Die Lexika
bezeichnen
Hanak als
einen
Plastiker
der
expressionistischen
Richtung.
Doch erweist
sich eine
solche
Schematisierung
auch als
unzulänglich.
Das Werk
dieses
Bildhauers
zeigt sich
weitaus
vielfältiger;
es reicht
von
Bildwerken
voll ruhiger
Anmut,
besonders
der
weiblichen
Motive, bis
hin zu
ausdrucksstarken,
leidenschaftlichen
Gestalten.
Anton Hanak
war der Sohn
einfacher
Leute und
durchwanderte
nach der
Schreinerlehre
die Länder
der
österreichischen
Monarchie
fünf Jahre
lang. In
Wien
erprobte er
seine
Begabung
zunächst als
Holzschnitzer,
besuchte
dann von
1898 bis
1906 die
Bildhauerklasse
der Wiener
Akademie,
zuletzt als
Meisterschüler
von Edmund
Hellmer.
Zwei Jahre
Italienaufenthalt
schlossen
sich an.
Seit 1911
war Hanak
als
freischaffender
Bildhauer in
Wien tätig.
Er wurde
Lehrer erst
an der
Kunstgewerbeschule,
später zum
Professor
der Wiener
Akademie
ernannt.
Seit 1911
gehörte er
der Wiener
Secession
an; mehrere
Ausstellungen
wurden ihm
gewidmet.
Künstlerisch
am stärksten
beeindruckt
wurde Anton
Hanak von
Auguste
Rodin – wie
die meisten
Plastiker
der Zeit.
Das ganze
Spektrum
menschlicher
Schicksale
und
Ausdrucksformen
gewann in
seinem Werk
eine
überzeugende
Form.
Frauengestalten
mit
Ausstrahlung
von Ruhe und
Gelassenheit,
mädchenhafter
Anmut oder
weiblicher
Fülle stehen
den
expressiven
männlichen
Körpern
gegenüber,
in denen
sich
heroisches
Schicksal
spiegelt.
Die eine
Seite ist
die
Atmosphäre
seiner
mährischen
Heimat mit
Liebreiz und
Behäbigkeit,
auch ein
Hauch
wienerischer
Musikalität;
die andere
Seite ist
jene
schicksalsschwangere
Stimmung,
welche die
österreichische
Monarchie
vor dem
Ersten
Weltkrieg
beherrschte.
Zwischen
diesen Polen
spannt sich
das Œuvre
des
Plastikers
Hanak. Die
Skulpturen
Hanaks
lassen
erkennen,
wie sehr er
für das
Statuarische
des Denkmals
begabt war.
Von ihm
stammt das
Nationaldenkmal
in Ankara.
Die Titel
einiger
Werke sagen
viel aus
über Thema
und Absicht
des
Künstlers:
Der Gigant –
Der
Fanatiker –
Der letzte
Mensch – Der
brennende
Mensch. – In
der an
großen Namen
reichen
deutschen
Plastik
nimmt Anton
Hanak einen
bedeutenden
Platz ein.
Lit.:
M. Eisler,
„Anton Hanak“
(1921); W.
Hofmann
„Plastik des
20.
Jahrhunderts“
(1958);
Richard W.
Eichler
,„Künstler
und Werke“
(1962); H.
Steiner,
„Anton Hanak.
Werk, Mensch
und Leben“
(1969).
Richard W.
Eichler