Joachim
Fernau
verließ mit
seiner
Mutter als
Zehnjähriger
seine
Heimatstadt,
bevor sie
1920
polnisch
wurde, und
zog nach
Hirsch(Schlesien).
Nach dem
Besuch des
humanistischen
Gymnasiums
studierte er
in Berlin
Philosophie.
Danach wurde
er
Journalist
und
arbeitete im
Ullstein-Verlag.
Von 19391945
nahm er als
Soldat am
Zweiten
Weltkrieg
teil. Erst
spät begann
er zu
schreiben.
Der Autor
war
verheiratet
und lebte
als freier
Schriftsteller
abwechselnd
in München
und Florenz.
Dem
vielseitigen
Bestsellerautor
danken wir
eine Reihe
Erzählungen,
Romane und
historische
wie
kunstgeschichtliche
Sachbücher.
Mit
untrüglichem
Gespür für
das
Gegenwärtige
in der
Geschichte
gelang es
ihm, in dem
ihm eigenen
Stil
„trockene“
Geschichte
offenherzig
und
hintergründig,
amüsant und
lehrreich zu
vermitteln.
In seinen
Büchern
erweist er
sich als
Historiker
und
Kunstgeschichtler,
als
Philosoph
und
Psychologe
mit eigenem
Augenmaß und
subjektiven
individuellen
Wertvorstellungen
sowie als
Meister
einer mit
Heiterkeit
und
feinfühliger
Ironie, mit
Mitgefühl
und
Weitblick
gemischten
Erzählkunst.
Mit spitzer
Feder und
Wagemut
greift er
ein
breitgefächertes
Themenfeld
auf. In
unbeirrbar
gradliniger
(politischer)
Konzeption
zielt er auf
das Bewahren
des
Vernünftigen
und des
Guten im
Geistigen
wie im
Alltäglichen
und nicht
auf das
Verwerfen
und
Verändern um
des
„Fortschrittes“
willen. „Es
gibt kaum
einen
zweiten
Schriftsteller,
der so
unabhängig
im Denken
und mutig
gegen
Vorurteile
von links
und rechts
und gegen
alte
Götzenbilder
geschrieben
hätte“,
heißt es in
einer
Besprechung.
Aus seiner
Feder
stammen als
historische
Darstellungen:
„Deutschland,
Deutschland
über alles.
Die deutsche
Geschichte“
(1952),
„Rosen für
Apoll. Die
Geschichte
der
Griechen“
(1962),
„Cäsar läßt
grüßen. Die
Geschichte
der Römer“
(1971),
„Halleluja.
Die
Geschichte
der USA“
(1977) und
„Sprechen
wir über
Preußen.
Geschichte
der armen
Leute“
(1981).
Seine
kunstgeschichtlichen
Werke sind:
„Knaurs
Lexikon
Alter
Malerei“
(1958), „Und
sie schämten
sich nicht“
(1958) sowie
„Wie es euch
gefällt.
Eine
lächerliche
Stilkunde.“
(1969). Zu
seinen
Romanen
zählen: „Die
jungen
Männer“
(1960), „Diesteln
für Hagen.
Die
Bestandsaufnahme
der
deutschen
Seele.“
(1966), „Ein
Frühling in
Florenz“
(1973) und
„Wie schön
war es in
Marienbad“
(1982). An
Erzählungen
sind
erschienen:
„Bericht
über die
Fruchtbarkeit
und Größe
der Männer“
(1953), „Die
Genies der
Deutschen“
(1953),
„Weinsberg
oder die
Kunst der
stacheligen
Liebe“
(1963), „Der
Gottesbeweis“
(1967), „Die
treue
Drakerin“
(1974), „Die
Gretchenfrage.
Varianten
über ein
Thema von
Goethe“
(1979),
„Komm nach
Wien, ich
zeig dir
was. 2000
Jahre Wiener
Mädel“
(1981), „Sappho,
ein
griechischer
Sommernachtstraum“
(1986) und
„Hauptmann
Pax“ (1987).
An kleineren
Schriften
sind die
„Brötchenarbeit“
(1970) und
„Ernst und
Schabernack“
(1976) zu
nennen.
Ferner
erschienen
als
Lyrikbände:
„Suite Nr.
l“ (1960)
und „Mein
dummes Herz“
(1980). Mit
seinem Roman
„Ein
wunderbares
Leben“
(1975), der
autobiographische
Züge
enthält,
setzte er
seiner
ostdeutschen
Heimat ein
Denkmal.
Sein Talent
als Zeichner
und
Kunstmaler
verrät
Gustav René
Hocke mit
dem Buch
„Joachim
Fernau. Sein
malerisches
Werk“ (1976).
Postum
erschienen:
„Und er sah,
dass es gut
war. Das
Alte
Testament
erzählt“
Fragment
(1989),
„Herztöne.
Ein Lesebuch
für Freunde“
(1989 hg. v.
Gabriele
Fernau),
„Was halten
Sie vom
Alten Fritz
und anderes
Kleingedrucktes“
(1990 hg. v.
Gabriele
Fernau); „In
dem Hause
auf dem
Berge ...,“
Briefwechsel
mit Lesern
(1992 hg. v.
Gabriele
Fernau),
„Wo bitte
geht's zu
Raffael und
andere
Kunstgeschichten“
(1995 hg. v.
Gabriele
Fernau),
„Liebe hin,
Liebe her.
Ein
sinnlicher
Spaziergang
durch die
Geschichte“
(2001 hg. v.
Gabriele
Fernau).
Ein Großteil
seiner Werke
ist auch als
Taschenbuch
erschienen.
Lit.:
Kürschners
Deutscher
LiteraturKalender
1984; Wer
ist wer
1987/88;
Wilfried
Samel:
Joachim
Fernau 70
Jahre, in:
Bromberg Nr.
60, 21.
Jahrg.,
September
1979, S. 15
f.
Hugo Rasmus