Zu den
bedeutendsten
Vertretern
nordostdeutscher
Figuralmusik,
insbesondere
auf dem
Gebiet der
Choral- und
Liedbearbeitungen
sowie der
Weiterentwicklung
der Motette,
gehört
der 1626 in
Danzig als
Sohn des
Verladeunternehmers
David Erben
geborene
Johann
Balthasar
Erben. Schon
früh
beschäftigte
er sich mit
Musik, sodaß
Johann
Mattheson
bereits 1740
in seiner
„Ehrenpforte“
berichten
konnte, daß
Erben den
nur um ein
Jahr
jüngeren
späteren
Schütz-Schüler
und Dresdner
Vizekapellmeister
Christoph
Bernhard in
Danzig in
der Musik
unterrichtet
habe. Auf
einer fünf
Jahre
währenden
Studienreise,
die der
Danziger Rat
finanzierte,
lernte Erben
in Mittel-
und
Westdeutschland,
Holland,
Brabant,
Flandern,
England,
Frankreich
und Italien
sowohl in
den „Städten
alß bcy
Hoffen“
vorbildliche
Lehrer
kennen
(„meiner
Profession
wohlerfahrne
Meister“).
Auch erwähnt
er in seinen
Reiseberichten
eine
Begegnung
mit dem
Wiener Hof
Organisten
Johann Jacob
Froberger.
Von Rom aus
eilte Erben
1657 nach
Danzig und
bewarb sich
um die durch
den Weggang
von Kaspar
Förster frei
gewordene
Kapellmeisterstelle,
da er
„allewege“
seine „reflexion
auf diese
weitberühmte
Stadt
gehabt“. Am
14. Februar
1658 wurde
er in sein
Amt
eingeführt,
das er bis
zu seinem
Tod 1686
innehatte.
Von seiner
Amtszeit
schreibt
Erben 1683
in einer
Bittschrift
an den Rat
der Stadt
Danzig, daß
er „ohne
Ruhm zu
melden, mehr
als andere
gearbeitet“
habe. Er
verweist
dabei auf
seine
„künstlichen
Concerte und
erbaulichen
geistlichen
Lieder“,
„dergleichen
schlag (=
Art) von
keinem
elaboriret
(=
erarbeitet)
worden“. Nur
wenige
seiner
Kompositionen
sind im
Druck
erschienen
(vgl.
Artikel
„Erben“ in
„Die Musik
in
Geschichte
und
Gegenwart“,
Bd. 16,
Kassel
1979). Als
Manuskripte,
die es wert
wären,
ediert zu
werden, sind
von Erben in
der Düben-Sammlung
der
Universitätsbibliothek
Uppsala 14
lateinische
und 5
deutsche
Konzerte
erhalten. 3
weitere
deutsche
Konzerte
befinden
sich in der
Bokemeyer-Sammlung
der
Deutschen
Staatsbibliothek
in
Ost-Berlin.
Lit.: Hermann Rauschning, Geschichte
der Musik
und
Musikpflege
in Danzig,
Danzig 1931;
Franz Keßler,
Danziger
Kirchenmusik,
Vokalwerke
des 16. bis
18.
Jahrhunderts,
Neuhausen-Stuttgart
1973;
Friedhelm
Krummacher,
Artikel
„Erben“ in
Die Musik in
Geschichte
und
Gegenwart,
MGG, Bd. 16,
Kassel 1979,
Sp. 117ff.
Franz Keßler