"Daß ich
immer und
immer wieder
Pfaffen
male, daran
trage ich
die Schuld
nur zum
kleineren
Theile. Bei
jeder
Ausstellung
fast heißt
es: 'Aber
Pfaffen
müssen's
sein oder
wenigstens
einige davon
darunter
sein!' Male
ich etwas
anderes,
sagen die
Leute: 'es
ist kein
echter
Grützner.'
Was ist da
zu thun?!"
So schrieb
Grützner in
einem Brief
im Jahre
1894. Sein
erstes
humoristisches
Bild mit
Klerikern
malte er
1868. Obwohl
sein
Werkverzeichnis
veranschaulicht,
daß der
Künstler
auch andere
Motive
dargestellt
hat, kommen
in mehr als
Dreiviertel
seiner Werke
Mönche vor.
Die Idee
dazu mag
wohl in
Grützners
Jugend
wurzeln. Als
Meßdiener
und
Chorsänger
wirkte er
beim
Gottesdienst
in der
Dorfkirche
seines
Heimatortes
mit und
hielt sich
oft im
dortigen
Pfarrhaus
auf. An den
Ortsgeistlichen
Pfarrer
Fischer
erinnerte er
sich dankbar
bis zum
Lebensende.
Auch rissen
seine
Verbindungen
zu Klerikern
nie ab.
Ihnen
verdankte er
vielfältige
Anregungen
für seine
Bildkompositionen.
Eduard
Theodor
Grützner
wurde als
siebtes und
letztes Kind
einer nicht
gerade
begüterten
Bauernfamilie
in Groß
Karlowitz
bei Neisse
geboren. In
der
Autobiographie,
die bis zum
Jahre 1884
reicht,
berichtet er
von seiner
entbehrungsreichen
Jugend. Früh
erkannte
Pfarrer
Fischer das
zeichnerische
Talent des
Knaben und
förderte es,
indem er
sich für
Grützners
Besuch des
Gymnasiums
in Neisse
einsetzte.
Die
zunehmende
Freude am
Zeichnen
führte dazu,
daß Grützner
die übrigen
Schulpflichten
vernachlässigte.
Verwandtschaftliche
Beziehungen
zu
Baumeister
Hirschberg
in München
nutzend,
ließ Pfarrer
Fischer eine
Talentprobe
Grützners
Carl Theodor
von Piloty
zukommen.
Dieser -
seit 1856
Professor an
der Münchner
Kunstakademie
- beurteilte
Grützners
Zeichnungen
positiv, und
so begann
Grützner
1863 ohne
Abitur mit
der
Ausbildung
in München.
An der
dortigen
Kunstakademie
absolvierte
er die
damals
üblichen
Ausbildungsstationen
bei den
Professoren
Hermann Dyck,
Georg
Hiltensperger,
Alexander
Strähuber
und Hermann
Anschütz,
bis er 1867
Aufnahme in
die
Meisterklasse
des
Historienmalers
Piloty fand.
Grützners
erstes
selbständig
entworfenes
Gemälde
Im
Klosterkeller
(1868)
sollte
typisch für
sein
späteres
malerisches
Werk sein.
Das
humorvoll
aufgefaßte
klösterliche
Leben wurde
zum
zentralen
Gegenstand
seiner
Malerei. Für
diese Art
von
Genrebildern
bezeichnete
Fritz von
Ostini den
"schaffenden
Humor" des
Künstlers
als die
treibende
Kraft.
Noch keine
zweiundzwanzig
Jahre alt,
genoß
Grützner mit
seiner
Malerei
nicht nur
Popularität;
er hatte
auch
finanziellen
Erfolg. Der
anhaltende
Geldsegen
ermöglichte
es ihm,
seiner
Sammlerleidenschaft
nachzugehen
und das von
Baumeister
Leonhard
Romeis für
ihn
errichtete
Stadthaus in
der Nähe des
Maximilianeums
in München
weitgehend
im gotischen
Stile
einzurichten.
Die
kostbaren
Antiquitäten
wurden nicht
museal in
den Räumen
plaziert,
sondern
waren auch
zum
täglichen
Gebrauch
bestimmt.
Der
wirtschaftliche
Erfolg mag
erklären,
warum sich
Grützner
neben dem
Themenkreis
"Klosterleben"
auch den
Themenkreisen
"Theatergarderobe"
und
"Wirtshausszene"
zugewandt
und sie
wiederholt
variiert
hat. Es wäre
aber
unredlich,
wollte man
Grützners
delikat
gemalte
Blumenbilder
und die
meisterlichen
Kreidezeichnungen,
karikierende
Porträts von
Persönlichkeiten
des Münchner
Kunst- und
Geisteslebens,
nicht
erwähnen.
Dem
gebürtigen
Oberschlesier
blieb die
verdiente
Anerkennung
nicht
versagt.
1885 wurde
er
Ehrenmitglied
der Akademie
der
bildenden
Künste, 1886
wurde ihm
der
Professorentitel
verliehen,
und
anläßlich
seines 70.
Geburtstages
erhielt er
1916 von
König Ludwig
III. von
Bayern den
persönlichen
Adelstitel
und wurde
Ritter des
königlichen
Verdienstordens
der
Bayerischen
Krone.
Obwohl
Grützner
eine
gediegene
Ausbildung
erfahren
hatte und
ein
technisch
ungewöhnlich
begabter
Künstler
war, heißt
es im
Cicerone
geringschätzig
in einem
Nachruf auf
ihn: "...der
gebürtige
Schlesier
hat in
München
seine zweite
Heimat
gefunden,
die ihm
jenen Ruf
von
Popularität
eintrug, der
immer das
Gegenteil
von
künstlerischer
Qualität
ist. Ein
Maler, der
zeitlebens
nur den
Bruder
Kellermeister,
zechende
Mönche
gemalt
hat..."
Dagegen
begründete
Grützner
selbst in
seiner
Autobiographie
die
Themenwahl
folgendermaßen:
"Die Klöster
bewahren uns
in erster
Linie die
Klassiker
vor dem
Untergange,
waren in
Zeiten der
ärgsten
Verrohung
die
Zufluchtsstätten
der Künste
und
Wissenschaften
und haben
uns auch die
Weinkultur
überliefert.
Zu dem allen
kommt die
malerische
Gewandung
und
interessante
Interieurs."
Lit.:
Eduard von
Grützner.
Eine
Selbstbiographie.
Hrsg. v.
Hugo
Schmidt,
München
1922. -
Fritz von
Ostini:
Grützner.
Bielefeld-Leipzig
1902
(Knackfuß-Künstlermonographien
58). -
Jugend.
Münchner
Illustrierte
Wochenschrift
für Kunst
und Leben.,
Jg. 1903.
- A.
Freund:
Eduard
Grützners
Kindheit und
Heimatdorf.
In: Der
Oberschlesier
7 (1925). S.
68-71. -
Sammlung
Eduard von
Grützner.
Hrsg. v. A.
Feulner,
München
1930.
Waldemar
Zylla