben ihm
Gelegenheit,
in diesen
Kreisen als
geistlicher
Betreuer
sich zu
betätigen.
Einige Jahre
brachte er
in dem
schlesischen
Dorf Glaucha
zu, wo er
bei der
Errichtung
eines
Waisenhauses
mitwirkte.
Seit 1740
lebte er an
dem dem
Pietismus
ergebenen
Hof zu
Saalfeld in
engem Umgang
mit dem
herzoglichen
Paar; nach
dem Tode des
Herzogs
wählte er
1746 Halle
zu seinem
Aufenthalt,
wo ihm der
jüngere
Francke eine
freie
Wohnung im
Waisenhaus
einräumte.
Hier
verbrachte
er nun seine
weitere
Lebenszeit,
vorwiegend
mit der
Abfassung
von
erbaulichen
Schriften
beschäftigt.
Daneben
hielt er
Erbauungsstunden
für
Studenten
und machte
auch öfters
Reisen zu
adeligen
Familien,
die ihn als
geistlichen
Führer und
Berater zu
sich
beriefen.
Trotz seiner
geschwächten
Gesundheit
erreichte er
ein hohes
Alter, mußte
aber
erleben, daß
mit der
aufkommenden
Aufklärung
eine neue
Generation
seinen
Werken mit
Unverständnis
und
Ablehnung
begegnete.
Bogatzkys
Schriften
zeichnen
sich durch
ihren
Glaubensgehalt
und großen
Reichtum
geistlicher
Erfahrung
aus.
Dichterische
Begabung war
ihm aber
nicht
gegeben. Die
meisten
seiner 411
Lieder sind
in Reimform
gebrachte
fromme
Gedanken und
Betrachtungen.
Am
bekanntesten
ist sein
Missionslied
„Wach auf,
du Geist der
ersten
Zeugen“.
Sehr weite
Verbreitung
fand seine
1718 in
Breslau
erschienene
Sammlung
ausgewählter
Sprüche der
Heiligen
Schrift,
„Güldenes
Schatzkästlein
der Kinder
Gottes...“,
mit
erbaulichen
Anmerkungen
und Versen.
Unter seinen
übrigen
zahlreichen
Schriften
gehören zu
den früher
am
häufigsten
gelesenen
die
ausführlichen
Betrachtungen
über das
„Schatzkästlein“
unter dem
Titel
„Tägliches
Hausbuch der
Kinder
Gottes“, 2
Teile,
1748/49.
Seine
umfangreichste
Schrift sind
die
„Betrachtungen
über das
ganze Neue
Testament“,
7 Teile,
1755-61.
Seine von
ihm selbst
1764
verfaßte und
bei G.G.
Knapp
herausgegebene
Lebensbeschreibung
ist ein
wertvoller
Beitrag zur
Kenntnis der
späteren
pietistischen
Periode und
vermittelt
ein
lehrreiches
Bild von dem
Leben und
Treiben in
den
frommen
Kreisen
jener Zeit.
t: ADB III;
NDB II – F.K.
Ledderhose:
Das Leben
K.H. v. B.
1846; E.
Steffan: B.s
Leben, 1854;
A. Ritschl:
Geschichte
des
Pietismus.
II, 1884;
Realencyklopädie
für
protestantische
Theologie
und Kirche.
3. Aufl.
III, 1897;
W. Schulz:
Reichssänger.
Schlüssel
zum
deutschen
Reichsliederbuch.
1930; Fr. W.
Bautz:
Biographisch-Bibliographisches
Kirchenlexikon.
I. 1976.
Harro Kieser