Ihr Vater
war Rektor
der
Volksschule
der
Pangritz-Kolonie
in Elbing.
Von ihrer
Mutter Meta,
geb. Wagner,
und deren
Mutter hat
sie die
musische
Begabung
geerbt.
Schon als
Schülerin
des Elbinger
Lyzeums
zeigte sie
ihre
Begabung für
Singen,
Deklamieren
und
Theaterspiel.
Nach dem
Schulbesuch
verließ sie
ihre
Vaterstadt
und
studierte in
Leipzig,
Wien und in
Königsberg;
dort
Rollenstudium
bei
Generalmusikdirektor
Wilhelm
Franz Reuß,
um sich als
Opernsängerin
auszubilden.
In Leipzig
lernte sie
ihren
späteren
Mann, den
aus
Siebenbürgen
stammenden
Dr. med. Dr.
med. dent.
Alfred Karl
G.
(1899-1972)
kennen, den
sie 1924
heiratete.
Aus der Ehe
gingen 2
Töchter und
l Sohn
hervor.
Trotz Ehe
setzte sie
ihr Studium
fort. Als
sie ihr
Studium
abschloß,
ging der
Krieg seinem
Ende
entgegen.
Sie mußte
mit ihren
Kindern
Königsberg
verlassen
und kam in
die Nähe von
Stuttgart.
Dort
ernährte sie
sich und die
Kinder als
Sängerin in
Konzerten
und im
Rundfunk.
Die
sprachbegabte
Liebhaberin
von
Volksliedern
lernte
Finnisch und
Isländisch,
um die
Lieder von
Jean
Sibelius und
Hallgrimur
Helgason in
den
Originalsprachen
und danach
in Deutsch
interpretieren
zu können.
Nun begannen
Konzert- und
Vortragsreisen
und
Sendungen im
Rundfunk.
Sie folgte
einer
Einladung
des
finnischen
Komponisten
Jean
Sibelius
nach
Finnland,
der sie
anregte,
Lieder der Völker
an Ort und
Stelle zu
erforschen.
So hat sie
86 Länder
bereist. Die
Kosten
bestritt sie
mit den
Einnahmen
ihrer
Vorträge.
Darüber
hinaus war
sie auch
schriftstellerisch
tätig. Sie
beschäftigte
sich mit
volkskundlichen
Themen und
gab das
volkstümliche
Buch über
Musik
„Geschichten
um die Oma
C“ (1979)
heraus.
Volkslied
und
Brauchtum
interessierten
sie
besonders.
Sie sammelte
Lieder und
Volksgut,
Puppen und
Trachten
vieler
Länder.
Auf ihren
Reisen hat
sie viel
Verständnis
für die Lage
der
Deutschen
nach dem
Zweiten
Weltkrieg
gewinnen
können.
Zudem hat
sie nicht
nur Brücken
zu anderen
Völkern
geschlagen,
sondern auch
den im
Ausland
lebenden
Deutschen
die
Gewißheit
vermittelt,
daß sie im
Mutterland
nicht
vergessen
sind. In
Kanada und
den USA
hielt sie
vielerorts
Vorträge,
beispielsweise
über Das
deutschsprachige
Volkslied im
europäischen
Raum und
zeigte
Lichtbilder
über
deutsche
Trachten des
In- und
Auslandes
(z.B. in der
Schweiz, im
Banat, in
Ungarn,
Siebenbürgen,
Rumänien und
bei den
Wolgadeutschen
in
Kirgisien),
die sie
mühevoll
gesammelt
hatte. Vom
kanadischen
Fernsehen
Kitchener
Kanal 12
eingeladen,
berichtete
sie 1977 von
ihrer
Arbeit, in
76 Ländern
das Singen
der Völker
beobachtet
und studiert
zu haben.
Ihr Mann,
der 1948 aus
der
Kriegsgefangenschaft
zurückkam,
erhielt eine
Berufung an
die
Universität
Hamburg,
wohin die
Familie
umzog.
Ihre
Kenntnisse
und
Erfahrungen
fanden in
vielen meist
wissenschaftlichen
Beiträgen
ihren
Niederschlag,
so z.B. Die
Musik und
ihre
Instrumente
im
sowjetischen
Zentralasien
in „Societas
Uralo-Altaica“
der
Universität
Hamburg
(1968) und
Begegnungen
mit
kubanischen
Volks- und
Konzertmusik
in Rudi
Marslowski
„Berichte
zur
Entwicklung
Spaniens,
Portugals
und
Lateinamerikas“,
München
(1975).
Außerdem ist
sie mit 5
Märchen in
Alfred
Cammans
„Märchen des
Preußenlandes“
(1973) und
im
Westpreußen-Jahrbuch
Bd. 23/1973
vertreten
und hat für
etliche
Zeitschriften
geschrieben.
Die
verdienstvolle
Tätigkeit
der Ina G.
wurde durch
die
Verleihung
der
Comenius-Medaille
in der CSSR
(1965), der
Silbernen
Nadel des
Landesverbandes
der
Tonkünstler
(1967) und
des
Westpreußen-Kulturpreises
(1971)
gewürdigt.
Das Lied,
eine Brücke
der Völker,
wurde zum
Thema ihres
Lebensweges.
Derzeitig
befaßt sie
sich mit
einer Arbeit
über das
keltische
Lied für die
Universität
Hamburg. Die
Arbeit
dieser
weltoffenen
und
weitgereisten
Frau
aus Westpreußen
dient der
Verständigung
der Menschen
und Völker,
einer
Grundvoraussetzung
des allseits
gewünschten
Friedens.
Lit.: Susanne Deuter: Ina Graffius 80 Jahre: Ein Herz für
Reisen und
Musik, in:
Das
Ostpreußenblatt
Almanach
1981, S.
266ff; Hugo
Rasmus:
Lebensbilder
westpreußischer
Frauen in
Vergangenheit
und
Gegenwart,
Münster
1984.
Hugo Rasmus
(1986)