Der im
Hultschiner
Ländchen
geborene
Künstler,
einziges
Kind eines
Dachdeckermeisters,
ist in
seinem Wesen
und Werk
geprägt von
preußischer
Strenge und
österreichischer
Heiterkeit.
Nachdem das
Hultschiner
Ländchen
1920 in die
Tschechoslowakei
eingegliedert
wurde,
besuchte
Ferenz in
Troppau die
deutsche
Bürgerschule
und erlernte
dort das
Dekorationsmalerhandwerk,
in dem er
die
Gesellenprüfung
mit
ausgezeichnetem
Ergebnis
ablegte.
Seine
künstlerische
Begabung
führte dazu,
daß er 1930
das Studium
an der
Kunstgewerbeschule
in Breslau
aufnahm.
Seine Lehrer
waren die
Professoren
Gebhard
Uttinger und
Ludwig Peter
Kowalski.
1931 setzte
er seine
Ausbildung
an der
Akademie der
Bildenden
Künste in
Wien fort
und schloß
sie 1936 mit
dem Titel
„Akademischer
Maler“ ab.
Seine Wiener
Lehrer waren
die
Professoren
Hans Larwin
(allgemeine
Malerei) und
Robert
Eigenberger
(Restaurierung).
Nach dem
Studium
lebte Ferenz
als
freischaffender
Maler in
Troppau.
Seine
gediegenen
Kenntnisse
als
Restaurator
verschafften
ihm bald
verantwortungsvolle
Aufträge.
In den
Jahren
1936-1942
restaurierte
er die
wertvollen
Fresken in
der
Troppauer
Jesuitenkirche,
die profanen
Fresken von
Josef
Matthias
Lassler in
der
Bibliothek
des
Minoritenklosters
in Troppau,
die barocken
Fresken von
Franz Anton
Sebastini in
der Groß
Hoschützer
Pfarrkirche
und die von
Wenzel
Lorenz
Rainer im
Palais
Waldstein zu
Dux.
Außerdem
legte er die
Sgraffiti im
Fürst
Liechtensteinschen
Schloß zu
Ullersdorf
frei und
schuf selbst
mehrere
Kirchenfresken
in
Schillersdorf,
Füllnstein
und anderen
Orten.
1942 zur
deutschen
Wehrmacht
einberufen,
geriet
Ferenz in
russische
Kriegsgefangenschaft,
aus der er
1945 nach
Österreich
entlassen
wurde. Da
dem Künstler
die Rückkehr
in die
Heimat
versagt war,
arbeitete er
zunächst als
Assistent an
der
Landesrestaurieranstalt
in Graz, bis
er 1948 nach
Wien
übersiedelte.
Hier erhielt
er
ehrenvolle
Freskoaufträge.
So durfte er
großflächige
Fresken im
Altarraum
der
Friedenskirche
im X. Bezirk
und der
Taborkirche
im II.
Bezirk
gestalten.
Während der
Wiener Zeit
entwickelte
sich Ferenz
zum Meister
in der
Porträtkunst.
Damals
entstanden
Bildnisse
namhafter
Persönlichkeiten,
u.a. des
österreichischen
Bundeskanzlers
Dr. Leopold
Figl, der
Minister
Puchinger
und Reitter,
des
Preßburger
Bischofs Dr.
Cmetko, des
Grazer
Domkapellmeisters
Prof. Dr.
Anton Lippe,
des
Kammersängers
Constantin
von Coreji
von der
Budapester
Staatsoper,
des Grazer
Dichters
Casseckert
und des
Kunsthistorikers
Prof. Dr.
E.W. Braun.
1952
verlegte
Ferenz
seinen
Wohnsitz
nach
München, wo
er sich als
freischaffender
Künstler und
Restaurator
bald großes
Ansehen
erwarb.
Regelmäßig
beteiligt er
sich dort
seit 1953 an
der „Großen
Kunstausstellung“
im Haus der
Kunst und
wirkte
jahrzehntelang
in deren
Jury mit.
1959 war er
maßgeblich
an der
Gründung der
Künstlervereinigung
„Die
Unabhängigen“
beteiligt.
Außerdem
gehört er
dem 1950
entstandenen
Künstlerkreis
„Seerose“
an. Unter
dem Eindruck
zahlreicher
Studienreisen
in den Süden
verlagerte
sich der
Schwerpunkt
des
Schaffens
auf die
Darstellung
von
Landschaften.
Dennoch
entstanden
daneben
Bildnisse
bekannter
Zeitgenossen,
z.B. des
Münchener
Bildhauers
Lothar
Dietz, des
Dirigenten
Prof. Karl
Böhm, des
Komponisten
Dr. Heinrich
Simbriger,
des
Regensburger
Museumsdirektors
Dr. Walter
Boll und des
Parlamentariers
Dr. Herbert
Czaja.
Ferenz ist
ein
vielseitiger
Künstler
sowohl
hinsichtlich
der Technik
und des
Materials
(Aquarell,
Fresko,
Glasmalerei,
Holzschnitt,
Lithographie,
Ölfarbe,
Sgraffito,
Siebdruck)
als auch der
Themen
(Landschaften,
Porträts,
Stilleben,
figurale
Kompositionen).
Bilder von
Ferenz waren
und sind auf
vielen
bedeutenden
Ausstellungen
in der
Bundesrepublik
Deutschland,
in Europa
und Übersee
zu sehen.
Seine
Gemälde und
Grafiken
befinden
sich in
staatlichem,
kommunalem
und privatem
Besitz. Der
Überblick
über eine
nahezu
50jährige
künstlerische
Tätigkeit
zeigt, daß
Ferenz ein
nach Umfang
und
Bedeutung
beachtliches
Œuvre
geschaffen
hat. Leider
umfaßt es
nicht mehr
seine bis
1942
entstandenen
Arbeiten,
etwa 300
Gemälde und
ungefähr
2000 Blätter
Grafik, die
der Künstler
mit dem
Verlust der
Heimat und
seines
Troppauer
Ateliers
eingebüßt
hat,
ausgenommen
ein
altmeisterlich
gemaltes
Porträt
seiner
Mutter
(1940). Die
Preise, die
Ferenz
zuerkannt
wurden, sind
Ausdruck der
Wertschätzung
seines
künstlerischen
Schaffens:
1964 erhielt
er den
Förderpreis
für Malerei
des
Sudetendeutschen
Kulturpreises.
Im selben
Jahr wurde
ihm von der
Bayerischen
Akademie der
Schöner
Künste in
einem
Porträtwettbewerb
ein Preis
zuerkannt.
1971 wurde
das Bildnis
„Lothar
Dietz“ beim
internationalen
Wettbewerb
„Italia
2000“ in
Neapel mit
der Großen
Goldmedaille
ausgezeichnet.
Im Juni 1980
ehrte ihn
die
Landeshauptstadt
München mit
dem
Seerosenpreis
für bildende
Kunst, und
im November
des gleichen
Jahres
erhielt
Ferenz den
Hauptpreis
des
Oberschlesischen
Kulturpreises
des Landes
Nordrhein-Westfalen.
Lit.:
Ausstellungskatalog
„Albert
Ferenz“,
Ostdeutsche
Galerie
Regensburg
1978 Günter
Ott,
„Künstlerprofile
I“, S.
67-69,
Düsseldorf
1980;
Monographien
de
Künstlergilde,
Bd. 20,
München
1981.
Waldemar
Zylla (1987)