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Kurt Genzmer folgte
seinem Vater Stephan und seinem älteren Bruder Felix in den
Juristenberuf. 1921 wurde er in Berlin promoviert und schlug die
Laufbahn eines Rechtswissenschaftlers ein. Schon in sehr jungen Jahren
wurde er Professor für römisches Recht und Rechtsvergleichung sowie für
bürgerliches Recht. Seine Forschungen galten besonders der Geschichte
des römischen Rechts im Mittelalter und seinem Beitrag zur europäischen
Kultur. Verständlicherweise trat er daher international in Erscheinung,
besonders in Italien, wo seine Forschungen sehr geschätzt wurden. Nach
vielen Gastvorlesungen ehrten ihn die Universitäten in Bologna (1963)
und in Montpellier (1966) jeweils mit dem Dr. jur. h.c. Genzmer lehrte
in Berlin (1922) und ging bereits im selben Jahr als o. Professor nach
Königsberg/Pr. Später wechselte er nach Frankfurt a. M. (1935) und
Hamburg (1940). Währenddessen hielt er als Gast Vorlesungen in Rom
(1937/38), Leipzig (1939, 1944/45) und Berlin (1947) und nach dem
Zweiten Weltkrieg vor allem im Ausland: an der Académie Internationale
de Droit Comparé (1954 bis 1966), der Academie Royale de Belgique
(1955), dem Institute Research and Study in Medieval Canon Law
Washington (1956), dem Instituto per la Storia del‘ U. di Bologna
(1958), der Accademia Nazionale dei Lincei Rom (1960), der Bayerischen
Akademie der Wissenschaften in München (1963) und dem Instituto Lombardo
Accademia di Scienze e Lettere di Bologna (1965). Nach seiner
Emeritierung lebte er in München.
Genzmer war Begründer
und Mitherausgeber des internationalen Sammelwerks „Jus Romanum Medii
Aevi" (1961 ff.). Zahlreiche Veröffentlichungen in Sammelwerken und
Fachzeitschriften, vielfach in Italienisch, auch in Französisch und
Englisch, belegen seinen anerkannten wissenschaftlichen Ruf (s. Kürschn.
Gelehrt. Kai. 1970 mit Schriftenverzeichnis).
Lit.:
Brockhaus Enzyklopädie 1969. - Meyers Enzyklopäd. Lexikon 1974. -
Kürschn. Gelehrten-Kal. 1970, Nekrolog 1983. - Coing, H.: E.G. Nachruf.
In: Zeitschrift d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch. Romanist. Abt. 88,
1971, S. 574. - Altpreußische Biographie S. 919. - Jahresverzeichnis d.
a. dt. Universitäten erschien. Schriften. - Gesamtverzeichnis
deutschsprachigen Schrifttums.
Hugo Rasmus
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