Der Name
Hans Hagel
ist mit der
Banater
deutschen
Mundartforschung
eng
verbunden:
Mit Josef
Mathias,
Anton Bader
und Konrad
Mischung
gehörte
Hagel zu
jener
Generation,
die nach der
Jahrhundertwende
entschlossen
für die
deutsche
Bewußtseinswandlung
bzw.
-bildung im
Banat
eintrat.
Nach
Abschluß der
Realschule
in Werschetz
(1908)
wandte sich
Hagel
zunächst dem
Theologiestudium
in Temeswar
zu, das er
aber bald
aufgab, um
sich an der
Budapester
Universität
dem Studium
der
Germanistik
und
Romanistik
zu widmen.
Als Schüler
von Jakob
Bleyer und
Gideon Petz
erhielt
Hagel eine
hervorragende
Fachausbildung
und
beschäftigte
sich bereits
während
seiner
Studienzeit
mit
Mundartforschung.
Von Budapest
wechselte er
nach Paris,
wo er
1911–12 an
der Sorbonne
sein Studium
vervollkommnete.
Bis zum
Ausbruch des
Ersten
Weltkrieges
unterrichtete
Hagel sodann
am Gymnasium
in Kecskemét
(Ungarn).
Nach dem
Krieg war er
von 1918 bis
1931
zunächst als
Professor an
der
Temeswarer
deutschen
Handelsschule
tätig, und
von 1931 bis
zu seinem
tragischen
Unfalltod am
20.4.1942
unterrichtete
er an der „Banatia"
bzw. an der
Prinz-Eugen-Schule
in Temeswar.
Während
seiner
Gymnasialzeit
in Werschetz
gehörte
Hagel dem
deutschbewußten
Kreisum
Josef
Reinhold
Heegn, Dr.
Eduard
Rittinger,
Dr. Ludwig
Kremling u.
a. an. Als
Student
gründete
Hagel in
Budapest mit
K. Mischung
und A. Bader
die
deutschbewußte
Tafelrunde
„Erzschwaben",
die von den
ungarischen
Behörden als
ungarfeindliche
„Agitatoren"
eingestuft
wurde(n).
Als
Mitarbeiter
und ab 1929
Leiter der
„Banater
Deutschen
Kulturhefte"
(1927–1931,
Temeswar)
war Hans
Hagel stets
um die
Erschließung
des Banater
Volksgutes
und um die
Erforschung
der
deutschen
Mundarten
des Banats
bemüht. So
hat Hagel
beispielsweise
nachgewiesen,
daß die
Banater
deutschen
Mundarten
keine
„reinen" im
Sinne der im
geschlossenen
deutschen
Sprachraum
gesprochenen
Mundarten
sind,
sondern daß
es sich hier
vielmehr um
Mischmundarten
handle, die
sich im
Laufe der
Zeit und
unter
Einwirkung
fremdsprachlicher,
d.h.
ungarischer,
rumänischer,
serbischer
u. a.
Einflüsse
herausgebildet
haben. Seine
Bemühungen
um die
deskriptive
Erfassung
der
Sprachverhältnisse
in den
Banater
Dörfern
zwecks
späterer
entsprechender
Auswertung
konnten
durch seinen
plötzlichen
Tod nur
teilweise
verwirklicht
werden, was
jedoch
keineswegs
eine
Bedeutungsschmälerung
seiner
Forschungstätigkeit
und
-ergebnisse
zu bedeuten
hat.
Hagel
behandelte
deskriptiv
den
Vokalismus
und
Konsonantismus,
das
Konjugations-
und
Deklinationssystem
sowie
Besonderheiten
im
Wortschatz
und in der
Wortbildung.
AIs
Schriftleiter
der Banater
Deutschen
Kulturhefte
war Hagel
bestrebt,
sprachwissenschaftliche
und
volkskundliche
Arbeiten zu
veröffentlichen
bzw. die
Forschungstätigkeit
in diesen
Bereichen
anzuregen.
Er selbst
publizierte
(auch in
binnendeutschen
Fachzeitschriften)
Beiträge,
deren
Basischarakter
für das
Banat
bedeutend
erschien:
„Unsere
Sprache",
„Das
Saarpfälzische
als Mundart
des Banat",
„Die
Sprache",
„Die
pfälzische
Mundart im
Banat",
„Kulturgeschichtliches
in unserer
Mundart",
„Schwäbischer
Volkswitz im
Banat" u.a.
Hagel
spannte
seine
Tätigkeit
als Volks-
und
Brauchtumsforscher
in weitem
Bogen,
ausgehend
von der
„Charakteristik
des Banater
schwäbischen
Volkes" über
„Religiöse
Volkskunde
(aus dem
Banat)"
Oster- und
schwäbische
Hochzeitsbräuche,
„Banater
Krankheitsaberglaube"
und
„Volkstümliche
Gebete" bis
hin zu
„Schwäbischen
Kinderreimen"
und
„Kinderversen".
Als
Publizist
bemühte sich
Hagel
besonders,
die
offensichtlichen
und latenten
Spuren der
Madjarisierungsbestrebungen
vor dem
Ersten
Weltkrieg in
den Reihen
der Banater
Schwaben zu
beseitigen,
indem er
seinen
Landsleuten
in
zahlreichen
Veröffentlichungen
aufklärerisch
bewußt zu
machen
versuchte,
daß die
Banater
Schwaben als
eine
existenzbedrohte
Minderheit
in einem
politisch
brisanten
Raum auf ihr
traditionelles
Erbe im
Bereiche der
Wissenschaft,
des
künstlerischen
Lebens und
aufgrund
ihres
vorbildlichen
Fleißes
stolz sein
durften.
Hagels
Verdienst
liegt
zweifelsohne
auf dem
Gebiet der
Sprachwissenschaft:
Seine
Mundartforschungen,
von
grundlegendem
Charakter,
erhielten
durch
mannigfaltige
Abhandlungen
im Bereich
der
Volkskunde
eine
ansehnliche
Ausweitung
und bildeten
eine
Plattform
für die nach
dem Zweiten
Weltkrieg
teils von
seinen
Schülern und
Freunden,
teils von
interessierten
fachkundigen
Jungakademikern
erfolgreich
getragene
Forschungsarbeit.
Lit.: Hans
Hagel: Die
Banater
Schwaben.
Gesammelte
Arbeiten zur
Volkskunde
und
Mundartforschung.
Hrsg. von
Anton P.
Petri,
München
1967. –
Volkskunde.
Handwörterbuch
des Grenz-
und
Auslandsdeutschtums.
Breslau, 1.
Bd., 1933,
S. 242– 248.
– Hans
Diplich:
Beiträge zur
Kulturgeschichte
der
Donauschwaben.
Homburg/
Saar 1975. –
Walter
Engel:
Deutsche
Literatur im
Banat
(1840–1939).
Heidelberg
1982. –
Johann Wolf:
Rückblick
auf
Bemühungen
um die
Erforschung
Banater
Mundarten,
in: Kleine
Banater
Mundartenkunde,
Bukarest
1975, S.
25–28. –
Anton
Valentin:
Prof. Hans
Hagel.
Südostdeutsche
Tageszeitung
vom 26.
April 1942,
S. 5. – Die
Banaler
Schwaben.
Kurzgefaßte
Geschichte
einer
südostdeutschen
Volksgruppe,
München
1959.
Hans Dama