In Danzig
aufgewachsen,
besuchte sie
das
Stephan-Waetzold-Lyzeum,
die höhere
Handelsschule
dort und
absolvierte
das Seminar
für
Lehrerbildung
in den
Fächern
Hauswirtschaft
und
Handarbeit
(heute:
Textilgestaltung).
Sodann
widmete sie
sich
beruflich
und
außerberuflich
dem Sport.
1931/32
studierte
sie Sport an
der Preuß.
Hochschule
in
Berlin-Spandau.
Danach ging
sie nach
Danzig
zurück und
fand als
Sportlehrerin
an der
Edith-Jahn-Gymnastik-Schule
und an der
Helene-Lange-(Gudrun-)Schule
eine erste
Lehrtätigkeit.
1935 legte
sie die 2.
Lehrerprüfung
ab und
erhielt ihre
erste
planmäßige
Anstellung.
1938
erfolgte
ihre
Ernennung
zur
Oberschullehrerin.
Während
dieser Zeit,
von 1932-45,
wurde sie
bereits in
der
Lehrerbildung
eingesetzt,
erhielt
außerdem
einen
Lehrauftrag
an der TH
und 1933
zusätzlich
auch an der
Hochschule
für
Lehrerbildung.
Daneben war
sie in der
Leichtathletik-Vereinigung
Danzig
aktives
Mitglied.
Einen Namen
hat sie sich
als
Leistungssportlerin
auf dem
Gebiet der
Leichtathletik
gemacht, als
sie mehrere
nationale
und
internationale
Meisterschaften
errang. In
der Zeit von
1932-42
nahm sie mit
Erfolg an
mehreren
Freistaat-,
Balten- und
ostdeutschen
Meisterschaften
teil im
100-m- und
200-m-Lauf,
im Hoch- und
Weitsprung,
Speerwurf,
Kugelstoßen
und
Fünfkampf.
Elfmal war
sie
Teilnehmerin
der
Deutschen
Meisterschaften
und errang
2. und 3.
Plätze
im
Weitsprung,
Mehr- und Fünfkampf.
Den
leistungsmäßig
größten
Triumph
errang sie
bei den
Länderkämpfen
in Warschau,
Dresden
(1937) und
Elberfeld,
wo sie sich
wider den
Voraussagen
gegen
die
ausländischen
Favoritinnen
durchsetzte
und jeweils
1. Plätze im
Weitsprung
(5,89 m)
erzielen
konnte. Bei
dem Fest der
7 Nationen
in Berlin
(1934) wurde
sie 1. im
Weitsprung
2. im
Hochsprung
(1,51 m).
Bei den
Frauenweltmeisterschaften
in London
(1934) wurde
sie
Weltmeisterin
im
Weitsprung.
Diesem
Titel
fügte sie
bei den
Studentenweltmeisterschaften
in Budapest
(1935) und
in Paris
(1937)
weitere
hinzu, als
sie jeweils
den 1. Platz
sowohl im
Weitsprung
als auch bei
der
4x100-m-Staffel
errang. Nach
dem Kriege
wurde sie
noch
Niedersachsenmeisterin
im
gemischten
Mehrkampf
(1950 u.
1951).
Das
Kriegsende
nahm ihr den
Verlobten,
der in den
letzten
Kriegstagen
fiel, und
die Heimat.
1945 in den
Harz
verschlagen,
überstand
sie die
schwere Zeit
mit
berufsfremden
Tätigkeiten
(Nähen,
Zeichnen,
Kellnern,
Kochen,
Putzen),
bevor sie
1947 in den
Schuldienst
zurückkehren
konnte.
Zunächst kam
sie an die
Volksschule
in Letter
bei Hannover
und 1949 an
die
Mittelschule
in Nienburg.
Dort
erfolgte
ihre
Wiederaufnahme
in das
Beamtenverhältnis.
Ab 1952
unterrichtete
sie an der
Richard-Schirrmann-Realschule
in
Lüdenscheid,
wo sie auch
ihren
endgültigen
Wohnsitz
fand. Auch
in dieser
Zeit wurde
sie zur
Lehrerfortbildung
herangezogen.
Darüber
hinaus
übernahm sie
etliche
Ehrenämter
im
Sportwesen,
so war sie
Volksturnwartin
im
Landesturngau
Niedersachsen,
Gaujugendturnwartin
Volmegau
Nordrhein-Westfalen,
Vertreterin
im
Stadtverband
für
Leibesübungen
der Stadt
Lüdenscheid
und dort
auch
beratendes
Mitglied im
Jugendwohlfahrtsausschuß.
t
Ihre
vielfache
sportliche
Tätigkeit,
zu der neben
dem Schul-
und
Vereinssport,
dem Breiten-
und dem
Leistungssport
auch das
orthopädische
Turnen
gehörte,
fand
mehrfache
Anerkennung.
So erhielt
Traute G.
folgende
Auszeichnungen:
vielfache
Bestennadeln
des
Deutschen
Leichtathletik-Verbandes
(Vorkriegszeit),
Ehrenurkunden
des
Landessportbundes
Niedersachsen
(1951),
Goldene
DLV-Ehrennadel
(1952),
Goldene
Mehrkampfnadel
(1953) und
die Goldene
Ehrennadel
des
Deutschen
Turnerbundes
(1961). Ihre
sportliche
Laufbahn hat
in enger
Verbindung
zu ihrem
Beruf
gestanden.
Dank ihrer
Erfolge und
des damit
verbundenen
Bekanntheitsgrades
gelang es
ihr, auch
ihre
Schülerinnen
und Schüler
für
die
Leibesübung
zu gewinnen
und zu
sportlichen
Erfolgen zu
führen.
Einige
Mädchenstaffeln
gehörten zu
den besten
bundesdeutschen
Schülerstaffeln.
In den
alljährlichen
Realschul-Vergleichskämpfen
der
Sauerland-Region
gehörte die
Schirrmann-Schule
in der Regel
zu den
besten. An
dieser
Schule
konnte sie
1972 ihr
40jähriges
Berufsjubiläum
begehen. Mit
Ablauf des
Schuljahres
1974/75 trat
sie in den
Ruhestand.
Von sich
sagte sie,
ich hatte
das Glück,
bis zur
letzten
Stunde mit
Freuden
tätig
gewesen zu
sein —
und zwar auf
alle
Fächer
bezogen. Als
geschätzte
und beliebte
Pädagogin
steht sie
mit vielen
ihrer
ehemaligen
Schüler,
auch aus
ihrer
Danziger
Zeit, in
herzlichem
Kontakt.
Quelle: Hugo
Rasmus:
Lebensbilder
westpreußischer
Frauen in
Vergangenheit
und
Gegenwart,
Münster
1984.
Hugo Rasmus
(1986)