Im
vertrauten
persönlichen
Gespräch
lenkte
Albert
Ferenz oft
das Thema
auf seine
frühe
Vergangenheit
in
Oberschlesien,
erzählte er
von seiner
glücklichen
Kindheit in
Groß-Hoschütz,
wo er am 2.
Dezember
1907 als
Sohn eines
Dachdeckermeisters
geboren
wurde und
die
Volksschule
besuchte,
danach die
deutsche
Bürgerschule
in Troppau.
Sein
handwerkliches
Rüstzeug
erwarb er
sich ab 1925
in einer
Dekorationsmalerlehre
(Abschluss
mit Diplom
„Auszeichnung“).
Auch an den
Besuch der
Kunstgewerbeschule
in Breslau
bis 1936
erinnerte er
sich
dankbar. Er
restaurierte
in der Folge
die Fresken
der
Jesuitenkirche
und die
profanen
Fresken in
der
Bibliothek
des
Minoritenklosters
zu Troppau,
die
Barockfresken
in seiner
Heimatkirche
zu
Groß-Hoschütz
und die
Fresken des
Palais
Waldstein im
nordböhmischen
Dux.
Nebenbei
legte er die
Sgraffiten
im Fürst
Liechtensteinschen
Schloss
Ullersdorf
frei. Neben
Porträts und
Landschaften
schuf er in
dieser Zeit
selbst
Fresken,
z.B. in den
Kirchen zu
Schillersdorf/Hultschin
sowie
Füllstein
bei
Jägerndorf
und für zwei
Kirchen in
der
Slowakei.
Und dann mit
einem
bitteren
Unterton:
„1942 wurde
ich zur
deutschen
Wehrmacht
eingezogen
und
Weihnachten
1945 aus der
russischen
Kriegsgefangenschaft
nach
Österreich
entlassen.
In meine
Heimat
konnte ich
nicht wieder
zurück. Dort
verlor ich
außer meinem
Elternhaus
mein ganzes
Vermögen,
mein Atelier
mit dem
gesamten
künstlerischen
Werk.
Lastenausgleich
habe ich
weder
beantragt
noch
erhalten.
Irgendwelche
finanzielle
Unterstützung
wurde mir
nicht
zuteil.“
Nach kurzer
Zeit als
Assistent an
der
Restauratorenanstalt
in Graz ging
Albert
Ferenz an
die
Kunstakademie
in Wien und
lebte dort
als freier
Maler. Im
Jahre 1952
übersiedelte
er nach
München, wo
er bis zu
seinem Tode
am 16.3.1994
als
freischaffender
Künstler und
als
Restaurator
tätig sein
sollte. In
der
bayerischen
Kulturszene
nahm er bald
eine
herausragende
Rolle ein.
Seine Werke
zeigte er in
Einzelausstellungen,
und
alljährlich
nahm er an
der
Großen
Kunstausstellung
im Münchener
Haus der
Kunst teil,
deren
Jurymitglied
er war,
ferner an
Ausstellungen
des
Kunstvereins,
der
Künstlergilde,
die die
ostdeutschen
Kunstschaffenden
vertritt,
sowie des
Berufsverbandes
bildender
Künstler. In
Deutschland
stellte er
in Dresden,
Bamberg,
Augsburg,
Esslingen,
Leverkusen,
Berlin u.a.
aus.
Hervorgehoben
seien seine
Ausstellungen
im
Regensburger
Museum
Ostdeutsche
Galerie, im
Oberschlesischen
Landesmuseum
in
Ratingen-Hösel
(Kunst in
Schlesien –
Künstler aus
Schlesien),
im Kölner
Gürzenich
(„Künstler
aus
Oberschlesien“)
sowie die
Ausstellung
Albert
Ferenz –
Maler und
Graphiker
im Haus des
Deutschen
Ostens in
Düsseldorf,
dem heutigen
Gerhart-Hauptmann-Haus,
anlässlich
der
Verleihung
des
Oberschlesischen
Kunstpreises
an den
Künstler.
Außer diesem
Preis
erhielt er
noch
folgende
Auszeichnungen:
Sudetendeutscher
Kulturpreis,
Seerosenpreis
für Bildende
Kunst
der Stadt
München,
Schwabinger
Kunstpreis
für Malerei
und Grafik
sowie die
Goldmedaille
Italia
2000
beim
Wettbewerb
in Neapel
und den
Preis für
die
Förderung
der
Porträtkunst
der
Bayerischen
Akademie der
Künste. Bis
nach
Südamerika
ging sein
Ruhm, wo er
mit seiner
Ausstellung
große
Anerkennung
fand.
Eines Tages
erhielt
Albert
Ferenz ein
Gemälde, das
ein
böhmischer
Baumeister,
der in
Troppau
beschäftigt
war, aus den
Trümmern des
Hauses der
Familie
Ferenz
gerettet
hatte. Große
Überraschung
und Freude
des
Künstlers:
Es ist das
Porträt der
Mutter
(1940), das
einzige
Erinnerungsstück
aus seinem
Frühwerk, in
einem
soliden
Realismus
und einer
tonigen
Palette
gemalt. In
den
folgenden
Jahren
änderte sich
der Stil des
Malers
sichtlich.
Der
Farbauftrag
wird freier,
die
Farbskala
heller,
bunter, als
hätte der
Impressionismus
Pate
gestanden.
Bisweilen
entstehen
geometrisch
konzipierte
Kompositionen
in Ölfarbe,
während die
Aquarelle
dem Wesen
der
Wasserfarbe
entprechend
transparenter
und
malerischer
erscheinen.
Vier Jahre
nach der
Geburt des
Albert
Ferenz
entstand das
erste
sogenannte
abstrakte
Bild des
Wassily
Kandinsky.
Der
ostschlesische
Künstler ist
also
Zeitgenosse
einer neuen
revolutionären
Kunstbewegung.
Er konnte
sich weder
mit diesem
abstrakten
Stil
anfreunden,
noch mit dem
später
eintretenden
Tachismus,
der die
westdeutschen
Galerien
überflutete,
oder dem
Sozialistischen
Realismus
der DDR.
Ferenz ließ
sich von der
Natur
anregen, die
er jedoch
nicht
fotografisch
kopierte,
sondern in
Kunstwerk
umsetzte.
Dabei spielt
die
technische
Perfektion
eine
wichtige
Rolle.
So wie das
verwendete
Material des
Künstlers
mannigfaltig
ist
(Ölfarbe,
Aquarell,
Zeichnung,
Lithografie,
Siebdruck,
Sgraffito,
Fresko,
Glasmalerei),
ist auch der
thematische
Bogen weit
gespannt:
von der
freien
Landschaft
und dem
Architekturbild
bis zur
figuralen
Komposition.
Das Porträt
nimmt einen
wichtigen
Platz ein
und hat dem
Maler
zahlreiche
Aufträge von
Persönlichkeiten
aus Politik
und Kultur
eingebracht.
Anlässlich
seiner
Ausstellung
in der
Ostdeutschen
Galerie
Regensburg
1977 äußerte
er sich wie
folgt:
„Ich
arrangierte
mehrere
Kollektivausstellungen.
Dabei wurden
von Museen,
Stadtgemeinden
und
Privatsammlungen
Bilder
erworben,
u.a. vom
Kaiser-Friedrich-Museum
der
Bildenden
Kunst in
Breslau, vom
Stadtmuseum
in Ratibor,
von den
Landesmuseen
in Troppau
und in
Reichenberg,
von den
Stadtgemeinden
in Wien,
Prag,
Berlin,
Liegnitz u.a.“
Albert
Ferenz war
ein starke
und
vielseitige
Persönlichkeit,
der
künstlerisch
seinen
eigenen Weg
ging. Seine
Heimat nie
vergessend
setzte er
sich für
seine
Kollegen
gerne ein
und baute
Brücken
zwischen
West und
Ost.
Bild:
Privatarchiv
des Autors.
Günther Ott