Die
Stationen
der heiligen
Elisabeth
waren
Pressburg,
die Wartburg
in Thüringen
und Marburg.
Sie wurde
1207 in
Pressburg
oder, wie
ältere
Quellen
angeben, auf
der Burg
Sárospatak
in Ungarn
geboren. Ihr
Vater war
der
ungarische
König
Andreas II.
aus dem
Hause der
Arpaden,
ihre Mutter
Gertrud war
eine
Deutsche aus
dem Hause
Andechs-Meran.
Ihr Onkel
war der
Bischof von
Bamberg
Ekbert von
Andechs-Meran.
So war sie
auch eine
Schwester
des
nachfolgenden
ungarischen
Königs Béla
IV.
Schon mit
vier Jahren
wurde sie
mit Ludwig,
dem Sohn
Hermanns I.
von
Thüringen
verlobt und
heiratete
mit 13
Jahren 1221
den Landgraf
Ludwig IV.
von
Thüringen in
einer
prunkvollen
Hochzeit auf
der
Wartburg.
Als Entgelt
für die
Mitgift von
ihrem Vater
aus Ungarn
erhielt sie
von ihrem
Gemahl eine
Morgengabe
von Geld und
Ländereien
in Marburg.
Der jungen
Ehe
entsprossen
drei Kinder.
Im Jahre
1226 nahm
Landgraf
Ludwig am
fünften
Kreuzzug
teil und kam
dort um. Auf
der Wartburg
fühlte sich
Elisabeth
verschiedenen
Anfeindungen
ausgesetzt.
Sie war
fromm
erzogen
worden; das
Vorbild des
Franz von
Assisi und
das
Armutsideal
der
Franziskaner
entsprachen
ihren
Zielen, so
dass sie
sich der
Fürsorge der
Armen,
Kranken und
Alten
widmete. Auf
Anraten
ihres
Beichtvaters
Konrad von
Marburg
verließ sie
die Wartburg
und kam nach
Marburg, wo
sie im
Schloss
wohnen
sollte. Doch
sie ließ
sich am Fuße
des
Schlossbergs
ein Häuschen
aus Holz und
Lehm
errichten.
Hier ließ
sie auch ein
Hospital
bauen, wo
sie in
freiwilliger
Armut die
Armen und
Kranken
pflegte. So
wurde sie
ein Symbol
für die
tätige
Nächstenliebe
Lulu von
Strauß und
Torney
schrieb:
„Denn hier
ist ein
Mensch, der,
hineingeboren
in eine
dunkle und
unruhig
erregte
Zeit, seine
ruhende
Mitte
gefunden
hat, wo ihn
nichts mehr
erschüttert.
Ein Mensch,
der ernst
macht mit
der letzten
inneren
Forderung,
sie nicht
etwa den
anderen
auferlegt,
sie
verkündigt,
sie predigt,
sondern sie
selbst lebt
...“
Schon am 17.
November
1231, also
mit 24
Jahren,
starb
Elisabeth im
Hospital in
Marburg.
Bereits 1235
wurde sie
von Papst
Gregor IX.
heilig
gesprochen.
Im gleichen
Jahr wurde
durch Konrad
von
Thüringen
der
Grundstein
zur
Elisabethkirche
in Marburg
gelegt und
schon 1283
erfolgte die
Weihe des
bis auf die
Turmfront
vollendeten
Baues. Der
prächtig
gefertigte
Sarkophag
mit ihren
sterblichen
Überresten
wurde später
in die
Elisabethkirche
überführt.
Der 19.
November ist
der
Gedenktag
der hl.
Elisabeth.
Da es
Elisabeth,
wie
überliefert
wird,
gegeben war,
Wunder zu
wirken und
durch die
Kraft ihrer
Gebete
Taubstumme
und Blinde
zu heilen,
wurde sie
schon zu
Lebzeiten
als Heilige
verehrt. So
entstanden
mit der Zeit
um das Leben
und Wirken
von
Elisabeth
unzählige
Legenden.
Die
schönsten
und
bekanntesten
sollen kurz
angeführt
werden.
Elisabeth
soll einen
Aussätzigen
in ihr
Ehebett
gelegt
haben, um
ihn besser
pflegen zu
können. Von
der
Schwiegermutter
wurde dies
ihrem Gemahl
hinterbracht.
Als dieser
die Decke
von der
Lagerstätte
aufhob,
erschien vor
seinem
geistigen
Auge das
Bild des
gekreuzigten
Heilands mit
der Schrift:
„Was ihr
den ärmsten
meiner
Brüder getan
habt, das
habt ihr mir
getan!“
Daraufhin
soll Ludwig
seiner
Gattin den
Bau eines
Krankenhauses
für
Altersschwache
am Fuße der
Wartburg
erlaubt
haben.
Noch
bekannter
und inniger
ist das
Rosenwunder.
Einmal stieg
Elisabeth
von der
Wartburg
herunter und
hatte einen
Korb mit
Speisen
unter ihrem
Mantel
versteckt,
die sie den
Armen in der
Stadt
bringen
wollte. Da
begegnete
ihr der
Gemahl, der
von der Jagd
heimkehrte.
Auf seine
Frage, was
sie da
verberge,
antwortete
sie in ihrer
Verlegenheit
„Rosen“.
Es war aber
Winter, doch
als Ludwig
nachsah, da
lagen im
Korb lauter
blühende
Rosen. (Die
Rosen wurden
während der
Kreuzzüge
aus dem
Orient
eingeführt
und galten
als
mystische
Teile der
Dornenkrone
Christi).
Eine weitere
Legende
erzählt von
einem Kruge,
aus dem
Elisabeth
Dürstende
erquickte,
der nie leer
wurde.
Die hl.
Elisabeth
wurde
vielfach in
der Kunst
verehrt. Am
markantesten
ist die
Elisabethkirche
in Marburg,
in der auch
in
Anwesenheit
des
hohenstaufischen
Kaisers
Friedrich
II. 1236 die
Gebeine in
einen
bleiernen
Kasten
gehoben und
in einen
goldenen
Schrein
gestellt
wurden. Der
Schrein
wurde zwar
später
geplündert,
ist aber
unter vielen
anderen
Kunstwerken
noch ein
Wahrzeichen
der Kirche.
Ein
großartiges
Bauwerk –
der
Elisabeth-Dom
– steht in
der
ostslowakischen
Stadt
Kaschau (Košice).
Hier ist die
Heilige auch
in einem
Altarbild
wunderbar
dargestellt
und die hl.
Elisabeth
schmückt
sogar das
Stadtwappen.
Die Stadt
Pressburg
(Bratislava),
die
Geburtsstadt
der
Heiligen,
beherbergt
ebenfalls
zwei ihr
geweihte
Kirchen, die
Kirche der
Elisabetherinnen
und die
Elisabethkirche,
auch
blaue Kirche
genannt.
Neben vielen
anderen
Kunstwerken
wäre hier
noch die
Skulptur der
Elisabeth
von Alois
Rigele, die
in einem
Garten
steht, zu
nennen.
Viele
Kirchen
verehren die
hl.
Elisabeth in
einzelnen
Altären,
Plastiken
und
Bildwerken.
Bemerkenswert
ist noch,
dass der
frühere
Pfarrer aus
Glaserhau in
der
Mittelslowakei,
Dekan Josef
Pöss, in
Ehningen bei
Stuttgart,
dem neuen
Heimatort
vieler
katholischer
Glaserhauer,
mit
Spendengeldern
der
Landsleute
die
Elisabeth-Gedächtniskirche
erbauen
ließ, damit
seine
Gemeinde
über ein
eigenes
Gotteshaus
verfüge.
Aus der
Fülle der
die hl.
Elisabeth
darstellenden
Kunstwerke
ist als
Plastik die
berühmte
Figur von
Tilman
Riemenschneider
im
Germanischen
Museum in
Nürnberg zu
nennen. Auch
die Malerei
hat sich
dieses
Motivs
angenommen,
von
Botticelli
bis Hans
Holbein d.Ä.,
Moritz von
Schwind und
bis Murillo.
In der
Dichtkunst
seien neben
lyrischen
Gedichten
das
Geistliche
Festspiel
Elisabeth
von Johann
Müller und
das Drama
von
Friedrich
Lienhard
Die heilige
Elisabeth
(1904)
genannt. In
Gustav
Freytags
Romanzyklus
Die Ahnen
erscheint
Elisabeth
als
zärtliche
Gattin und
Mutter.
In der Musik
schuf Franz
Liszt das
Oratorium
Die Legende
von der
heiligen
Elisabeth,
dessen Text
von dem
deutschen
Lyriker Otto
Roquette
stammt.
Richard
Wagner
verband in
seiner Oper
Tannhäuser
das
leuchtend
Reine ihrer
Persönlichkeit,
sehr frei
gestaltet,
mit dem
Sängerkrieg
auf der
Wartburg und
der
Tannhäuser-Sage.
Ein modernes
Drama von
Stefan
Schneider
Elisabeth –
das heilige
Ärgernis
wurde 2002
in Marburg
uraufgeführt.
Im Herbst
2006
erfolgte
anlässlich
der
Einweihung
der neuen
Klais-Orgel
in der
Elisabeth-Kirche
in Marburg
die
Uraufführung
der Kantate
für Sopran,
Chor und
Orgel von
Martin
Majewski und
Fridjof
Küchemann
Elisabeth –
die Legende
vom
Gekreuzigten
im Ehebett.
Die
Gedenkfeiern
anlässlich
der
Wiederkehr
ihres 700.
Geburtsjahres
waren
vielfältig,
ein
deutliches
Zeichen,
dass ihr
selbstloses
Wirken
gerade in
der heutigen
Zeit der Not
und
Hilfsbedürftigkeit
vieler
Menschen
Eindruck
macht und
Beispiel
gibt.
Lit.:
Rudolf
Hohmann, Die
heilige
Elisabeth,
Kapatenjahrbuch
1968-1970,
Karpatendeutsche
Lebensbilder,
S. 7.
Bild:
Privatarchiv
des Autors.
Hans
Kobialka