Der Vater
war
Gutsbesitzer.
Nach dem
Abitur an
der
Friedrichsschule
in Gumbinnen
(1928)
studierte
Gerhard
Friedrich
Theologie an
den
Universitäten
Königsberg,
Marburg und
Tübingen.
Zum Examen
ging er
wieder nach
Königsberg,
wo die
Professoren
Julius
Schniewind
(1883-1948)
und Hans
Joachim
Iwand
(1899-1960)
seine
wichtigsten
Lehrer
waren. Nach
dem Examen
war er nur
kurze Zeit
Vikar, weil
er im Herbst
1933 als
Assistent an
die
Universität
Tübingen
ging, wo er
erstmals in
Berührung
mit seiner
späteren
Lebensarbeit
kam, als
Prof.
Gerhard
Kittel
(1888-1948)
ihn zum
Assistenten
für die
Redaktion
des von
Kittel
herausgegebenen
Theologischen
Wörterbuchs
zum Neuen
Testament
(ThW NT)
berief. Da
Friedrich
keiner
Organisation
der NSDAP
angehörte,
hatte er in
Tübingen
Schwierigkeiten
und ging
deshalb bald
wieder nach
Ostpreußen,
um
mitzuhelfen
beim Aufbau
des
Predigerseminars
der
Bekennenden
Kirche in
Blöstau bei
Königsberg.
Daneben war
er zunächst
Hilfsprediger
in Lyck und
Groß
Heydekrug,
Kr.
Fischhausen,
wo er nach
seiner
Ordination
am 26. April
1936 ab 1937
die
Pfarrstelle
übernehmen
sollte. Er
wurde aber
nicht
angestellt,
da er den
Eid auf
Adolf Hitler
ablehnte, so
dass er für
seine
kirchliche
Arbeit nur
eine geringe
Vertreterentschädigung
erhielt. In
dem von
Iwand
geleiteten
Seminar in
Blöstau
arbeitete
Friedrich
als
Studieninspektor
des ersten
Kurses für
Vikare
(Oktober
1935 bis 13.
März 1936).
Auf Anregung
der
Bekennenden
Kirche hielt
er dort für
Königsberger
Studenten
der
Theologie –
natürlich
unter
völliger
Geheimhaltung
– auch
Gegenvorlesungen
zum neuen
Königsberger
Ordinarius
für Neues
Testament.
Es ist für
Friedrich
bezeichnend,
dass er
später seine
zeitweilige
Verhaftung
während
dieser Zeit
von der
humorvollen
Seite nahm.
Im gesamten
Zweiten
Weltkrieg
war er dann
Soldat,
erhielt aber
während
eines
Sonderurlaubs
an der
Universität
Tübingen am
8. Februar
1940 die
Promotion
zum Dr.
theol., wozu
er die
Arbeit
Keryx
(gedruckt
1938)
vorlegte.
1944 geriet
Friedrich in
englische
Kriegsgefangenschaft,
in der er
1946 Leiter
der
Theologischen
Schule für
Kriegsgefangene
im Lager
Norton Camp
wurde, wo
der
schwedische
Pfarrer
Birger
Forell
(1891-1958)
beim War
Office in
London die
Einrichtung
eines
Hochschullagers
mit
Veranstaltungen
in allen
Hochschulfächern
durchgesetzt
hatte.
Noch im
Gefangenenlager
erreichte
Friedrich
1947 der Ruf
auf den
Lehrstuhl
für Neues
Testament an
der
Theologischen
Schule in
Bethel bei
Bielefeld,
den er ab
dem
Wintersemester
1947/48
übernehmen
konnte. Von
dort ging er
1953 als
außerordentlicher
Professor an
die
Universität
Kiel,
wechselte
aber schon
1954 auf ein
Ordinariat
an der
Universität
Erlangen, wo
er in den
Jahren
1964-1966
Rektor war.
1968
übernahm er
dann den
Lehrstuhl
für Neues
Testament an
der
Universität
Kiel, den er
bis zur
Emeritierung
(1976)
innehatte.
Als
Professor
Kittel sein
Ende nahen
fühlte, bat
er 1948
Friedrich,
die
Herausgabe
des ThW
NT zu
übernehmen.
Von diesem
Lexikon
waren bei
der
Übernahme
der
Herausgabe
durch
Friedrich
vier Bände
erschienen.
Das Werk kam
in
Lieferungen
heraus und
konnte 1979
mit Band X,2
durch
Friedrich
abgeschlossen
werden. In
ihm hat er
selbst
wichtige
Artikel
bearbeitet,
besonders
zur
Verkündigungs-Terminologie.
Das
Wörterbuch
wurde
schnell ein
international
anerkanntes
Standardwerk
und erschien
deshalb in
Übersetzungen
u.a. in
englischer,
italienischer,
spanischer,
japanischer
und
französischer
Sprache.
Friedrich
erwarb sich
große
Verdienste
auch als
Mitherausgeber
der
Kommentarreihe
Das
Neue
Testament
deutsch,
das in elf
Bänden
erschien und
1985 schon
in 16.
Auflage
erschien. In
diesem Werk
bearbeitete
Friedrich
den Brief an
die
Philipper,
die beiden
Briefe an
die
Thessalonicher
und den
Brief an
Philemon.
Auch bei
anderen
Werken war
er
Mitherausgeber,
u.a. bei der
Reihe
Texte zum
Neuen
Testament,
wozu
Friedrich
die
Auslegungen
der
Reformatoren
(1984)
beitrug.
Auch als
Professor
hielt er oft
Gottesdienste;
etwa 50
seiner dort
gehaltenen
Predigten
veröffentlichte
Friedrich in
den Jahren
1948-1960
unter dem
Titel
Meditationen,
in denen er
sich über
einzelne
Textstellen
der Bibel
äußerte.
Seine
Meditationen
wollte er
als Anregung
und
Arbeitshilfe
besonders an
junge
Geistliche
weitergeben.
Neben vielen
anderen
Arbeiten
veröffentlichte
Friedrich
u.a.
Utopie und
Reich Gottes
(1974),
Sexualität
und Ehe:
Rückfrage an
das Neue
Testament
(1977),
Ökologie und
Bibel: Neuer
Mensch und
alter Kosmos
(1982) und
Die
Verkündigung
des Todes
Jesu im
Neuen
Testament
(1982, 2.
Aufl. 1985).
Wiederholt
wurde
Friedrich
für seine
Arbeit
ausgezeichnet:
1956 erhielt
er den
theologischen
Ehrendoktor
der
Universität
Kiel, 1970
den
Bayerischen
Verdienstorden,
1980 das
Große
Verdienstkreuz
der
Bundesrepublik
Deutschland.
Zu seinem
65.
Geburtstag
widmeten ihm
Kollegen und
Schüler die
Festschrift
Das Wort
und die
Wörter
(1973) in
Anspielung
auf die
beiden
Hauptarbeitsgebiete
dieses
Gelehrten,
Neues
Testament
und
Lexikologie.
Lit.:
Nachweise
bei: Klaus
Bürger,
Friedrich,
Gerhard, in:
Altpreußische
Biographie,
Bd. V, 2.
Lieferung,
Marburg/Lahn
2007, S.
1787-1788.
Bild:
Das Wort
und die
Wörter.
Festschrift
Gerhard
Friedrich
zum 65.
Geburtstag,
hrsg. von
Horst
Balz/Siegfried
Schulz,
Stuttgart/Berlin/
Köln/Mainz
1973.
Klaus Bürger