Der als
Dichter
hervorgetretene
Sohn eines
in Graudenz
in Garnison
stehenden
Hauptmanns
hieß
eigentlich
Ernst
Stöckhardt.
Seine letzte
Schulzeit
absolvierte
er in der
Hauptkadettenanstalt
in
Lichterfelde
bei Berlin.
Danach
unternahm er
von 1893 bis
1897 Reisen
nach
Griechenland,
Spanien und
Portugal.
Seit 1898
war er
Redakteur
der
Dresdner
Zeitung,
zeichnender
Mitarbeiter
der
Blätter für
die Kunst
und
freier
Schriftsteller
in Berlin.
1907 zog er
nach Weimar,
wo er von
1919 bis
1924
Generalintendant
des
Deutschen
Nationaltheaters
war. Er
wechselte
1925 als
Intendant
zur Kölner
Schauspielbühne
und übernahm
dort 1926
die Leitung
des
Westdeutschen
Rundfunks.
1933 wurde
er seines
Amtes
enthoben und
für einige
Zeit in Haft
genommen.
Bis zu
seinem Tode
lebte er
zurückgezogen
in Schwaben.
Er war
dreimal
verheiratet.
Ein Sohn und
eine Tochter
stammen aus
der ersten
Ehe.
Einen Namen
machte sich
Hardt als
Lyriker,
Erzähler und
Dramatiker,
der in einer
gepflegt
stilisierten
Sprache
schrieb.
Seine Stoffe
nahm er vor
allem aus
Sage und
Geschichte.
Er besaß
eine
Vorliebe für
eine nervös
verfeinerte
Psychologie.
Außerdem
betätigte er
sich als
Übersetzer
aus dem
Französischen.
Anfangs
stand er
unter dem
Einfluß der
Kunst Stefan
Georges,
neigte aber
später
zunehmend
der
Neuromantik
und dem
französischen
Symbolismus
zu. Aus
bescheidenen
lyrischen
und
erzählenden
Anfängen
erwuchs eine
beachtete
dichterische
Kunst. Zu
seinen
Anfangswerken
zählen die
Novellen
Priester des
Todes
(1898),
Bunt ist das
Leben
(1902),
An den Toren
des Lebens
(1904) und
sein
Gedichtsband
Aus den
Tagen des
Knaben
(1904).
Seine
Gesammelten
Erzählungen
erschienen
1909.
Zu einem
großen
Bühnenerfolg
gelangte
sein
Versdrama
Tantris der
Narr
(1907), für
das er 1908
den Staats-
und
Volksschillerpreis
erhielt.
Weitere
bekannte
Bühnenstücke
sind das
Trauerspiel
Gudrun
(1911), das
Lustspiel
Schirin und
Gertraude
(1913) und
das Drama
König Salomo
(1915).
Vorher schuf
er die
Dramen
Tote Zeit
(1898),
Der Kampf
ums
Rosenrote
(1903) und
Don
Lenclos
(1905). Nach
1945 befaßte
er sich
realistisch-schwermütig
mit
Zeitproblemen.
1947
erschien
seine
Erzählung
Don Hjalmar.
Sein Nachlaß
wird im
Deutschen
Literatur-Archiv
in Marbach
verwahrt.
Lit.:
D. Hardt:
E.H. Ein
Gedenkblatt.
In: Deutsche
Rundschau.
VII. 47. –
NDB. – Kosch:
Literatur-Lexikon.
–
Soergel-Hohoff:
Dichtung und
Dichter der
Zeit. 1964.
– H. Spiero:
E.H. In:
Berliner
Hefte. 1947.
– Götz von
Selle:
Ostdeutsche
Biographie.
1955. Nr.
153. –
Joseph
Nadler: Lit.
Gesch. d.
dt. Stämme.
Bd. 4, 1928.
–
Altpreußische
Biographie
S. 941. –
Günther
Dietel
(Hrsg.):
Reiseführer
für
Literaturfreunde
II. 1972. –
Helmut
Motekat:
Ostpreußische
Literatur-Geschichte
mit Danzig
und
Westpreußen.
1977, S.
348. – Gero
von Wilpert:
Deutsches
Dichterlexikon.
31988.
–
Ernst-Edmund
Keil (Bearb.):
Ostdeutsches
Lesebuch II.
1984 S. 313.
Bild:
Westpreußisches
Landesmuseum,
Münster-Wolbeck
Hugo Rasmus