Im Jahre
1862
eröffnete
der
schlesische
Kaufmann
Falk
Valentin
Grünfeld in
Landeshut
ein
Sortiments-Manufakturwarengeschäft,
das zum
Ausgangspunkt
der „Landeshuter
Leinen- und
Gebildweberei
F. V.
Grünfeld“
wurde, die
durch
Vergabe von
Heimarbeit
in den
Dörfern der
Umgebung
einen
Zuwachs
ihrer
Produktion
erreichte.
Nach
Einführung
des
einheitlichen
Paketportos
in
Deutschland
wurde das
Unternehmen
die erste
große
Post-Versandfirma
in dieser
Branche. Die
im Jahr 1873
geschaffene
Versandabteilung
bekam auf
persönliche
Veranlassung
des
Generalpostmeisters
Heinrich von
Stephan 1887
eine eigene
Paketversandstelle.
Millionen
von
Preislisten
und die
umfangreiche
Versandtätigkeit
bewirkten,
daß der Name
Grünfeld
weit bekannt
wurde. Die
geschäftlichen
Erfolge
Grünfelds
beruhten auf
der in jener
Zeit
neuartigen
Einführung
fester
Preise und
der Qualität
seiner
Leinwandfabrikate.
1884
errichtete
er eine
eigene
Fabrik, die
als erster
Betrieb
dieses
Industriezweiges
in
Deutschland
die
Elektrizität
als
Energiequelle
verwandte.
Fünf Jahre
später kam
es zur
Einrichtung
eines
Ladengeschäftes
in Berlin,
das seine
Söhne zu
einem der
bekanntesten
Geschäftshäuser
der
Reichshauptstadt
ausbauten.
Wenige Jahre
nach dem Tod
des Vaters
verlegten
sie die
Geschäftsleitung
nach Berlin
(1900). Ein
Zweiggeschäft
wurde 1924
in Köln
eingerichtet,
1928 ein
weiteres
Haus in
Berlin am
Kurfürstendamm.
Wenig
bekannt ist,
daß Grünfeld
die
Hängematte
als
Warenartikel
in
Deutschland
eingebürgert
hat.
Seiner Ehe
mit Johanna
Schück
entstammen 3
Söhne und 2
Töchter.
Sein Sohn
Heinrich
(1865-1936)
war als
Seniorchef
der
väterlichen
Firma tätig.
Von seinen
zahlreichen
Aktivitäten
ist
besonders
die
Organisation
des
Einzelhandels
in der
„Hauptgemeinschaft
des
deutschen
Einzelhandels“
hervorzuheben.
Werke:
Das Leinen
in der
Kulturgeschichte
und im
Haushalt,
1888.
Lit.:
H. Grünfeld:
Falk
Valentin
Grünfeld und
sein Werk,
1934; Th.
Bonner: Der
ehrbare
Kaufmann,
1956; Neue
Deutsche
Biographie
7, 1966.
Harro Kieser