Als die
britische
Königin 1961
dem
Ministerialdirektor
Dr. Hasso
von Etzdorf
das Agrement
als
Botschafter
der
Bundesrepublik
Deutschland
in London
erteilte,
nannte die
Frankfurter
Allgemeine
den
Nachfolger
des
Botschafters
von Herwarth
einen
kundigen
Diplomaten,
und die
Kieler
Nachrichten
hatten ihn
bereits ein
Jahr vorher
als „alten
Hasen" des
Auswärtigen
Amtes
vorgestellt.
Sein Vater
war von
1898-1906
Landrat des
Kreises
Elbing und
ebenfalls
von 1898 bis
1927
Generalbevollmächtigter
der
Kaiserlichen
Herrschaft
Kadinen am
Frischen
Haff im
Landkreis
Elbing, in
dem der
Landrat zwei
Güter besaß.
Seine Mutter
war
gebürtige
Elbingerin.
Hasso von
Etzdorf
besuchte das
Humanistische
Friedrich-Wilhelm-Gymnasium
in Berlin,
studierte
danach
Rechts- und
Staatswissenschaften
sowie
Geschichte
in Berlin,
Göttingen
und Halle
a.S. Im
Jahre 1921
bestand er
das
Referendarexamen
und
promovierte
1922 zum
Doktor der
Rechte. Nach
bestandenem
zweitem
Staatsexamen
1925 wurde
er zum
Gerichtsassessor
ernannt. Als
Hilfsrichter
ging Hasso
von Etzdorf
an das Amts-
und
Landgericht
nach
Königsberg/Pr.,
dann
besuchte er
1927 die
Akademie für
Internationales
Recht im
Haag, um
anschließend
1928, also
noch in der
Stresemann-Ära,
als Attaché
in das
Auswärtige
Amt in
Berlin
einzutreten.
Rund drei
Jahre später
bestand er
das
diplomatisch-konsularische
Staatsexamen.
Als junger
Legationssekretär
führte ihn
1931 der
Berufsweg an
die Deutsche
Botschaft in
Tokio.
Reichsaußenminister
Freiherr von
Neurath rief
ihn von dort
nach rund
drei Jahren
zurück und
ernannte von
Etzdorf zu
seinem
persönlichen
Sekretär.
Zwei Jahre
später wurde
er
Legationssekretär
an der
Deutschen
Botschaft in
Rom, von wo
er 1938 als
Legationsrat
in die
Personabteilung
des
Auswärtigen
Amtes
zurückkehrte.
Am 1. April
1939 zum
vortragenden
Legationsrat
befördert,
wurde er im
Oktober
desselben
Jahres der
„Vertreter
des
Auswärtigen
Amtes beim
Oberkommando
des Heeres"
bis Ende
1944 und
anschließend
bis
Kriegsende
Generalkonsul
in Genua. Im
Herbst 1939
verfaßte der
Diplomat
eine
Denkschrift,
deren
Original
nach 1945 in
Amerika
sorgfältig
aufgehoben
und z.B. von
General
Halder
bestätigt
wurde. In
dieser
Denkschrift
schrieb
Etzdorf,
Hitler müsse
rechtzeitig
vor dem
Westfeldzug
gestürzt
werden, weil
sonst keine
Verständigung
mit England
möglich wäre
und Amerika
in den dann
nicht mehr
zu
gewinnenden
Krieg
eintreten
würde.
Eine kluge
und mutige
Feststellung,
die von der
Entwicklung
bestätigt
wurde. Nach
dem
Zusammenbruch
arbeitet Dr.
von Etzdorf
zunächst als
Mitarbeiter
im Deutschen
Büro für
Friedensfragen.
Seine
Übernahme in
das neue
Auswärtige
Amt in Bonn
erfolgte
bereits
1950.
Nachdem er
hier
maßgeblich
am Aufbau
der
Länderabteilung
mitgewirkt
hatte, wurde
er drei
Jahre später
zum
Ministerialdirigenten
ernannt. In
Paris führte
er bald
darauf von
1953 bis
1955 als
Gesandter
die
deutsche
EVG-Delegation.
Schließlich
wurde
der
gebürtige
Elbinger
zur
Westeuropäischen
Union
(WEU) in
London
beurlaubt,
bei der er
bis 1956 als
Stellvertretender
Generalsekretär
tätig war.
Anschließend
wurde 1956
der
Berufsdiplomat
zum
erstenmal
Botschafter
der
Bundesrepublik
Deutschland,
um sie in
der
kanadischen
Hauptstadt
Ottawa zu
vertreten.
Dann
übernahm er
1958 im
Auswärtigen
Amt als
Ministerialdirektor
die Leitung
der
Abteilung 3
(West II).
In dieser
Eigenschaft
wurde der
zurückhaltende
Diplomat
recht
bekannt, als
er nach
Conakry
entsandt
wurde, um
von
Staatspräsident
Sekou Toure
persönlich
zu erfahren,
ob Guinea
Pankow
anerkannt
habe oder
nicht. Er
konnte die
Versicherung
des
afrikanischen
Präsidenten
mitbringen,
daß dies
nicht der
Fall war.
Die
anglo-amerikanische
Welt ist
immer das
Arbeitsgebiet
Dr. Hasso
von Etzdorfs
gewesen. Die
Zeit als
Botschafter
in London
war daher
die Krönung
seiner
Arbeit. Er
konnte dort
an einer
Aufgabe
weiterarbeiten,
die er sich
in der
Nachkriegszeit
gestellt
hatte, und
die von der
Geschichte
dem
deutschen
und dem
britischen
Volk
gestellt
worden war:
Die
Schaffung
enger
unauflösbarer
deutsch-englischer
Beziehungen.
Für von Dr.
Etzdorf ist
dies ein
Herzensanliegen
gewesen. Er
blieb auf
seinem
Londoner
Posten bis
zur
Pensionierung
Ende März
1965. Oft
waren in
London seine
beträchtlichen
diplomatischen
Fähigkeiten
und
Erfahrungen
auf eine
harte Probe
gestellt.
Seine
Londoner
Tätigkeit
dauerte 3 ½
Jahre. In
dieser Zeit
galt es
einen guten
Kontakt mit
drei
Premierministern
–
MacMillan,
Home und
Wilson – zu
halten sowie
mit vier
Außenministern
– Home,
Butler,
Gordon
Walker und
Stuart.
Während
dieser Zeit
mißlang der
Beitritt
Großbritanniens
zur
Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft,
weil de
Gaulle ihn
nicht
wollte, mit
dem aber
gerade
Bundeskanzler
Adenauer
einen
Freundschaftsvertrag
unterzeichnet
hatte. Wenn
damals keine
nachhaltige
Trübung der
deutsch-englischen
Beziehungen
eintrat, so
ist dies
wohl auch
ein
Verdienst
des
deutschen
Botschafters.
Als Königin
Elisabeth
II. im Mai
1965
erstmals die
Bundesrepublik
Deutschland
besuchte,
war der
inzwischen
pensionierte
Botschafter
ihr
Ehrenbegleiter.
Der
hochausgezeichnete
Botschafter
wurde damals
von der
Königin zum
Knights
Grand Cross
of the
Victorian
Order
ernannt.
Später
übernahm Dr.
von Etzdorf
noch für
mehrere
Jahre eine
diplomatische
Aufgabe für
den Vorstand
des
Aktienvereins
Gutehoffnungshütte
in
Oberhausen.
Über sein
Bekenntnis
zur
westpreußischen
Heimat gäbe
es viel zu
berichten.
Er war u.a.
auch
Mitglied im
Kuratorium
der
Gesellschaft
zur
Vorbereitung
des
Nicolaus-Copernicus-Jahres
1973.
Hans-Jürgen
Schuch