Daniel Gabriel Fahrenheit
war nicht
nur ein
begabter
Erfinder,
sondern wohl
mehr noch
einer der
bedeutendsten
Physiker
seiner
Epoche,
obwohl
gerade diese
letzte
Eigenschaft
bis heute
noch zu
wenig
Anerkennung
findet. Er
war der oder
zumindest
einer der
Begründer
der
wissenschaftlichen
Thermometrie,
indem er
Fixpunkte
(also Punkte
auf der
Thermometerskala,
die stets
gleich
bleiben, wie
etwa der
Schmelzpunkt
des Eises,
die
Körperwärme
eines
gesunden
Menschen
oder der
Siedepunkt
des Wassers)
für die
Eichung von
Thermometern
einführte.
Damit gelang
es ihm um
1714 zum
ersten Mal,
zwei
Thermometer
herzustellen,
die bei
gleicher
Außentemperatur
auch
wirklich den
gleichen
Temperaturwert
auf ihren
Skalen
anzeigten.
Ab 1720 etwa
benutzte er
Quecksilber
als
Thermometer-Substanz,
das
wesentlich
besser
geeignet war
als die bis
dahin
verwendeten
Füllsubstanzen
wie Luft,
Wasser,
Leinöl
oder
gefärbter
Alkohol.
Fahrenheit erfand eine
Thermometer-Skala,
die damals
in Holland
und in
Deutschland,
heute noch
in England
und in den
USA
Verwendung
findet.
Diese
Fahrenheit-Skala
reicht von 0°
F (0 Grad
Fahrenheit)
bis 212° F,
und es
entsprechen
32° F dem
heute
üblichen 10°
C und 212° F
dem Punkt
100° C (100
Grad
Celsius).
Die
Meßzahlen
der
Fahrenheit-
und der
Celsius-Skala
verhalten
sich wie
9:5, d.h.
9° F
entsprechen
jeweils 5°
C.
Er entdeckte
außerdem die
Abhängigkeit
des
Siedepunktes
einer
Flüssigkeit
vom jeweils
herrschenden
Luftdruck
und die
Tatsache,
dass eine
Flüssigkeit
unter ihren
Gefrierpunkt
abgekühlt
werden, ohne
daß sie in
den festen
Zustand
übergeht, in
den Jahren
1724, da
beide
Entdeckungen
in diesem
Jahre im
Druck
erschienen.
Mit Hilfe
dieser
physikalischen
Kenntnisse
konstruierte
er Barometer
zur Messung
des
Luftdrucks,
erfand
Aräometer
zur
Bestimmung
des
spezifischen
Gewichts von
Flüssigkeiten
und ein
Thermobarometer,
das als
Hypsobarometer
auch zur
Höhenbestimmung
dienen
konnte.
In seinen
letzten
Lebensjahren
in Amsterdam
konstruierte
er eine
Wasserrohrmühle,
eine
„Zentrifugalmaschine“,
zur
Entwässerung
überfluteter
Landstriche,
deren
Konstruktionsprinzip
bisher aber
nicht
aufgefunden
werden
konnte,
obwohl er
darauf in
Holland ein
Patent für
15 Jahre
erhalten
hat.
Die Vorfahren Fahrenheits
waren aus
Niedersachsen
und
Westfalen
nach Königsberg
in Preußen
eingewandert,
sein
Großvater
zog 1650 vom
dortigen
Kneiphof
nach Danzig,
wo Daniel
Gabriel
Fahrenheit
als
zweitältestes
von 10
Kindern 1686
in der
Hundestraße
geboren
wurde. Sein
Vater war
ein relativ
wohlhabender
Kaufmann in
der damals
Weltgeltung
besitzenden
Handels- und
ehemaligen
Hansestadt
Danzig. Mit
15 Jahren
verlor er am
gleichen Tag
beide Eltern
und mußte
als ältestes
der
überlebenden
5 Kinder
eine
Kaufmannslehre
in Amsterdam
antreten.
Diese Lehre
hat er
offensichtlich
nie gewollt,
und sie
kostete ihn
auch mit
großer
Wahrscheinlichkeit
seine
spätere
Karriere als
Wissenschaftler.
Unmittelbar
nach
Beendigung
seiner
Lehrzeit im
Jahre 1706
hatte er
seine
ersten, noch
mit
Weingeist
gefüllten
Thermometer
fertiggestellt.
Er
verschickte
sie in
nördliche
Länder, um
Temperaturmessungen
zu erhalten.
Selber
reiste er
nach
Schweden und
Dänemark, wo
er mit dem
bekannten
Astronomen
Öle Römer
zusammenarbeitete.
Im Jahre
1711 reiste
er nach
Königsberg
und nach
Mitau in
Kurland,
hielt sich
aber auch
für längere
Zeit in
seiner
Vaterstadt
Danzig auf
und
experimentierte
hier mit dem
Professor
der
Mathematik
Paul Pater.
Vor allem
erfand er
Kältemischungen
aus Schnee,
Wasser und
Salzen, um
einen
geeigneten
Nullpunkt
für seine
Thermometer-Skala
festlegen zu
können. Drei
Jahre später
reiste nach
Berlin und
Dresden, wo
er in den
Glashütten
selber Rohre
für seine
Thermometer
herstellte,
und nach
Halle, wo
Professor
Wolff
erstmals
über zwei
stets
gleiche
Temperaturen
anzeigende
Thermometer
berichtete,
die er von
Fahrenheit
erhalten
hatte. Da er
eine
passende
Stellung in
Deutschland
offenbar
nicht finden
konnte,
reiste er
1714 nach
Amsterdam,
wo er für
den Rest des
Lebens
wirkte. Er
hielt hier
naturwissenschaftliche
Vorlesungen
wohl auf
privater
Basis, und
festigte
seinen Ruf
als sehr
geschickter
Instrumentenbauer
und nahezu
genialer
Experimentator,
wie
zeitgenössische
Quellen
berichten.
Mit
zahlreichen
Gelehrten
stand et in
enger
Verbindung,
vor allem
mit dem
Chemiker
Boerhave in
Leyden,
dem Physiker
Musschenbroek
in Utrecht
und dem
Mathematiker
und Astronom
s'Gravesande
in Den Haag.
Auch mit
Leibniz
hatte er
noch von
Deutschland
aus Kontakte
gehabt. Im
Sommer 1736
reiste er
nach Den
Haag, um das
Privileg für
seine
Wasserrohrmühle
durchzusetzen.
Hier
erkrankte er
jedoch und
verstarb am
16.
September in
einem
Gasthaus.
Sein
Testament
und die
Auflösung
seiner
Wohnung in
Amsterdam
zeigten, daß
Fahrenheit
verarmt
gestorben
ist: Sein
väterliches
Erbe war
aufgebraucht,
und seine
Erfindungen
hatten
Nachahmer
billiger
verkauft als
er selber.
Die
wohl größte
Ehrung für
einen
Naturwissenschaftler
der
damaligen
Zeit ist
auch die
einzige, von
der wir
wissen: Im
Jahre 1724 l
wurde
Fahrenheit
zum Mitglied
der
berühmten
Londoner
Royal
Society
gewählt, in
ihren „Philosophical
Transactions“
vom gleichen
Jahre hat er
fünf
Beiträge
veröffentlicht,
die sein
Schaffen
kennzeichnen.
Lit.:
A. Momber:
D. G.
Fahrenheit.
Sein Leben
und Wirken,
in:
Schriften
der
Naturforschenden
Gesellsch.
in Danzig,
N.F. Bd.
VII, 1890;
F.A. Meyer:
Finale eines
Frühvergessenen.
Westpreußen-Jahrb.
1966; H.-J.
Kämpfert:
300 Jahre
Fahrenheit,
in: Westpreußen-Jahrbuch
1986, Bd.
36, Münster,
1985.
Hans-Jürgen
Kämpfert