Richard
Genée wurde
als Sohn des
Sängers und
späteren
Theaterdirektors
Friedrich
Genée
(1795-1856)
geboren.
Sein Bruder
war der
Journalist,
Schriftsteller
und
Rezitator
Rudolf
Heinrich
Genée
(1824-1914).
Richard
Genée begann
seine
berufliche
Laufbahn als
Student der
Medizin,
wandte sich
jedoch nach
zwei
Semestern
ganz der
Musik zu
(Ausbildung
vor allem in
Berlin). Als
Zwanzigjähriger
war er
bereits
Kapellmeister
jenes
Theaters in
Danzig, das
der Vater
als Direktor
leitete. Es
folgten
verschiedene
Anstellungen
(1848-1852)
in Reval,
Riga, Köln,
Aachen, als
Erster
Kapellmeister
in
Düsseldorf
(1853),
nochmals in
Danzig
(1855), als
Musikdirektor
in Mainz
(1857),
durch
Vermittlung
seines
Freundes
Friedrich
von Flotow
am
Hoftheater
zu Schwerin
(1861) und
als Erster
Kapellmeister
in Prag
(1864). Von
1868 bis
1878 wirkte
er am
Theater an
der Wien in
der
Metropole
des
Kaiserreiches,
zwischendurch
auch an der
Komischen
Oper.
Seinen
Lebensabend
verbrachte
Genée in
Preßbaum
(Villa Genée)
im
Wienerwald,
wo er sich
freischaffend
seiner
Arbeit als
Komponist
und
Librettist
widmete,
obwohl ihn
mancherlei
Krankheiten
beeinträchtigten.
(Die Angabe
"Preßburg"=Bratislava
anstelle von
"Preßbaum"
in einigen
biographischen
Darstellungen
dürfte auf
Unkenntnis
beruhen.)
Genée wurde
auf dem
Städtischen
Friedhof von
Baden bei
Wien
beerdigt, wo
sich sein
Grab in
gutem
Zustand
erhalten
hat.
Richard
Genée hatte
als
Komponist
einigen
Erfolg,
besonders
mit seinen
Operetten
Der
Seekadett
und
Nanon.
Ein Teil
seiner
Kompositionen
beschränkt
sich jedoch
auf die
Ehre, als
Dokumentation
seines
Schaffens
das
Gesamtverzeichnis
der
Musikgeschichte
zu
vervollständigen.
Weitaus
erfolgreicher
war Genée
mit seinen
Textvorlagen
für das
musikalische
Bühnenschaffen
anderer
Komponisten.
Vielfach in
Zusammenarbeit
mit F. Zell
- das ist
der
Magdeburger
Camillo
Walzel -
hatte er als
Librettist
gebührenden
Anteil an
verschiedenen
Operetten
von Johann
Strauß,
Franz von
Suppé und
Carl
Millöcker.
Das
Erfolgspaar
Genée-Zell
lieferte
jedoch auch
Libretti für
A. Czibulka,
R. Dellinger,
L. Roth, J.
Hellmesberger,
A. Müller,
C.M. Ziehrer
und andere.
Zudem
übersetzte
Genée die
Bücher von
Operetten
Offenbachs,
Sullivans,
Hervés und
anderer und
trug dazu
bei, deren
Werke auf
deutschsprachigen
Bühnen
populär zu
machen.
Werke:
Opern-
und
Operettenkompositionen
(z.T. mit F.
Zell): Der
Geiger von
Tirol (Oper,
1857). - Ein
Narrentraum
(Karnevalsposse,
1861). - Der
Musikfeind
(1862). -
Die
Generalprobe
(Oper,
1862). -
Rosita
(Oper,
1864). - Der
schwarze
Prinz
(1866). - Am
Runenstein
(Oper,
gemeinsam
mit F. v.
Flotow, Text
von R. Genée).
- Der
Seekadett
(1876). -
Nanon
(1877). - Im
Wunderland
der
Pyramiden
(1877). -
Die letzten
Mohikaner
(1878). -
Nisida
(1880). -
Rosina
(1881). -
Die
Zwillinge
(zus. m.
Louis Roth,
1885). - Die
Piraten
(1886). -
Die Dreizehn
(1887). -
Die
Musikanten (Kom.
Oper, 1888).
- Freund
Felix (Text
mit L.
Herrmann,
1893).
Sonstige
Kompositionen:
Singspiele
(mit meist
eigenen
Libretti). -
Männerchöre,
Lieder,
Orchester-
und
Klavierstücke.
Libretti
gemeinsam
mit F. Zell:
Eine Nacht
in Venedig
(Johann
Strauß). -
Boccaccio,
Fatinitza,
erste
Vorlage (F.
v. Suppé). -
Der
Bettelstudent,
Gasparone,
erste
Textfassung,
Die Dubarry,
Urfassung
des
Librettos
(C.
Millöcker),
Libretto
gemeinsam
mit C.
Haffner: Die
Fledermaus
(Johann
Strauß). -
Spitzentuch
der Königin
(Johann
Strauß),
Text von
Genée ohne
Zusammenarbeit
mit anderen.
Sonstiges:
Text zum
Johann-Strauß-Walzer
"Frühlingsstimmen".
Lit.:
Die Musik in
Geschichte
und
Gegenwart,
Band 4,
Kassel,
Basel, 1955
(mit
ausführlichem
Werksverzeichnis).
-
Österreichisches
Biographisches
Lexikon,
1815-1950,
Graz, Köln,
1957. - Neue
deutsche
Biographie,
Berlin,
1964.
Josef Walter
König