Nach dem
Besuch des
humanistischen
Gymnasiums
in seiner
Heimatstadt
erlernte
Heinz
Galinski den
Beruf des
Textilkaufmanns,
den er in
den
folgenden
Jahren
ausübte.
Im Jahre
1938, also
bereits
unter den
Zeichen der
sich
vorbereitenden
Katastrophe,
heiratete er
zum ersten
Mal. Zum
Zeitpunkt de
Eheschließung,
die im
Dezember
stattfand,
lag das
November-Pogrom,
die sog.
„Reichskristallnacht“,
schon einen
Monat
zurück. Aber
noch konnte
man nicht
mit den
vollen
Ausmaßen der
Katastrophe
rechnen.
Diese aber
brach schon
bald in das
Leben des
jungen
Paares ein:
Galinski
wurde zur
Zwangsarbeit
in Berlin
eingesetzt;
er arbeitete
bei der
Firma
Siemens und
im Tiefbau.
Im Februar
1943 wurde
er nach
Auschwitz
deportiert;
seine
Ehefrau und
seine Mutter
wurden dort
ermordet.
Der Vater
war
unmittelbar
vor der
Deportation
in der im
Jüdischen
Krankenhaus
Berlin
eingerichteten
Polizeistation
gestorben.
Im
Konzentrationslager
Auschwitz-Monowitz
mußte
Galinski
wiederum
Zwangsaibeit
leisten, und
zwar in der
Buna-Erzeugung.
Er wurde
später ins
Konzentrationslager
Dora-Nordhausen
verlegt,
dann ins
Konzentrationslager
Bergen-Belsen.
Im April
1945 wurde
er dort von
britischen
Truppen
befreit. Er
erwies sich
als der
einzige
Überlebende
seiner
Familie.
Im Sommer
1945 kehrte
Galinski
nach Berlin
zurück. Dort
wurde er
stellvertretender
Leiter der
Abteilung
„Nürnberger
Prozesse“ im
Hauptausschuß
„Opfer des
Faschismus“
beim
Magistrat
von
Groß-Berlin.
Im Jahre
1947
heiratete
Galinski zum
zweiten
Male. Seit
1. April
1949 ist
Heinz
Galinski
Vorsitzender
der
Jüdischen
Gemeinde zu
Berlin. Er
ist außerdem
Vorsitzender
der
Zentralwohlfahrtsstelle
der Juden in
Deutschland,
Vorsitzender
des Komitees
der Kinder-
und
Jugend-Alijah
in der
Bundesrepublik,
Mitglied des
Direktoriums
der
Zionistischen
Organisation
in
Deutschland,
stellvertretender
Vorsitzender
des
Kuratoriums
der Stiftung
„Deutsches
Hilfswerk“,
Mitglied des
Rundfunkrates
der
Deutschen
Welle.
Neben diesen
vielen
Verpflichtungen
gibt Heinz
Galinski
einen
eigenen
Informationsdienst
der
Jüdischen
Gemeinde
Berlin
heraus. Eine
seiner
wesentlichsten
Aufgaben
sieht er
aber darin,
ein
wachsames
Auge auf die
Vorgänge der
Zeitgeschichte
gerichtet zu
halten,
insbesondere
auf solche
Phänomene,
in denen
Antisemitismus,
neuer
Faschismus
und
Antidemokratisches
sich
ausdrücken.
Galinski
weiß, daß es
der
Wachsamkeit
bedarf, um
die noch
junge und
nicht
historisch
gewachsene,
sondern nach
1945
eingeführte
Demokratie
zu schützen
und stärker
werden zu
lassen.
Manche
nehmen ihm
sein
unerschrockenes
Auftreten,
seine
Ermahnungen,
seine Kritik
übel. Man
sollte
allerdings
verstehen,
daß er –
indem er von
seiner Warte
aus, also
als ehemals
Verfolgter
des
nationalsozialistischen
Staates, die
zeitgenössischen
Vorgänge
kritisch
betrachtet
und wägt –
für
Grundsätze
von
Demokratie
und
Pluralismus
eintritt,
die allen
eine freie
Existenz
ohne
menschenverachtende
Knechtschaft
gewährleisten
sollen.
Für sein
mutiges
Eintreten
wurde
Galinski mit
zahlreichen
Auszeichnungen
geehrt: mit
dem
Bundesverdienstkreuz,
mit dem
Großen
Bundesverdienstkreuz
(1966), mit
der
Ernst-Reuter-Plakette
in Silber,
mit dem
Großen
Bundesverdienstkreuz
mit Stern
(1979).
Schließlich,
zum 70.
Geburtstag
am 28.
November
1982, mit
dem Großen
Verdienstkreuz
mit Stern
und
Schulterband
des
Verdienstordens
der
Bundesrepublik
Deutschland.
Heinz
Galinski,
der
entschieden
für das Wohl
des Staates
Israel
eintritt,
ist überdies
Ehrendoktor
der
Bar-Illan-Universität
Tel-Aviv.
Michael J.
Wieseler
(1987)