Lorenz
Eichstaedt
war ein auf
naturwissenschaftlichem
Gebiet
außerordentlich
vielseitig
interessierter
Mediziner
und
Mathematiker.
Er wirkte
vor allem
durch seine
zahlreichen
Schriften zu
medizinischen,
mathematischen,
botanischen,
astronomischen,
aber auch
astrologischen
Themen. In
seinen
weitestgehend
in
lateinischer
Sprache
geschriebenen
Veröffentlichungen
nannte er
sich -
der Sitte
der Zeit
entsprechend
latinisiert
-
Laurentius
Eichstadius.
Die Eltern
des
Gelehrten
waren der in
Altenstettin
ansässige
begüterte
Kaufmann
Peter
Eichstaedt
und seine
Frau Anna,
die Tochter
des
Ratsherrn
Peter
Mathias aus
Gollnow in
Pommern, die
seit 1590
verheiratet
waren. Nach
Christian
Gottlieb
Jöcher im
Allgemeinen
Gelehrten-Lexicon
von 1750
stammt
Lorenz
Eichstaedt
somit "aus
einer
Familie,
deren
Vorfahren
unter die
vornehmste
pommerische
Noblesse
gezehlet
werden". Er
besuchte das
Gymnasium in
Stettin und
studierte ab
1612 oder
1613
zunächst in
Greifswald
und ab 1614
in
Wittenberg
bei dem aus
Breslau
gebürtigen
Arzt,
Chemiker und
Philosophen
Daniel
Sennert. Für
die Jahre
1617 bis
1619 werden
verschiedene
Studienorte
in
Deutschland
und Holland
genannt, so
Jena,
Frankfurt
a.O.,
Helmstedt,
Marburg,
Leipzig,
Heidelberg
und Köln
sowie Leyden,
Franecker
und
Groningen.
Seit 1619
praktizierte
Eichstaedt
unter dem
Leibmedicus
David Faber
in
Altenburg,
bevor er im
Jahre 1621
in
Wittenberg
promoviert
wurde. Bald
darauf ließ
er sich als
Arzt in
Stargard in
Pommern
nieder,
blieb hier
aber nur
etwa drei
Jahre, da er
1624, also
mit nur 28
Jahren,
Stadtphysikus
in
Altenstettin
wurde. Noch
vorher,
bereits im
Jahre 1622,
erschien in
Stettin
seine
Schrift
Discurs von
der großen
Zusammenkunft
Saturni und
Jovis unter
dem
Himmlischen
Trigono des
Fewrigen
Löwen im
Jahr Christi
1623 und waß
wir darauff
vor grosse
Veränderungen
in der Unter
Welt zu
erwarten
haben,
die er in
Stargard
verfaßt
hatte. Die
Schrift
erklärt das
Zusammentreffen
der Planeten
Saturn und
Jupiter nach
den
astronomischen
Kenntnissen
der
damaligen
Zeit, mehr
noch:
Eichstaedt
unterscheidet
sauber
zwischen
astronomischen
Aussagen als
sicherer
Wissenschaft
und den
astrologischen
Ausführungen,
als dem,
"was die
Leute hören
wollen". Er
scheut sich
geradezu vor
astrologischen
Voraussagen,
verweist
vielmehr auf
religiöse
Zusammenhänge
und auf
wichtige
Ereignisse,
die früher
unter
vergleichbaren
astronomischen
Konstellationen
eingetreten
sind, wie
beispielsweise
die
Erfindung
der
Buchdruckerkunst,
das
Erscheinen
des
Hauptwerkes
von
Copernicus
im Jahre
1543 und die
Arbeiten des
dänischen
Astronoms
Tycho Brahe.
Lorenz
Eichstaedt
heiratete im
Jahre 1628
Catharina,
die Tochter
des
Bürgermeisters
Paul Giese
von
Altenstettin.
Vier Söhne
und zwei
Töchter
entstammten
dieser Ehe.
In den
Jahren 1633
und 1640
unternahm er
je eine
größere
Reise nach
Holland, um
seine
schriftlichen
wissenschaftlichen
Kontakte
persönlich
zu
vertiefen.
Im übrigen
lebte er 20
Jahre lang
in Stettin
als Arzt und
Gelehrter,
dessen
Ansehen weit
über Stettin
hinaus ging.
Im Jahre
1645 folgte
Eichstaedt
einem Ruf
als
Stadtphysikus
und als
Professor
für Medizin,
Mathematik
und Physik
an das
bekannte
Akademische
Gymnasium in
Danzig. Hier
lernte er
alsbald den
jungen, noch
unbekannten
Astronomen
Johannes
Hevelius
kennen,
dessen
großes
Talent er
schnell
erkannt
haben muß.
Auf das
unmittelbar
nach seinem
Erscheinen
Aufsehen
erregende
Erstlingswerk
des Hevelius,
die 1647 in
Danzig
herausgegebene
Selenographia
oder
Mondbeschreibung,
verfaßte
Eichstaedt
ein
Lobgedicht
in
lateinischen
Hexametern,
das mit
denjenigen
von acht
weiteren
Danziger
Gelehrten
dem Werk
vorangestellt
wurde und
das das
weitaus
umfangreichste
ist. Hieraus
ergab sich
eine
fruchtbare
wissenschaftliche
Zusammenarbeit
und eine
lebenslange
Freundschaft
mit dem zu
großer
Berühmtheit
aufsteigenden
Danziger
Astronomen.
Eichstaedt
hielt sich
aus dem
öffentlichen
Leben
weitgehend
zurück,
lebte in
erster Linie
für seine
wissenschaftlichen
Arbeiten und
pflegte eine
ausführliche
Korrespondenz
mit
europäischen
Gelehrten,
unter ihnen
Mersenne,
Jungius und
Comenius.
Seine
wissenschaftliche
Produktivität
spiegelt
sich in der
großen Zahl
seiner
Schriften
wider.
Besondere
Bedeutung
aber
erreichten
die von ihm
in drei
Teilen in
Stettin und
Danzig
herausgegebenen
Ephemeriden
für die
Jahre 1636
bis 1665,
eine
Vorausberechnung
von
Sternorten
am Himmel
zum Gebrauch
für
Astronomen,
Geographen
und
Seeleute,
die die von
Johannes
Kepler
herausgegebenen
Rudolfinischen
Tafeln
von 1627
fortsetzte.
Auch die
1656 in
Danzig
erschienene
erweiterte
Neuauflage
des bereits
1643 von
Nikolaus
Oelhaf
veröffentlichten
botanischen
Werkes über
die um
Danzig wild
wachsenden
Pflanzen
zählt zu
seinen
bedeutendsten
Arbeiten.
Der
anerkannte
Mediziner
und
Naturwissenschaftler
Laurentius
Eichstadius
starb mit 64
Jahren und
wurde am 14.
Juni 1660 in
der Danziger
St.
Trinitatiskirche
begraben,
unter einem
Stein, den
er bereits
1657 gekauft
hatte. Seine
Nachkommen
wohnten noch
bis in das
18.
Jahrhundert
hinein in
Danzig.
Werke:
Disputationum
de Corpore
mixto...
Wittenberg,
1615.
-
Prognosticon
de
Coniunctione
Magna
Saturni et
Jovis in
Trigono
Igneo Leonis,
Altenstettin,
1622.
- De
Confectione
Alchermes...,
Stettin
1634. -
Ephemerides,
Stettin 1634
und 1636,
Danzig 1644.
- Paedia
Astrologica,
Stettin
1636. -
Collegium
anatomicum,
Danzig,
1649.
-
Planorum
Geometria,
Lübeck 1650.
- De
Camphora an
Hippocrati
et aliis...,
Danzig 1650.
-
Problemata
electro-logica,
physico-medica,
Danzig 1650.
-
Collegium
physicum...,
Danzig 1654
- 1658.
Literatur:
Altpreußische
Biographie
Bd. 1. Hrsg.
v. Ch.
Krollmann,
1941. -
H.-J.
Kämpfert:
Danziger
Naturwissenschaftler,
in: Danzig
in acht
Jahrhunderten.
Hrsg. v. B.
Jähnig und
P. Letkemann,
Münster
1985. -
D.
Weichbrodt:
Patrizier,
Bürger,
Einwohner
der Freien
und
Hansestadt
Danzig,
Klausdorf/Schwentine,
1986.
H.-J.
Kämpfert