Ignaz Aurel
Feßler
wurde am 18.
Mai 1756 im
damaligen
westungarischen
Zurndorf
(ung. Zurány),
heute in
Burgenland,
geboren.
Sein
ursprünglicher
Taufname war
Ignaz. Den
zweiten
legte er
sich 1791
zu, als er
von der
katholischen
zur
lutherischen
Kirche
übertrat.
Den zweiten
Vornamen
nahm er
darum an, um
seine
Zuneigung
zum großen
Kirchenlehrer
Aurelius
Augustinus
zu
dokumentieren.
Wie dieser
wollte auch
Feßler ein
ewiger
Wahrheitssucher
sein. Und da
tat sich in
seiner Seele
schon ein
tiefer Riß
auf. Sein
Biograph,
Prof. Dr.
Johann Koszó,
meint, daß
Feßler trotz
seiner
Konvertierung
im Herzen
immer ein
Katholik
geblieben
sei.
Seine
Jugendzeit
war
überschattet
von der
Barockzeit,
die damals
in Wien noch
in Hochblüte
stand. Der
Knabe Feßler
legte eine
außerordentliche
Frömmigkeit
an den Tag
und ging in
Jesuitentracht,
um einst
selbst
Jesuit zu
werden.
Darin
bestärkte
ihn auch
seine fromme
Mutter, der
es recht
gewesen
wäre, wenn
ihr Sohn
Priester
würde. Die
Jesuiten
haben ihn
abgelehnt,
die
Kapuziner
nahmen ihn
auf. Die
ersten
Klosterjahre
verbrachte
er in
Ungarn,
wobei zu
bemerken
ist, daß es
nur eine
österreichisch-ungarische
Provinz der
Kapuziner
und der
meisten
Orden gab.
Nachdem er
mehrere
Jahre in
ungarischen
Klöstern
verbracht
hatte,
geriet er,
unter dem
Einfluß
eines
ungarischen
Magnaten,
unter den
Einfluß der
Aufklärer,
die seinem
Leben im
Kloster eine
ganz andere
Richtung
gaben. Aber
auch
Historiker
des In- und
Auslandes
haben auf
ihn
eingewirkt.
Das
Schicksal
wollte es,
daß er die
entscheidenden
Jahre seiner
geistigen
Entwicklung
im Wiener
Kapuziner
Kloster
verbrachte,
und zwar
unter dem
aufklärerischen
Kaiser
Joseph II.
Von ihm
erhoffte
sich der
junge
Kapuziner
eine
Lockerung
der strengen
Klosterzucht.
So geriet er
in Wien
alsbald
unter den
Einfluß der
Aufklärer
und der
Jansenisten.
Zum
erstenmal
erregte er
mit seiner
aufklärerischen
Broschüre
„Was ist der
Kaiser?“
Aufsehen
(1782).
Trotz dieser
Schrift
ernannte ihn
Joseph II.
zunächst zum
Lektor, dann
zum
Professor
der
Lemberger
Universität.
Im Mai 1785
trat Feßler
in die
hiesige
Freimaurerloge
ein. Dieser
Schritt
brachte ihn
mit den
bedeutendsten
Männern
seiner Zeit
in
Verbindung,
der u.a.
ausgedehnte
Reisen ins
Ausland zur
Folge hatte.
Als
Schriftsteller
war Feßler
sehr
fruchtbar,
Historiker,
Dramatiker
und
Romancier in
einer
Person. Sein
Hauptwerk
ist die
„Geschichte
der Ungarn
und ihrer
Landsassen“,
1815-1825 in
Leipzig in
10 Bänden
erschienen.
Sie fand in
den
gebildeten
Kreisen
wegen ihrer
quellenkritischen
Einstellung
eine sehr
günstige
Aufnahme.
Außerdem
hatte Feßler
eine gewisse
Vorliebe für
einzelne
Helden der
ungarischen
Geschichte.
Er starb als
Superintendent
der ev.
Kirche in
Rußland in
St.
Petersburg.
Lit.:
Johann Koszó,
Ignaz Aurel
Feßler.
Der
Romanschriftsteller
und
Historiker.
Budapest
(Ofenpest)
1923. Hier
weitere
Literaturhinweise
(ung.). –
Peter Barton,
Ignatius
Aurelius
Fessler.
Zwischen
Barockkatholizismus
und
Erweckung.
Verlag
Hermann
Böhlau, Wien
1969, 634 S.
Anton
Tafferner