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Zu den bekanntesten und anziehendsten Heiligengestalten des Mittelalters
gehört die heilige Elisabeth von Thüringen. Als Tochter des ungarischen
Königs Andreas II. aus dem Hause der Arpaden und seiner Ehefrau Gertrud
aus dem Hause Andechs-Meranien in Preßburg geboren, wurde sie im Alter
von vier Jahren mit Ludwig, dem Sohn Hermanns I. von Thüringen und
seiner Gemahlin Sophie aus dem Hause der Wittelsbacher verlobt und auf
die Wartburg gebracht, wo sie erzogen wurde. Als Elisabeth sieben Jahre
alt war, wurde ihre Mutter von ungarischen Magnaten ermordet. Im Jahre
1221 heiratete sie auf der Wartburg ihren Verlobten, den Landgrafen
Ludwig. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder hervor. Als Landgräfin von
Thüringen widmete sich Elisabeth der Fürsorge für Arme, Alte und Kranke.
Im Jahre 1225 wurde in Eisenach ein Franziskanerkloster gegründet. 1226
nahm Landgraf Ludwig auf Drängen des Wanderpredigers Konrad von Marburg,
der auch auf Elisabeth einen starken Einfluß ausübte, am fünften
Kreuzzug teil, starb jedoch bereits bei der Einschiffung des Heeres in
Italien. Nach seinem Tode verließ Elisabeth die Wartburg und zog nach
Marburg an der Lahn, wo sie in freiwilliger Armut und Askese lebte und
ein Hospital für Arme und Kranke errichten ließ. Dort starb sie im 25.
Lebensjahr am 17. November 1231. Bereits im Jahre 1235 wurde sie von
Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Sie wurde zunächst in der Kapelle des
von ihr gegründeten Hospitals beigesetzt, später in Gegenwart Kaiser
Friedrich II. und vieler geistlicher und weltlicher Würdenträger in eine
andere Kirche übergeführt; seit 1249 ruhten ihre Gebeine in der
St.-Elisabeth-Deutschordenskirche in Marburg. Nach ihr wurden auch
zahlreiche andere Kirchen benannt, so in der Slowakei, wo die Stadt
Kaschau ihr den gotischen Dom widmete und ihr Bild in das Stadtwappen
aufnahm. Bildhauer und Maler von Riemenschneider bis Holbein haben sich
an ihrer Darstellung versucht; Franz Liszt widmete ihr sein Oratorium
„Die Legende von der heiligen Elisabeth".
Bibl.:
A. Hudak/L. Guszak: Karpatendeutsche Lebensbilder, Erlangen 1971; Josef
de Sonte und Josef Haltmayer: Elisabeth von Thüringen,
Deutschordensverlag, Altötting/Obb. 1976.
(1981)
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