Als der
Feldmarschall
Friedrich
Wilhelm von
Grumbkow vom
7.7. bis
11.7.1737
bei Stettin
alle
pommerschen
Infanterie-Regimenter
einübte und
sie seinem
König vom
13. bis
15.7. in der
Revue
vorführte,
dessen
höchste
Anerkennung
erhielt,
Generalfeldmarschall
und
Erb-Jägermeister
in Pommern
wurde, hatte
er bereits
51 Jahre in
Diensten des
Hauses
Brandenburg-Preußen,
davon 26 in
denen
Friedrich
Wilhelms I.,
gestanden.
Sein
Aufstieg vom
Kammerjunker
(1686) nach
Kriegsteilnahme
und Studium
in Utrecht
und Leyden
zum Kapitän
und
Kompaniechef
(1697) war
zügig
weitergegangen:
1703 ist er
Regimentschef
und Oberst,
nimmt an den
Schlachten
von
Höchstädt
und
Malplaquet
teil, erhält
zwischenzeitlich
diplomatische
Aufträge in
Schweden und
Holland,
wird 1709
Generalmajor,
1712
Kondirektor
beim
General-Kriegs-Kommissariat,
dessen Chef
als
Staatsminister
er 1713 ist.
Nach dem
Feldzug
gegen
Schweden
Generalleutnant,
erhält er
1718 den
russischen
Andreas-Orden,
den
höchsten,
den der Zar
vergab. Seit
23.1.1725
ist er
Vizepräsident
sowie
dirigierender
Minister im
1.
Departement
des
neugegründeten,
die
preußische
Verwaltung
reformierenden
Generaldirektoriums,
reist
zweimal in
besonderer
Mission nach
Polen und
wird 1733
General der
Infanterie.
1700 hatte
er Sophie
Charlotte de
la
Chevallerie
geheiratet.
In Friedrich
Wilhelm von
Grumbkow als
Sproß
des alten
pommerschen
Adelsgeschlechts,
dessen
Stammgüter
im Stolper
Kreis
liegen, das
aber auch
Besitz in
Brandenburg,
Schlesien,
Ostpreußen
und Rußland
erwarb,
verbanden
sich
Zähigkeit
und
Beharrlichkeit
mit
diplomatischer
Gewandtheit.
Er war
Minister in
einem
zerrissenen
Land mit
vielen
offenen
Grenzen, mit
dem in
rauhem Klima
bis 600 km
Luftlinie
von Berlin
isoliert
liegenden,
von der Pest
verheerten (Ost-)Preußen,
das es im
ersten
großen
Retablissement
zu retten
galt.
Brandenburg-Preußen
war ein
„Emporkömmling“
unter den
Großen, von
ihnen wegen
der
Kurstimme
und seiner
vorzüglichen
Armee
umworben,
aber auch
verraten.
Das
europäische
Kräfte- und
Intrigenspiel,
das nicht
nur auch in
die
königliche
Familie
eindrang,
sondern von
Königin
Sophie
Dorothea
bewußt
zugunsten
Englands
betrieben
wurde und
die
dramatische
Entwicklung
des
Konflikts
zwischen
Vater und
Sohn noch
förderte,
brachte
Friedrich
Wilhelm I.
an den Rand
der
Verzweiflung
in großer
Sorge um den
Bestand
seines
Lebenswerkes
und des
Staates.
Hier fand
der König in
Grumbkow
nicht nur
einen
vielbefähigten
und tätigen
Minister,
sondern
einen
geschätzten
Berater, dem
es dann auch
gelang,
seinen
Souverän an
der Seite
Österreichs
zu halten.
Daß er ein
Jahresgehalt
vom Kaiser
bekam,
geschah mit
Wissen
seines Herrn
und war in
damaligen
Zeiten nicht
ungewöhnlich.
Die
außerordentlich
hohe Zahl
der von ihm
entworfenen
oder mit
verantworteten,
gedruckt
überlieferten
Edikte weist
ihn als
vielseitigen,
rührigen
Mitarbeiter
auf allen
Gebieten des
Staatslebens
und des
engagierten
inneren
Reformwerkes
seines
königlichen
Herrn und
Freundes
aus.
Lit.
(Auswahl):
Mylius, CCM,
Tl. 1-3, 5
u. 6, Berlin
u. Halle
(1737); ADB,
Bd. 10,
Leipzig
1879, S.
22-25; NDB,
Bd. 7,
Berlin
(1966), S.
213f.; E.
Schäfer, F.W.
v. G.s Rolle
i. d.
auswärt,
preuß.
Politik...
Diss.
Marburg
1914; K. v.
Priesdorff,
Soldatisches
Führertum,
Bd. l,
Hamburg o.J.,
S. 91 f.;
Gen. Hdb. d.
Adels, A
VIII,
Limburg
1966, S.
175. Der
Nachlaß
Grumbkows
Tl. l im
ZSTA
Merseburg/DDR,
Tl. 2 durch
Kriegseinwirkung
zerstört.
Benno von
Knobelsdorff-Brenkenhoff