Dem Vater,
der
mindestens
von 1822 bis
1835
Kreisgerichtsrat
in Thorn
war, wurde
1846 vom
preußischen
König der
erbliche
Adel
verliehen.
Nach der
Schulzeit
bereitete
Richard sich
durch
praktische
Arbeit auf
das
Ingenieurstudium
vor, das er
dann drei
Jahre lang
bis 1859 auf
dem
Polytechnikum
in Berlin
betrieb. Als
junger
Ingenieur
arbeitete er
ab 1860 bei
der Firma
Siemens &
Halske in
Berlin, ging
aber schon
1861 zur
Zweigfirma
Siemens
Brothers
nach London
und
spezialisierte
sich dort
auf das
damals neue
Gebiet der
Elektrotechnik.
Nach
vorübergehender
Tätigkeit
als
Regierungsingenieur
in der
Republik
Haiti
(1861-1862)
baute
Fischer im
Jahre 1863
für Siemens
und Reuter
in Irland
eine
Telegraphenlinie
zwischen
Crookhaven
und Cork,
die
besonders
der
Übermittlung
von
Depeschen
aus dem
nordamerikanischen
Sezessionskrieg
(1861-1865)
dienen
sollte. Doch
noch im
selben Jahr
wurde er mit
dem Bau
eines
Telegraphen
in Paraguay
beauftragt,
des ersten
in
Südamerika.
Die
Regierung
Paraguays
hatte die
große
wirtschaftliche,
strategische
und
politische
Bedeutung
des
Telegraphen
erkannt, so
dass die
unter
Fischers
Leitung
errichtete
erste
Telegraphenlinie
zwischen
Villeta und
der
Hauptstadt
Asuncion
schon am 16.
Oktober 1864
eingeweiht
werden
konnte. Nach
dem Willen
des
Präsidenten
des Landes
sollten
weitere
Linien bald
alle Städte
mit der
Hauptstadt
verbinden.
An der
Spitze
Paraguays
stand seit
1862
Francisco
Solano Lopez
(1827-1870),
der die
Militärorganisation
Preußens
studiert
hatte.
Fischer trat
in den
Dienst der
Republik,
doch
änderten
sich seine
Arbeitsbedingungen
bald, da die
Telegraphenlinien
im
inzwischen
ausgebrochenen
Paraguay-Krieg
(1864-1870)
zwischen
Paraguay und
seinen
Nachbarn
Brasilien,
Uruguay
sowie
Argentinien
der
Militärverwaltung
unterstellt
wurden. In
den
Kriegsjahren
dienten die
Telegraphen
der
Verbindung
zwischen dem
Hauptquartier
und der
kämpfenden
Truppe, und
Fischer
musste als
Chef der
Feldtelegraphen
alle
Strapazen
des Krieges
ertragen. Er
wurde sogar
aufgrund
falscher
Beschuldigungen
zeitweise in
ein
Gefängnis
geworfen.
Nach seiner
Freilassung
durch Lopez
ging Fischer
nach
Argentinien,
kurierte in
Buenos Aires
eine
Fußverletzung
aus und
errichtete
dann den
ersten
Telegraphen,
der über die
Anden hinweg
Argentinien
und Chile
verband, und
im Jahre
1872 den
ersten
Nationaltelegraphen
Argentiniens.
Angebote des
Kaisers Dom
Pedro II.
von
Brasilien
(1825-1891;
Kaiser
1831-1889),
in seine
Dienste zu
treten und
eine
Geschichte
des
Paraguay-Krieges
zu
schreiben,
lehnte
Fischer ab
und kehrte
1872 wieder
zu Siemens
nach London
zurück, wo
er bis 1896
als
Oberingenieur
arbeitete.
Nach den
Jahren in
Südamerika
sah Fischer
als seine
nächste
Aufgabe die
Einführung
eines
geregelten
elektrischen
und
optischen
Meldewesens
für den
modernen
Bewegungskrieg
an. So
beschäftigte
er sich mit
vielen
kriegstechnischen,
telegraphischen
und
elektrotechnischen
Fragen und
gewann mit
seiner
Arbeit die
Aufmerksamkeit
des
preußischen
Generalfeldmarschalls
Helmuth Graf
von Moltke
(1800-1891).
Fischer
entwickelte
und
verbesserte
u.a. die
elektrische
Fernzündung,
das
Torpedowesen
und als
Hauptgebiet
das
Telegraphenwesen.
Viele Ideen
von Fischer
wurden in
einer Reihe
außerdeutscher
Armeen
eingeführt,
wogegen die
deutsche
Militärführung
zwar
Widerstand
leistete,
doch wurden
im deutschen
Militär erst
1899 eigene
Telegraphen-Bataillone
eingerichtet.
Im Jahre
1896
siedelte
Fischer von
London nach
Dresden
über, wo er
1898 zum
Konsul, 1900
zum
Generalkonsul
von Paraguay
ernannt
wurde. Wie
schon von
London aus
beriet er
die
Regierung
von Paraguay
in
finanziellen
und
technischen
Fragen und
hat
besonders
auch
deutsche
Auswanderer
beraten, die
in Paraguay
zum Teil in
geschlossenen
Kolonien
siedelten.
Trotz der im
Paraguay-Krieg
erfahrenen
Leiden
setzte sich
Fischer in
Wort und
Schrift
ständig für
das Land ein
und stellte
es in
Deutschland
besonders in
„Paraguay in
Wort und
Bild“ (1903.
2.
erweiterte
Auflage
1906) vor.
Daneben nahm
er in
zahlreichen
Aufsätzen
und
Schriften zu
Einzelfragen
Stellung –
er setzte
sich unter
anderem für
den sog.
Paraguay-
oder Mátetee
ein – und
machte
Paraguay zum
bekanntesten
Land
Südamerikas
in
Deutschland.
Für seine
vielfältige
Tätigkeit
wurde
Fischer mit
Orden von
Deutschland,
Spanien,
Portugal und
Paraguay
ausgezeichnet
und zum
Mitglied der
Royal
Geographical
Society in
London
ernannt.
Lit.:
Nachweise
bei: Klaus
Bürger, von
Fischer-Treuenfeld,
Richard
Eberhard,
in:
Altpreußische
Biographie,
Bd. IV, 2.
Lieferung,
Marburg/Lahn
1989, S.
1207-1208.
Klaus Bürger