Hugo Wilhelm
Conwentz
wurde als
fünftes Kind
von sieben
Geschwistern
in einem
kleinen Ort
südlich von
Danzig
geboren. Die
Familien
seiner
Eltern
gehörten zu
den
Mennoniten
und waren
bereits
lange um
Danzig herum
wohnhaft;
die Familie
Conwentz
wird das
erste Mal
1673 in
Altschottland
bei Danzig
urkundlich
erwähnt. Als
Hugo
Conwentz
einige Jahre
der
Dorfschule
hinter sich
hatte,
verkaufte
der Vater
seine
Landwirtschaft
und zog in
die
Frauengasse
nach Danzig,
dort
übernahm er
eine Holz-
und
Kohlenhandlung.
Hugo
besuchte die
Schule St.
Johann, wo
er durch den
als
Historiker
bekannt
gewordenen
Direktor
Löschin und
vor allem
durch den
Biologen
Professor
Dr. Bail
sehr
gefördert
wurde. Bail,
befreundet
mit
Professor
Göppert von
der
Universität
Breslau, war
es auch, der
Hugo
Conwentz zum
Studium der
Botanik nach
Breslau
empfahl.
Nach den
ersten
beiden
Semestern
dort ging
Conwentz für
zwei
Semester
nach
Göttingen,
um dann in
Breslau noch
vor seiner
Promotion
Assistent
von Göppert
am
Botanischen
Garten zu
werden. In
Breslau trat
er auch dem
Naturwissenschaftlichen
Verein bei,
in dem er
durch die
Organisation
von
Exkursionen
aktiv wurde.
Im Jahre
1876 wurde
er mit einer
Arbeit aus
dem Gebiet
der
Phytopaläontologie
(Pflanzen-Versteinerungen)
über Die
versteinerten
Hölzer aus
dem
norddeutschen
Diluvium
promoviert,
blieb aber
weiter, nun
als
vollbezahlter
Assistent
von Göppert,
in Breslau.
Im Jahre
1878 war
Westpreußen
als
selbständige
Provinz von
Ostpreußen
wieder
abgetrennt
und Danzig
zur
Provinzhauptstadt
gewählt
worden. Die
früheren
Bestrebungen,
hier ein
Museum für
Natur,
Geschichte,
Gewerbe und
Kunst
einzurichten,
nahmen nun
unter
Förderung
des
tatkräftigen
Oberbürgermeisters
von Winter
konkrete
Formen an,
und man trat
an Hugo
Conwentz mit
der Bitte um
Übernahme
der Leitung
dieses
Museums
heran.
Dieser
strebte
jedoch eher
eine
Universitätslaufbahn
an und hatte
seine
Habilitation
mit einer
Arbeit über
verkieselte
Hölzer von
Karlsdorf am
Zobten
vorbereitet.
Als er
jedoch von
der Fakultät
im Juni 1879
die
endgültige
Mitteilung
erhielt, daß
er zur
Habilitation
nicht
zugelassen
werden
könne, weil
er sein
Abitur nur
an einer
Realschule
1. Ordnung,
nicht aber
an einem
humanistischen
Gymnasium
abgelegt
hatte,
übernahm er
umgehend die
ihm in
Danzig
angebotene
Stelle. So
war Conwentz
mit noch
nicht einmal
25 Jahren
Direktor
eines
Museums, das
im Jahre
1880 zur 53.
Versammlung
Deutscher
Naturforscher
und Ärzte in
Danzig
eröffnet
wurde.
Das
Provinzial-Museum
wurde
zunächst in
einem
Stockwerk
des Grünen
Tors
eingerichtet,
das die
Langgasse,
die Danziger
Prachtstraße,
zur Mottlau
hin
abschließt,
und Conwentz
nahm hier
auch seine
Wohnung. Die
Mitglieder
der im Jahre
1743 als
eine der
ältesten
deutschen
Vereinigungen
dieser Art
gegründeten
Naturforschenden
Gesellschaft
in Danzig
stellten in
einem
einmaligen
Akt
gemeinsinniger
Verantwortung
dem neuen
Museum ihre
sämtlichen
wertvollen
naturwissenschaftlichen
und
archäologischen
Sammlungen
zur
Verfügung.
Die Übergabe
war bereits
am 2. Juli
1880 an
Conwentz
erfolgt,
bevor ein
Vertrag vom
1. November
desselben
Jahres
zwischen der
Naturforschenden
Gesellschaft
in Danzig
und dem
Provinzial-verbande
der Provinz
Westpreußen
die Übergabe
und die
Verwendung
der
Sammlungen,
jedoch bei
vollständigem
Erhalt der
Eigentumsrechte
der
Gesellschaft,
regelte.
Zusätzlich
kaufte die
Provinz die
vom Prediger
Boeck ab
1814
zusammengestellte
große
Vogelsammlung
für das
Museum an.
Zunächst
hatte
Conwentz mit
der
Einrichtung
und der
Organisation
sowie der
Präsentation
und der
Erweiterung
der
übernommenen
umfangreichen
Bestände zu
tun. Dadurch
und durch
seine Reisen
in
Westpreußen
anläßlich
von
Ausgrabungen,
Funden oder
Vorträgen
wurden das
neue Museum
und sein
Leiter
schnell
bekannt.
Conwentz
gewann
zahlreiche
Lehrer,
Gutsbesitzer
und
Naturfreunde
zu seinen
"Mitarbeitern",
die ihn über
seltene
Pflanzen und
Tiere sowie
über
prähistorische
Funde
informierten.
Bereits 1878
war Conwentz
selber
Mitglied der
Naturforschenden
Gesellschaft
in Danzig
geworden und
übernahm im
Laufe der
folgenden
Jahrzehnte
in diesem
Rahmen
zahlreiche
Vorträge und
veröffentlichte
wissenschaftliche
Beiträge in
den
Schriften
der
Gesellschaft.
Er wurde
Sekretär für
auswärtige
Angelegenheiten
der
Gesellschaft
und
Geschäftsführer
des ihr
angeschlossenen
Botanisch-Zoologischen
Vereins. So
ergab sich
mit der
Naturforschenden
Gesellschaft
eine überaus
fruchtbare
Zusammenarbeit,
die auch
dazu führte,
daß sie 1885
aus ihrem
Kapital 5000
Mark zum
Ausbau des
oberen
Stockwerks
im Grünen
Tor
beisteuerte,
um die
Ausstellungsfläche
des
Provinzialmuseums
zu
vergrößern.
Eine weitere
zeitaufwendige
Aufgabe kam
hinzu: Im
Jahre 1850
hatte
Professor
Anton Menge,
Lehrer an
der Danziger
Petrischule,
seine
überaus
reichhaltige
Bernsteinsammlung
Professor
Göppert in
Breslau zur
wissenschaftlichen
Bearbeitung
übergeben;
dieser
jedoch war
erst 1883,
drei Jahre
nach Menges
Tod, in der
Lage
gewesen, als
Ergebnis
seiner
Arbeit einen
ersten Band
in Danzig zu
veröffentlichen.
Ein Jahr
später war
Göppert
84jährig
verstorben.
Da aber
Menge seine
wertvolle
Sammlung der
Naturforschenden
Gesellschaft
testamentarisch
vermacht
hatte, blieb
Conwentz die
weitere
Bearbeitung
überlassen.
Er
beschäftigte
sich nun
intensiv mit
den fossilen
Harzen,
jedoch nur
mit dem
Succinit,
dem
Ostseebernstein,
untersuchte
mikroskopisch
die
Einschlüsse,
nahm sogar
einen
Studienurlaub
für
Forschungen
am Berliner
Botanischen
Museum,
zeichnete
eigenhändig
13 Tafeln
und schloß
1886 das
Werk mit dem
zweiten Band
über die
Angiospermen
(Bedecktsamer)
des
Bernsteins
ab.
So mag das
Charakterbild
seine
Berechtigung
haben, das
die
Biographin
von Conwentz,
Margarete
Boie, in der
Ausprägung
mennonitischer
Eigenschaften
von ihm
zeichnete:
Redlichkeit
und zähe
Ausdauer,
Arbeitsamkeit
und
Ordnungsliebe,
vornehme
Zurückhaltung
und den
Willen zur
einfachen
Lebensführung.
Erst spät
bezog er in
der
Weidengasse
eine eigene
Wohnung, um
weiteren
Raum für das
Museum zu
gewinnen,
zumal seine
Sammlung von
prähistorischen
Urnen
(Gesichtsurnen)
aus
Westpreußen
sich weiter
vergrößerte
und in ganz
Europa
bekannt
geworden
war. Selbst
Heinrich
Schliemann
besuchte
Conwentz für
einen Tag
von London
aus, um
diese
Sammlung
kennenzulernen
und sie mit
den
griechischen
Urnen zu
vergleichen.
Seine
Forschungen
über
Bernstein
weitete
Conwentz aus
und
unternahm
dazu
Studienreisen,
die ihn in
das
Riesengebirge,
in den
Bayerischen
und den
Böhmerwald,
in die
Zentralkarpaten,
aber auch
nach
Schweden,
Finnland,
Rußland und
England
führten, um
Baumarten
und
Sammlungen
kennenzulernen.
Als sich der
preußische
Kultusminister
von Goßler,
der spätere
Oberpräsident
von
Westpreußen,
am Ende der
achtziger
Jahre für
die
Behandlung
der
Vorgeschichte
in den
Schulen
einsetzte,
schlug
Conwentz
eine
entsprechende
Darstellung
für jeden
Landesteil
auf
Wandtafeln
vor. Für
Westpreußen
schuf er
1897 selbst
sechs
solcher
Wandtafeln,
die das
Thema von
der jüngeren
Steinzeit an
behandelten,
und gab
damit ein
Vorbild für
die übrigen
preußischen
Provinzen.
Auf seinen
Reisen und
auf seinen
ständig aus
dienstlichen
Gründen
erforderlichen
Fahrten
durch
Westpreußen
gewann er
zunehmend
die
Überzeugung,
daß die aus
der
wirtschaftlichen
Not der
Landwirte
erfolgende
Rodung
großer
Waldflächen
und die
Entwässerung
der Moore
sowie die
schnell
fortschreitende
Industrialisierung
in
Mitteleuropa
wertvolle
und seltene
Pflanzen und
Tiere sowie
ganze
Wälder,
wichtige
Biotope und
einmalige
Zeugen der
Vergangenheit,
wie
erratische
Blöcke
(Findlinge)
in
Westpreußen,
verschwinden
lassen
würden.
Deshalb
setzte er
sich immer
mehr für die
Erhaltung
dieser
Naturdenkmäler
ein, ein
Begriff, der
im
übertragenen
Sinne von
Bau- oder
Kulturdenkmälern
übernommen
wurde.
Conwentz
verfaßte
Merkblätter,
die beim
Erhalt und
beim Schutz
von
Findlingen
und Bäumen,
wie
beispielsweise
der Eibe in
Westpreußen,
helfen
sollten, und
schrieb
mehrere
Abhandlungen
über
dasselbe
Thema. Er
fand in
diesem
Bemühen
zahlreiche
Anhänger,
nicht nur in
Westpreußen,
sondern in
ganz
Deutschland
und in
Europa, vor
allem auch
in Schweden.
Wenn er 1890
den
Professorentitel
verliehen
bekam, so
dürfte das
auch in
diesem
Zusammenhang
zu sehen
sein. Da
Conwentz
hinsichtlich
der
Erhaltung
der
Naturdenkmäler
wenig auf
die Einsicht
der Menschen
setzte,
sondern
amtliche
Verfügungen
für
wirksamer
hielt,
schlug er in
Berlin dem
Ministerium
für
Landwirtschaft,
Domänen und
Forsten die
Schaffung
von
forstbotanischen
Merkbüchern
für jede
Provinz vor.
In dem
Mitglied des
Abgeordnetenhauses,
Wilhelm
Wetekamp,
einem Lehrer
aus Breslau,
fand er
einen
Fürsprecher,
er hatte
sonst wenig
Kontakt zu
Gleichgesinnten.
Aus Sorge um
die bedrohte
Natur
erschien im
Jahre 1900
sein
Forstbotanisches
Merkbuch für
Westpreußen,
das erste in
Preußen, das
an alle
Forstbeamten
und
Lehrerdienststellen
verteilt
wurde und
ihm wieder
sehr
zahlreiche
Rückmeldungen
einbrachte.
Auf Bitten
des Berliner
Ministeriums
erhielt
Conwentz von
der
Provinzial-Verwaltung
zwei Jahre
Urlaub, um
nach
umfangreichen
Vorarbeiten
und weiteren
Reisen im
Jahre 1904
ein
Gutachten
Über die
Gefährdung
der
Naturdenkmäler
und
Vorschläge
zu ihrer
Erhaltung
herauszugeben.
Ein Jahr
später
erschien
ebenfalls
als Resultat
dieser
Vorarbeiten
Die
Heimatkunde
in der
Schule.
Im selben
Jahr wurde
ihm der
Geheimratstitel
verliehen
und
bezeichnenderweise
in Dresden
der "Bund
für
Heimatschutz"
ins Leben
gerufen. Zu
den Gründern
gehörten
Hugo
Conwentz und
Ernst
Rudorff.
Conwentz
hielt in
dieser Zeit
über den
Naturschutz,
zu dem er
den
Naturdenkmalschutz
inzwischen
ausgeweitet
hatte,
zahlreiche
Vorträge,
vor allem in
Schweden, wo
in den
Jahren
darauf
Gesetze zum
Naturschutz
verabschiedet
und zehn
Nationalparks
eingerichtet
wurden, aber
auch in ganz
Mitteleuropa
und in
Tiflis im
Kaukasus, wo
der Danziger
Gustav Radde
Museumsdirektor
war. In der
Folge dieser
Bestrebungen
regte
Conwentz die
Schaffung
einer
"Staatlichen
Stelle für
Naturdenkmalpflege
in Preußen"
an, die noch
im selben
Jahr mit
Sitz in
Danzig
eingerichtet
wurde – mit
Hugo
Conwentz als
Staatlichem
Kommissar.
Als solcher
handelte er
auf Grund
wissenschaftlicher
Befunde,
setzte auf
gesetzliche
Verordnungen
und führte
organisatorische
Untergliederungen
ein. Nicht
alle folgten
ihm auf
diesem Weg,
so auch sein
westpreußischer
Landsmann
Hermann Löns
nicht, der
wesentlich
emotionaler
an diese
Aufgabe
heranging.
Seit 1907
gab Conwentz
die beiden
Zeitschriften
Beiträge
zur
Denkmalpflege
und
Naturdenkmäler
heraus.
Am 1.
Oktober 1910
wurde die
"Staatliche
Stelle für
Naturdenkmalpflege
in Preußen"
von Danzig
in die
Hauptstadt,
in das alte
Botanische
Museum in
der
Grunewaldstraße
verlegt, um
vom Zentrum
aus größere
Wirkung
erzielen zu
können;
Conwentz
wurde ihr
hauptamtlicher
Direktor. Im
Jahre 1915
definiert er
den
Gegenstand
seiner
Arbeit:
"Naturdenkmäler
sind
charakteristische
Gebilde der
heimatlichen
Natur,
vornehmlich
solche, die
sich noch an
ihrer
ursprünglichen
Stätte
befinden und
von
Eingriffen
der Kultur
völlig oder
nahezu
unberührt
geblieben
sind: seien
es Teile der
Landschaft,
Gestaltungen
des
Erdbodens,
Pflanzen-
oder
Tiergemeinschaften,
einzelne
Arten oder
Formen." In
einer
vielbeachteten
Rede auf der
Internationalen
Konferenz
für
Naturschutz
in Bern vom
17. bis 19.
November
1913 ging
Conwentz
über seine
bisherige
Ansicht von
einem
wissenschaftlich
begründeten
Naturschutz
weit hinaus:
"Wenn nicht
dahin
gestrebt
wird, die
ganze
Bevölkerung
zur Schonung
der Natur
überhaupt zu
erziehen,
kann leicht
die
Auffassung
Platz
greifen, daß
nur
innerhalb
des
Reservates
oder nur den
besonders
genannten
Arten
gegenüber
Schutz geübt
werden
müsse, alles
andere aber
vogelfrei
bleibt und
nach wie vor
der Willkür
überlassen".
Ebenso trat
er zwar für
internationale
Zusammenarbeit
ein, wendete
sich aber
gegen alle
gemeinsamen
internationalen
Schutzvorschriften
und ordnete
den
Naturschutz
dem
Heimatschutz
unter. Er
stellte
fest, "daß
der Begriff
des
Naturdenkmals
in den
verschiedenen
Ländern auch
sehr
verschieden
gesetzt
werden muß:
so bilden
Gletscherschrammen
an der
schwedischen
Küste eine
häufige
Erscheinung,
während sie
in
Deutschland
an den
wenigen
Stellen, wo
sie auf
anstehendem
Gestein
vorkommen,
sehr
bemerkenswerte
und durchaus
zu
schützende
Naturdenkmäler
darstellen".
Die
Beutelmeise,
die im
Weichselgebiet
nur wenige
Male als
Brutvogel
beobachtet
wurde, sei
hier als
Naturdenkmal
anzusprechen,
in ihrer
südeuropäischen
Heimat
dagegen
nicht.
Besonders
wies
Conwentz
darauf hin,
daß es
dennoch
internationale
Aufgaben
gäbe, und
nannte
Spitzbergen
oder die
Antarktis,
die großen
weit
wandernden
Meeressäugetiere,
Vögel und
Gebirgspflanzen
als
Beispiele.
Zu Conwentz
guten
Freunden
gehörte der
schwedische
Botaniker
Professor
Nathorst aus
Stockholm.
Schwer
erkrankt,
suchte
dieser im
letzten
Kriegsjahr
Heilung in
Bad Nauheim.
In seiner
Begleitung
befand sich
die
Bibliothekarin
der
Reichsbibliothek
in
Stockholm,
Greta
Ekelöf.
Conwentz
besuchte
Nathorst in
Bad Nauheim,
und ein Jahr
später war
Greta seine
Frau und
gleichzeitig
seine
Mitarbeiterin,
die später
ein
Verzeichnis
seiner
Schriften
anfertigte.
Noch bevor
die Provinz
Westpreußen
durch den
Versailler
Vertrag
viergeteilt
wurde,
reiste Hugo
Conwentz mit
ihr nach
Danzig, um
ihr seine
Heimat und
seinen
Wirkungsbereich
Westpreußen
noch unter
deutscher
Verwaltung
zeigen zu
können.
Nach dem
Ersten
Weltkrieg
gründete
Conwentz
seine Arbeit
auf den
Paragraphen
150 der
neuen
Verfassung
des
Deutschen
Reiches:
"Die
Denkmäler
der Kunst,
der
Geschichte
und der
Natur, sowie
der
Landschaft
genießen den
Schutz und
die Pflege
des
Staates". Er
gestaltete
die
ursprünglich
wissenschaftliche
Naturdenkmalpflege
zu einem
umfassenden
Heimatschutz
aus. Jedoch
Anfang April
des Jahres
1922
erkrankte er
an einem
Geschwür im
Nacken und
verstarb.
Seine Frau
ging zurück
nach
Schweden an
die Stifts-
und
Landesbibliothek
in Linköping.
Diese
Institution
kaufte die
Privatbücherei
von Conwentz
und übernahm
einen Teil
seines
Nachlasses.
Hugo
Conwentz ist
seit der
Gründung des
Westpreußischen
Provinzialmuseums
für 31 Jahre
dessen
Direktor
gewesen und
hat dieses
Museum zu
einem großen
und
angesehenen
wissenschaftlichen
Institut
gemacht.
Sein
Lebenswerk
aber stellt
die
Entwicklung
und die
Organisation
der
Naturdenkmalpflege
dar, die
sich noch
unter seiner
maßgeblichen
Beteiligung
zu einem
umfassenden
Naturschutz
im Rahmen
des
Heimatschutzes
entwickelt
hat. Daß
seine Ideen
weitergewirkt
haben und
auch noch in
die Zukunft
hinein
wirken
werden,
zeigt auch
die Existenz
einer "Hugo
Conwentz-Medaille"
und ihre
Verleihung
an den
früheren
schleswig-holsteinischen
Umweltminister
Professor
Heydemann
durch die
"Arbeitsgemeinschaft
beruflicher
und
ehrenamtlicher
Naturschutz
e.V." am 17.
Mai 1996.
Schriften:
Mittheilungen
über
Petrefaktenkunde
aus den
Diluvialgeschieben
bei Danzig.
In:
Schriften
der
Naturforschenden
Gesellschaft
in Danzig.
Neue Folge
III, H. 4.
Danzig,
1874. – Die
fossilen
Hölzer von
Karlsdorf am
Zobten.
Ebenda: Neue
Folge Band
IV, Heft 4,
1880. – Die
botanisch-zoologische
Durchforschung
der Provinz
Westpreußen.
Ebenda: Band
V, Heft III,
Danzig,
1881. – Die
einheimische
Wirbeltierfauna.
Ebenda. Ab
Band VI,
Heft 1,
Danzig 1884.
– Die
Angiospermen
des
Bernsteins.
Mit 13
lithogr.
Tafeln. (=
Die Flora
des
Bernsteins
und ihre
Beziehungen
zur Flora
der
Tertiärformation
und der
Gegenwart.
Von H.R.
Goeppert und
A. Menge,
Bd. 2),
Danzig 1886.
–
Monographie
der
baltischen
Bernsteinbäume.
Mit 18
lithogr.
Tafeln in
Farbe.
Danzig 1890.
– Was ist
ein
Naturdenkmal?
In:
Kafemanns
Heimatkunde.
Die Provinz
Westpreußen
in Wort und
Bild. Teil
II. Danzig
1915. –
Gefährdung
und
Erhaltung
der
Naturdenkmäler.
Ebenda. –
Merkbuch der
Naturdenkmalpflege,
1918. –
Heimatkunde
in der
Schule, Band
I, 1922.
Lit.:
Schumann,
E.:
Geschichte
der
Naturforschenden
Gesellschaft
in Danzig
1743-1892.
Danzig 1893.
– Boie,
Margarete:
Hugo
Conwentz und
seine
Heimat. J.F.
Steinkopf,
Stuttgart
1940. –
Rehberg,
Alexander:
Marienwerder
und sein
Gymnasium
1880-1914.
In:
Westpreußen-Jahrbuch,
Band 24, S.
100 f. C.J.
Fahle,
Münster
1974. –
Lippky,
Gerhard: Das
Westpreußische
Provinzial-Museum
in Danzig
1880 - 1945
und seine
vier
Direktoren.
In:
Westpreußen-Jahrbuch
Band 30, C.J.
Fahle,
Münster
1980. –
Kämpfert,
H.-J.:
Danziger
Naturwissenschaftler.
In: Danzig
in acht
Jahrhunderten.
Hrsg. von B.
Jähnig und
P. Letkemann.
Münster
1985. –
Willers,
Gerhard:
Umwelt-Protestler
im alten
Danzig. In:
Der
gemeinsame
Weg, 1986.
H.-J.
Kämpfert