Fritz Haber
entstammte
einer
angesehenen
jüdischen
Bürgerfamilie.
Sein Vater
war Inhaber
einer
Drogen- und
Farbenhandlung
und Stadtrat
in Breslau.
Nach dem
Besuch des
Elisabeth-Gymnasiums
in Breslau
studierte er
Chemie in
Berlin und
Heidelberg
und war
wenige Jahre
in
Industriebetrieben
tätig. Sein
Versuch, ins
väterliche
Geschäft
einzutreten,
schlug fehl,
da sein
Interesse
der
Wissenschaft
galt. Bevor
er in die
Hochschullehrerlaufbahn
eintrat,
ließ Haber
sich taufen.
1894 begann
er seine
akademische
Laufbahn in
Karlsruhe
als
Assistent,
habilitierte
sich 1886,
wurde zwei
Jahre darauf
Extraordinarius
und erhielt
1906 den
Lehrstuhl
für
physikalische
Chemie. In
die
fruchtbaren
Karlsruher
Jahre fällt
seine
Entdeckung
der Synthese
des
Ammoniaks
aus den
Elementen N2
+ 3 H2
= 2 NH3
(1904). Das
von ihm
erfundene
Verfahren
der
Stickstoffgewinnung
aus der Luft
wurde
bahnbrechend
für die
Bewältigung
des Problems
einer
ausreichenden
Nahrungsmittelversorgung.
Bis dahin
waren
Deutschland
und die
europäischen
Industriestaaten
zunehmend
von der
Einfuhr von
Chile-Salpeter
für die
Düngung
abhängig.
Das Problem
für Haber
war, daß die
Gleichgewichtsreaktion
zwischen
gasförmigen
Partnern
unter
Volumenverminderung
bei
niedrigen
Temperaturen
zu langsam
verlief,
bei hohen
Temperaturen
aber die
Ausbeute zu
gering und
damit nicht
rentabel
war. Eine
technische
Nutzung
wurde erst
möglich, als
Haber in
Zusammenarbeit
mit seinem
Assistenten
Le Rossignol
geeignete
Katalysatoren
fand, die
den
chemischen
Reaktionsablauf
bei
niedrigen
Temperaturen
beschleunigten.
Haber
überzeugte
die BASF in
Ludwigshafen
von der
Brauchbarkeit
seines
Verfahrens.
Daraufhin
wurden in
diesem
Unternehmen
1909—1913
unter
Leitung von
Carl Bosch
technisch
brauchbare
Katalysatoren
entwickelt
und das
Verfahren
zur
Industriereife
geführt.
1913 lief
das erste
Werk in
Oppau, und
ein größeres
war im Bau,
als
Deutschland
1914 von der
Einfuhr von
Chile-Salpeter
abgeschnitten
wurde.
Mit
Beginn
des
Weltkrieges
schnellte
der Bedarf
an
gebundenem
Stickstoff
für die
Schießpulverfabrikation
rasch in die
Höhe, und es
ist
zweifelhaft,
ob
Deutschland
den Ersten
Weltkrieg
ohne das
sog.
Haber-Bosch-Verfahren
so lange
durchgehalten
hätte.
Dieses erste
im Großen
durchgeführte
Hochdruckverfahren
wurde
Wegbereiter
für
zahlreiche
spätere
Verfahren,
z. B. die
Druckpolimerisation
von
Kunststoffen.
Die
Erfahrungen
mit der
Hochdrucksynthese
kamen Bosch
bei der
Kohlehydrierung
zustatten.
1911 hatte
Haber die
Leitung des
neugeschaffenen
Kaiser-Wilhelm-Instituts
für
Physikalische
Chemie und
Elektrochemie
in
Berlin-Dahlem
übernommen.
Im Ersten
Weltkrieg
stellte er
sich
freiwillig
dem Militär
zur
Verfügung
und
organisierte
als
Hauptmann
und Chef der
Zentralstelle
für Chemie
beim Preuß.
Kriegsministerium
den
Gaskrieg.
Das neue
Kampfmittel
wurde
erstmals am
22. April
1915 im
Abblasverfahren
bei Ypern
eingesetzt.
Haber wies
später
darauf hin,
daß die
Gaswaffe
nicht von
Deutschen
erfunden
wurde. Er
hielt ihre
Anwendung
für humaner
als den
Einsatz von
Explosivgeschossen.
Erst unter
dem Eindruck
des Zweiten
Weltkrieges
und der
Entwicklung
der
Atomwaffe
setzte sich
eine
kritischere
Haltung über
die
Mitwirkung
von
Forschung
und
Wissenschaft
bei der
Entwicklung
von
Kriegswaffen
durch.
Dennoch
sollte man
nicht die
Problematik
verschweigen,
die sich –
wohlbemerkt
erst aus
heutiger
Sicht – aus
dem
Kriegseinsatz
von Haber
ergibt. Er
erhielt 1918
den
Nobelpreis
für Chemie
zusammen mit
Bosch für
die Synthese
des
Ammoniak.
Nach dem
Kriege
gehörte
Haber zu den
Initiatoren
der
„Notgemeinschaft
für die
Deutsche
Wissenschaft“,
die heute
als
„Deutsche
Forschungsgemeinschaft“
segensreich
wirkt. Nach
der
Machtergreifung
von Hitler
blieb Haber
zunächst
unbehelligt
(Offizier
des Ersten
Weltkrieges),
legte aber
im November
1933
freiwillig
seine Ämter
nieder und
emigrierte
nach
Cambridge.
Am 29.
Januar 1934
erlag er in
Basel einem
Herzleiden.
Habers
Bedeutung
für seine
Zeit beruhte
darauf, daß
er sich
nicht mit
dem Ergebnis
einer
Forschung
begnügte,
sondern
gleichrangig
ihre
technische
Verwertbarkeit
erprobte.
Lit.:
Fritz Haber,
Aus Leben
und Beruf,
Berlin 1927.
Johannes
Jaenicke:
Lebensabriß
Fritz
Habers,
Berichte der
Bunsen-Gesellschaft
für
physikalische
Chemie,
1969. Bertel
Kastening:
Fritz Haber,
in H. Hupka,
Große
Deutsche aus
Schlesien,
München
1978.
Heinrich
Trierenberg