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Am 30. November 1884, wurde in Neu-Subbath in Kurland Armin von Gerkan
geboren, seines Zeichens Professor der Baukunst des Altertums. Der Sohn
des Rektors der Adligen Stiftsschule in Neu-Subbath und späteren
Staatsbeamten in russischem und lettländischem Dienst, Nikolai von
Gerkan, besuchte das Rigaer Stadtgymnasium und studierte am dortigen
Polytechnikum Architektur. Nachdem er das Studium an der Technischen
Hochschule in Dresden fortgesetzt und diese als Diplom-Ingenieur
verlassen hatte, beendete er im Jahre 1907 auch sein Studium in Riga als
Ingenieur-Architekt. Studienreisen führten ihn anschließend nach
Griechenland und Kleinasien. Den Ersten Weltkrieg machte er im
russischen Heer als Offizier und Kompanieführer in Eisenbahnbataillonen
mit. Im August 1919 siedelte Gerkan nach Deutschland über, wo er sich
als Hilfsarbeiter an Berliner Museen betätigte. Nachdem er im Jahre 1921
an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg zum Dr. Ing., 1922
an der Universität Greifswald zum Dr. phil. promoviert hatte, ging er
1923 als Privatdozent für Baukunst des Altertums an die Technische
Hochschule nach Aachen, 1924 als 2. Direktor des Deutschen
Archäologischen Instituts nach Rom. Im Sommer 1936 wurde Gerkan nach
Athen geschickt, um die Leitung des dortigen Deutschen Archäologischen
Instituts zu übernehmen und die neuen Ausgrabungen in Olympia zu leiten.
Er kehrte jedoch bereits im Jahre 1937 nach Rom zurück, wurde im
gleichen Jahr zum Honorarprofessor an der Philosophischen Fakultät der
Universität Berlin ernannt, kam dort jedoch nicht zum Dozieren, da er in
Rom blieb und 1938 zum 1. Direktor des Deutschen Archäologischen
Instituts befördert wurde. Im Spätsommer 1943 mußte er Rom verlassen,
kehrte jedoch 1944 dorthin zurück, um den Bestand des Instituts in das
Salzbergwerk Alt-Aussee (Salzkammergut) einzulagern. Nach der
kurzfristigen Wahrnehmung eines Lehrauftrags an der Universität
Greifswald übernahm Gerkan im April 1943 die Leitung der Ausweichstelle
Lübeck der Universität Greifswald. Im Jahre 1946 erhielt er einen
Lehrauftrag für Baukunst des Altertums in Göttingen und wurde am 1. Mai
1948 für das gleiche Fach an die Universität Bonn berufen, wo er bis
1954 als Gastprofessor für antike Baukunst tätig war, 1951 als
Institutsdirektor pensioniert und 1954 durch die Verleihung des Großen
Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
ausgezeichnet wurde. Gerkan lebte von 1959-1965 in Köln, danach in
Hamburg; am 22. Dezember 1969 ist er in Garstedt (Kreis Pinneberg)
verstorben.
Von Gerkan war Ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen
Instituts, wirkliches Mitglied des Österreichischen Archäologischen
Instituts, Mitbegründer und Mitglied der Koldewey-Gesellschaft,
Korrespondierendes Mitglied der Deput. Romana di Storia Patria, Rom, der
Accademia di Archeologia, Lettere e Belle Arti, Neapel, der Akademie der
Wissenschaften, Göttingen, und Dr. Ing. E.h. der Technischen Hochschule
Karlsruhe (1954). Bis zu seiner Pensionierung als Institutsdirektor in
Bonn umfaßte das Schriftenverzeichnis des Gelehrten 151 Nummern,
darunter 21 Publikationen in Buchform, wie etwa „Das Theater in Priene“
(1921), „Griechische Städteanlagen“ (1924), „Die christlichen Anlagen
unter S. Sebastiano in Rom“ (1927), „Der Altar des Artemistempels in
Magnesia am Mäander“ (1929), „Meereshöhen und Hafenanlagen im Altertum“
(1934), „Die Entwicklung des großen Tempels von Baalbek“ (1937),
„Entstehung und Datierung des Konstantinbogens“ (1939), „The
Fortifications“ (Yale 1939), „Zur Lage des archaischen Milets“ (1940),
„Der Stadtplan von Pompeji“ (1940), „Die römische Curia“ (1941),
„Heilige Straßen und Brunnen“ (1941), „Leptis Magna“ (1942).
Lit.:
Deutsch-Baltisches Biographisches Lexikon 1710-1960 (Köln/Wien 1970) –
Kürschners Gelehrtenkalender – Curriculum vitae (Manuskript) im Archiv
Erik Thomson, Lüneburg
Erik
Thomson
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