Jeder in der
histologischen
Diagnose
tätige Arzt
und die
dortigen
medizinischen
Assistentinnen
kennen
heutzutage
die
GIEMSA-Färbung,
eine der
immer noch
häufig
angewandten
Nachweise.
Ursprünglich
von
Romanowski
für den
Nachweis von
Parasiten
und
Blutzellen
gedacht, hat
die Version
von Giemsa
mit Azur,
Eosin,
Methylenblau
in
Methanol/Wasser
sich zu
einer
zuverlässigen
Methode
entwickelt,
beispielsweise
für Blut,
Knochenmark
oder
Gewebeschnitte.
Die
Zellkerne
erscheinen
rotviolett,
das
Zellplasma
blau, die
Erythrozyten
blaßrot,
Protozoen
und
Parasiten
leuchtend
rot,
eosinophile
Granula
färben sich
rötlich-braun,
basophile
blau,
neutrophile
rotviolett.
Der
Schlesier
Giemsa
studierte
von 1892 bis
1894 in
Leipzig
Pharmazie
und im
Anschluß
daran
Bakteriologie,
Chemie und
Mineralogie.
Von 1895 bis
1898 war er
im damaligen
Deutsch-Ostafrikanischen
Schutzgebiet
als
Gouvernementsapotheker
tätig, ohne
seine
Tätigkeit
als Chemiker
zu
vernachlässigen.
In Berlin
studierte
Giemsa
anschließend
organische
und
physiologische
Chemie. 1900
ging er an
das neu
gegründete
Institut für
Schiffs- und
Tropenkrankheiten
nach
Hamburg, wo
er bis 1933
die
chemische
Abteilung
unter sich
hatte. Noch
1939
veröffentlichte
er gemeinsam
mit Ernst
Georg Nauck
in Buchform
Eine
Studienreise
nach
Espirito
Santo:
Volksbiologische
Untersuchungen
einer
deutschstämmigen
Bevölkerung
in
Mittelbrasilien
als Beitrag
zum
Akklimatisationsproblem.
In der
Schiffsmedizin
galt sein
Interesse
unter
anderem der
Tilgung von
Ratten.
Eines seiner
Hauptinteressensgebiete
war die
Seuchenbekämpfung.
Weniger
bekannt
geworden
sind seine
chemotherapeutischen
Arbeiten,
beispielsweise
zur Wirkung
von
Chininabkömmlingen
sowie über
Arsen- und
Wismutverbindungen.
Immerhin
haben die
zusammen mit
Manfred
Öesterlin
und zum Teil
mit Bruno
Pützer
durchgeführten
Chemotherapeutischen
Studien auf
dem Gebiet
der
Chinaalkaloide,
so der Titel
einer
Arbeit, bei
denen
versucht
wurde, durch
chemische
Veränderungen
an der
Ursprungssubstanz
die Wirkung
gegen
Malariaparasiten
zu steigern,
neben den
üblichen
Fehlschlägen
sogar zu
einem
US-amerikanischen
Patent (Nr.
1 972 988
von 1934)
für die
Winthrop
Chemical
Company
geführt,
und zwar für
die
8-Chinolylazo-Verbindungen
der
Chininserie.
Giemsa wird
als
hilfsbereiter
und
geselliger
Mensch
geschildert.
Sein
Lebensabend
in Tirol war
allerdings
zeitweise
von
wirtschaftlicher
Not geprägt.
Lit.:
H. Vogel:
Gustav
Giemsa
1867-1948,
Z.
Tropenmedizin-Parasitologie
1967, 18(4),
S. 386. –
Gustav
Giemsa
(1867-1948),
Triangle
1967; 8(1),
S. 1. Die
erste im
Text
genannte
Arbeit
erschien
1939 im
Verlag de
Gruyter, 75
S.; die
Studien über
die
Chinaalkaloide
im „Archiv
für Schiff-
und
Tropenhygiene“,
Bd. 37,
Beiheft 4,
32 S.,
(1933).
Otto Löw