Hanns
Gottschalk
wurde in
Lenschütz
bei Cosel/Oberschlesien
geboren. Der
Lyriker,
Erzähler,
Essayist und
Kulturphilosoph
hat seiner
oberschlesischen
Heimat durch
bravouröse
Gedichte und
engagierte
Prosastücke
gedient. Er
hat den
Bergmann in
die
Literatur
gebracht,
wie er als
Träumer und
Täter
Oberschlesien
eichendorffisch
und
preußisch-fritzisch
vertritt. Er
hat aber
auch – in
seinem Roman
„Der Fremde
im Dorf“ –
einem
oberschlesischen
Zukunftsmenschen
das Wort
gesprochen,
der eine
verirrte
technisierte
Menschheit
wieder in
eine
schöpferische
Menschheit
zurückführt.
Hanns
Gottschalk,
gewissermaßen
ein „Herr
OS.“, hat in
Breslau
Germanistik,
Geschichte,
Ethnographie
studiert –
über die
Balladenkunst
hat er eine
Dissertation
geschrieben.
Der Dr. phil.
hat den
Krieg als
Offizier an
verschiedenen
Fronten
mitgemacht.
Nach dem
Krieg
siedelte er
sich in
Österreich
an, in Linz.
Von diesem
seinem
Refugium aus
entwickelte
er eine
reiche
Kunst, (es
entstanden
Romane wie
„Es rauscht
ein Strom“,
Novellen wie
„Weg nach
Petropowka“,
Erinnerungs-
und
Essay-Bücher.
Dramen, die
– in der
Bundesrepublik
– zum
Beispiel in
Saarbrücken
aufgeführt
wurden.
Gottschalk,
von der
österreichischen
Regierung
zum
Professor
ernannt, hat
sich um die
ostdeutsche
Literatur
gekümmert,
als dies
keineswegs
aktuell war.
In der
Künstlergilde
Esslingen
begründete
er viele
Aktivitäten,
die heute
ein
Charakteristikum
des
providentiellen
Geistes
dieser
Künstler-Gemeinschaft
angesehen
werden. Er
war der
jahrzehntelange
Gruppenleiter
für
Schrifttum.
Als solcher
begründete
er den
Gryphius-Preis,
der,
alljährlich
in
Düsseldorf
verliehen,
zur Krone
dieses
Gremiums
gehört.
Selbst hat –
vor allem
für seine
Gedichte –
Hanns
Gottschalk
den
Andreas-Gryphius-Preis
1979
erhalten.
Neben vielen
anderen
Auszeichnungen,
die ihm von
Österreich
und der
Bundesrepublik
Deutschland
verliehen
worden sind.
Hanns
Gottschalk
gilt als ein
Stifter
dessen, was
man heute
„Pflege
ostdeutschen
Kultur“
nennt. Er
hat diese
ostdeutsche
Kultur immer
im
Zusammenhang
mit der
Kultur des
europäischen
Ostens
betrachtet.
Deshalb auch
hat er – als
Initiator
der
Künstlergilden-Veranstaltungen
– die „Pontischen
Seminare“
initiiert —
alljährlich
im Herbst
abgehaltene
Symposien,
die den
Brückenbau
zwischen der
deutschen
und der
osteuropäischen
Literatur
zum Thema
haben. Ohne
solche
vorausschauende
Arbeit war –
nach seiner
Ansicht –
eine
Fortsetzung
der Kultur
des
deutschen
Ostens
steril. In
Hanns
Gottschalk
hate die
ostdeutsche
Wissenschaft
einen
vorausschauenden
Denker.
Werke:
Der Fremde
im Dorf, R.
40, 48;
Meister
Dominus, R.
46; Fährmann
Gottes, R.
47; Tag der
Reife, N.
49; Es
rauscht ein
Strom, R.
52, 60; Bad
Haller
Impressionen
53; Am
Herzen der
Schöpfung,
G. 53; Der
Sohn, N. 54;
Die Weiche,
N. 56;
Begegnungen,
Erzn. 56;
Den Müttern,
Erzn. u. G.
57; Denk ich
an euch, ihr
stillen
Freunde,
Ess. 58; Der
Weg nach
Petropowka,
N. 59;
Horizonte,
G. 60;
Urlaub in
die
Ewigkeit, N.
61; Der
Brief an die
Mutter, bibl.
Ausg. 62;
Und über uns
der Himmel,
Ess. u. Erz.
63; Einer
muß bleiben,
Seh. 64;
Dein der
Zauber und
Glanz dieser
Welt, G. 65;
Zeit ohne
Zifferblatt,
Dichtungen
mit Hsp.:
Holüber 69;
Welt in der
Windlaterne,
Nn. 70;
Eulen vor
dem Spiegel,
Heitere Erzn.
72; Zeit für
einen Vers,
G. 73; Die
Schelmengedichte
74;
Bildwechsel,
G. 78;
Kontrapunkte,
G. 80; II
divo
Michelangelo,
Libretto 82.
Unser das
Wort,
Gedichte
1984
(München);
Einsichten,
Gedichte und
aphoristische
Texte 1989;
Und die Welt
hebt an zu
singen,
Anth. schles.
Lyrik 58;
Stundenbuch
der Freude.
Aphor.
Sammel. 61;
Das
schlesische
Balladenbuch,
ausgew. u.
eingel. 73;
Autoren
reisen,
Anth. 76.
Das Lied von
der Glocke:
Die Pummerin
52. 144
Stunden
unter Tage,
Hsp. 32; Hol
über, Hsp.
64.
Lit.:
Arthur
Fischer-Colbrie,
Leben und
Werk Hanns
Gottschalks
49; Hanns
Gottschalks
jüngste
Ernte 53,
beide in:
Oberösterreichischer
Kulturbericht.
– Rudolph
Adolph, Ein
Künstler der
Liebe.
Stunden mit
dem Dichter
Hanns
Gottschalk,
in: Der
Volksbote
52. – Kurt
Vansca,
Hanns
Gottschalk,
in:
Monatshefte
für
Weltliteratur
54. –
Gilbert
Socard,
Hanns
Gottschalk,
in:
Documents
56. – Kurt
Vansca,
Hanns
Gottschalk,
in:
Begegnungen
56. – A.
Fischer-Colbrie,
Hanns
Gottschalk,
in:
Zeitgenöss.
Schrifttum
in Oböst.
4/57. –
Jochen
Hoffbauer,
Fruchtbare
Stille –
Hanns
Gottschalk,
in: Wort in
der Zeit 59.
– Wolfgang
Schwarz,
Nachwort zu
Urlaub in
die Ewigkeit
61. – Arno
Lubos, Die
schlesische
Dichtung im
20. Jh. 61,
Linien und
Deutungen
63. – Der
Dichter
Hanns
Gottschalk,
in: Das Wort
63.
–Zeittheater-Autoren,
in:
Theater-Rundschau
5/64. –
Einer muß
bleiben,
Leben und
Werk Hanns
Gottschalks,
in: OÖ.
Kulturbericht
18/69. – Dr.
W. Schwarz,
An Hanns
Gottschalk
geschrieben,
in: Zeit
ohne
Zifferblatt
69. – E.G.
Bleisch, Der
Lyriker H.
G., Nachw.
zu Die
Schelmengedichte
74. –
Persönlichkeiten
Europas 75.
–
Andreas-Gryphius-Preis
für Hanns
Gottschalk,
Laudatio
Heft 7/78. -
Reinhold
Tauber,
Bilanz der
Einsichten,
Neue
Literatur
ALZ 78. –
Lidschlag
unbegrenzt:
H.G.,
Kulturpolit.
Korresp. F.
375/79. –
Adalbert
Schmidt,
Einkehr bei
H. G., OÖ.
Kulturber.
15/79. –
ders.,
Nachwort zu:
Kontrapunkte
80. –
Kantilenen
d.
Erinnerung,
OÖ.
Kulturber.
22/80.
Wolfgang
Schwarz