Robert Gassner entstammt
einer
Familie
evangelischer
Pfarrer und
Lehrer. Aus
finanziellen
Gründen
muß er auf
eine
akademische
Ausbildung
verzichten
und besucht
das Evang.
Theolog.-Pädag.
Seminar zu
Hermannstadt.
Ab 1928
bewährt er
sich in
Petersdorf
bei Bistritz,
um 1932 die
einklassige
Volksschule
in
Deutsch-Budak
zu
übernehmen.
Nachdem er
1935 die
theologische
Prüfung
abgelegt
hat, wählt
ihn diese
Gemeinde
gleichzeitig
zu ihrem
Pfarrer.
Nordsiebenbürgen
wird am 30.
August 1940
durch den 2.
Wiener
Schiedsspruch
der
Achsenmächte
Ungarn
zugesprochen,
während
Südsiebenbürgen
bei Rumänien
verbleibt.
Der junge,
aktive und
begabte
Pfarrlehrer
wird
zunehmend
mit
übergemeindlichen
Aufgaben
betraut und
bald zum
Gebietsleiter
für
Nordsiebenbürgen
im
„Volksbund
der
Deutschen in
Ungarn“
ernannt. Um
seinen
Aufgaben
besser
nachkommen
zu können,
übernimmt er
1941 die
Lehrerstelle
für
allgemeinbildende
Fächer an
der
deutschen
Ackerbauschule
im Vorort
Bistritz.
Im Frühjahr
1944
erreichen
die
Wagentrecks
der
Deutschen
aus
Transnistrien
Nordsiebenbürgen.
Die Ostfront
nähert sich
den
Karpaten.
Robert
Gassner
erkennt die
sich
abzeichnende
Gefahr eines
Durchbruchs
der Sowjets
durch den
Karpatenwall
und
bespricht in
einem engen
Kreis die
erforderlichen
Maßnahmen.
Gegen den
Willen der
Budapester
Volksgruppenführung,
die solche
Gedanken als
Defaitismus
ansieht,
läßt er
genaue
Evakuierungspläne
ausarbeiten.
Wenige
Monate
später tritt
als Folge
des
Frontwechsels
Rumäniens
nach dem 23.
August 1944
der
befürchtete
Fall ein.
General
Arthur
Phleps, ein
Siebenbürger
Sachse,
ordnet am 8.
September
1944 als
kommandierender
General die
Evakuierung
der
Deutschen
Nordsiebenbürgens
an. Die für
jede
Gemeinde
ausgearbeiteten
Evakuierungsrichtlinien
und
Marschrouten
bringen
jetzt
wertvollen
Zeitgewinn
und
verhindern
eine Panik.
Am 9.-19.
September
1944 brechen
die
Pferdetrecks
der
einzelnen
Gemeinden
nach Westen
auf. Sie
erreichen
Mitte
November bei
Schneetreiben
ihre
Bestimmungsorte
in
Nieder-und
Oberösterreich.
Als die
Front auch
in Ungarn
zusammenbricht,
versucht
Gassner mit
seinen
Mitarbeitern,
die Trecks
aus den nun
erneut
bedrohten
Räumen
weiter nach
Westen zu
führen. Es
gelingt nur
teilweise.
Gassner
erlebt mit
Frau und
fünf Kindern
den
Zusammenbruch
in
Oberösterreich
und schlägt
sich nach
der
Übersiedelung
an den
Niederrhein
als
Landarbeiter
durch. Erst
im Frühjahr
1950 wird er
wieder
eingestellt
und
übernimmt
die Leitung
der
Volksschule
in der von
vertriebenen
Landwirten
begründeten
Reichswaldsiedlung
Nierswalde.
Dieser
mehrfach
vergrößerten
Schule
werden auch
die ersten
Förderklassen
für
Aussiedlerkinder
angegliedert.
Es ist dem
Einsatz
Robert
Gassners zu
verdanken,
daß die
Nordrhein-Westfälische
Landesregierung
im Jahre
1963 den
Start für
die
Errichtung
einer
Siedlung von
Siebenbürger
Sachsen in
Drabenderhöhe
(Bergisches
Land) gibt.
Er übernimmt
zwei Jahre
später die
Leitung der
Volksschule
in
Drabenderhöhe.
1972
beantragt er
die
vorzeitige
Pensionierung,
um seinen
vielen
außerberuflichen
Verpflichtungen
besser
nachkommen
zu können.
Er gilt zu
Recht als
der „Vater
von
Drabenderhöhe“.
Robert
Gassner hat
sich den auf
ihn
zukommenden
Aufgaben und
Pflichten
nie
entzogen. Er
war als
Vertriebenenvertreter
jahrelang
Mitglied der
Landessynode
der
Rheinischen
ev. Kirche.
Seit 1967
ist er
direkt
gewähltes
Mitglied des
Oberbergischen
Kreistages.
Er nahm
mehrere
Führungspositionen
innerhalb
der
Landsmannschaft
der
Siebenbürger
Sachsen,
deren
Ehrenmitglied
er seit 1980
ist, aber
auch in
vielen
anderen
Gremien
wahr. Mit
Erreichung
des 70.
Lebensjahres
gab er fast
alle Ämter
an Jüngere
ab bis auf
das des
Vorsitzenden
des
Siebenbürgisch-Sächsischen
Kulturrates.
Lit.:
Gassner, 10
Jahre
Siebenbürger-Sachsen-Siedlung
Drabenderhöhe,
in: Im
Wandel der
Zeiten,
Köln-Wien
1976, S.
235-279.
Heinrich
Zillich, in
Südostdeutsche
Vierteljahresblätter
19 (1970),
S. 183;
Arnold
Weingärtner,
in
Siebenbürgische
Zeitung 30.
Jg. Folge 7
vom 30. 4.
80, S. 2.
Ernst Wagner
(1985)