Als Sohn eines kleinen
Landwirts geboren, studierte Brehmer, der als erster den Kampf gegen
die Tuberkulose aufgenommen hat, an der Universität
Berlin Mathematik und Naturwissenschaften, vor allem Astronomie und
Botanik. Im Jahre 1850 ging er nach Berlin, wo er zum Studium der
Medizin überging und 1853 zum Dr. med. promovierte. Als seine
Lebensaufgabe sah Brehmer es an, Methoden zur Heilung der
Lungenschwindsucht zu finden. Im Jahre 1854
eröffnete
er in Görbersdorf, einem Weberdorf in einem Tal des Waldenburger
Gebirges, eine Heilanstalt, die allen späteren Lungenheilanstalten
als Vorbild diente. Das in Görbersdorf im Jahre 1862 erbaute Kurhaus
vermochte schon bald die Menge der Kranken nicht zu fassen, so daß
1877 eine Heilanstalt von monumentaler Anlage errichtet werden mußte.
Durch seine Veröffentlichungen wurde Brehmer zum Begründer der
modernen Tuberkulosebehandlung. Seine Hauptwerke sind „Die Gesetze
der Heilbarkeit der Lungenschwindsucht“ (1854), „Chronische
Lungenschwindsucht“ (1857) und „Die Therapie der chronischen
Lungenschwindsucht“ (1887). In Breslau wurde Brehmer vor dem
Wenzel-Hancke-Krankenhaus ein Denkmal errichtet.
Bibl.:
Friedridi Andreae u. a. (Hrsg.): Schlesier des 19. Jahrhunderts
(Breslau 1922).
(1976)