Hans oder
auch
Johannes
Hasentödter
war kein
„Originalgenie“,
er gehörte
zu jenen
Köpfen, die
sich
bemüßigt
fühlten,
kirchliche
und
weltliche
Dinge, aber
auch des
Alltags
freud- und
leidvolle
Begebenheiten
in Reime zu
bringen. Ein
Gelegenheitsdichter
also, ohne
Anspruch auf
Kunstwerkcharakter
des von ihm
Geschriebenen.
In
seiner 1569
in Königsberg
gedruckten
Reimchronik,
die in ca.
1600 Versen
die ganze
Weltgeschichte
bis eben zu
diesem Jahr
abhandelt,
hat er auch
Angaben zur
eigenen
Person
gemacht, die
allerdings
die ersten
45 Jahre
seines
Lebens so
gut wie gar
nicht
berücksichtigen.
Er nennt
dort
lediglich
sein
Geburtsdatum,
den 12. März
1517, aber
nicht den
Geburtsort.
Der
selbstgewählte
Beiname
Hessus oder
Hesse läßt
immerhin zu,
in seinem
Träger einen
Hessen zu
vermuten.
Aus
Mitteilungen
in der
Chronik zum
Jahre 1547
ist zu
entnehmen,
daß sich der
Verfasser in
der Schweiz
aufgehalten
hat und dort
in
irgendwelche
Schwierigkeiten
geraten sein
muß. Welcher
Art sie
waren, wird
nicht
gesagt. 1562
wird sein
Leben
überschaubarer.
Im Mai
dieses
Jahres läßt
er sich in
Königsberg
an der
Albertina
immatrikulieren.
Aber dem
schon
45jährigen
war es wohl
kaum um ein
reguläres
Studium im
Hinblick auf
einen
zukünftigen
Beruf zu
tun, sondern
eher um
Inanspruchnahme
der mit der
Immatrikulation
verbundenen
Universitätsprivilegien.
Zur selben
Zeit erhält
er eine
Stelle als
Bassist in
der
herzoglichen
Kapelle, am
Hofe
Albrechts,
des ersten
Preußenherzogs,
der als
letzter
Ordenshochmeister
1525 den
Ordensstaat
in ein
weltliches
Herzogtum
unter
polnischer
Lehnshoheit
umgewandelt,
in Preußen
die
Reformation
eingeführt
und 1544 in
Königsberg
die
Universität
gegründet
hatte. Der
bescheidene
Hofposten
ließ
Hasentödter
gewiß viel
Muße, die er
u.a. für die
Anfertigung
der bereits
genannten
Reimchronik
nutzte.
Deren
Schlußverse
sagen, wem
er sie
zugedacht
hat:
Dem
Leyen und
gemeinen Man
Hab ichs zu
Dienst und
Gfallen
gthan.
Gewidmet war
die ein Jahr
nach dem
Tode Herzog
Albrechts
erschienene
Chronik den
Bürgermeistern
und dem Rat
der Stadt
Danzig, in
deren
Dienste
Hasentödter
zu treten
wünschte.
Aber erst im
Spätsommer
1571 konnte
er vom
Pregel an
die Mottlau
übersiedeln,
wo er im
Juli des
Folgejahres
vom Rat auf
ein Jahr
probeweise
in der
Kanzlei
angestellt
wurde. 1578
erfolgte
seine
Beförderung
zum
Ratssekretär;
diesen zwar
schlecht
bezahlten,
aber doch
angesehenen
Posten
bekleidete
er bis an
sein
Lebensende.
Außer der
Reimchronik
und einer
braven
theologischen
Kompilation
sind von ihm
nur knapp
drei
Dutzend,
fast
ausschließlich
handschriftlich
überlieferte
Gedichte und
Lieder
bekannt:
einige
geistlich-religiösen,
ein paar
privaten
Charakters,
der Großteil
polemisch-politischer
Natur.
Gedichte,
die sich mit
den
Verhältnissen
Danzigs und
Osteuropas
zu jener
Zeit, aber
auch mit
kirchlichen
Zuständen
befassen. Am
bekanntesten
ist das
letzte Lied
seiner
Sammelhandschrift
geworden:
„Ein newes
Lied von der
guten Statt
Dantzig“. Es
ist ein
Appell zum
Widerstand:
O Dantzig
halt dich
feste
Du
weitberumbte
Statt...
Dem Feind
thu
widerstreben...
Mit dem
„Feind“ war
zweifellos
der
Polenkönig
Stephan
Bathóry
gemeint, der
1577 Danzig
durch Krieg
zur
Anerkennung
seiner
Königswürde
zwingen
wollte, was
aber
zunächst an
der
entschlossenen
Gegenwehr
der Stadt
scheiterte,
mit der es
erst 1585 zu
einem
Kompromiß
frieden kam.
Im Jahr
darauf, im
März 1586,
ist der
Ratssekretär
Hans
Hasentödter
in Danzig
gestorben.
Der König
Stephan
Bathóry im
Dezember
desselben
Jahres, in
Grodno.
Lit.:
K. Goedeke,
Grundriß z.
Gesch. d.
dt. Lit., 2.
ganz neu
bearb.
Aufl., Bd.
2, Dresden
1886, S.
323; O.
Günther,
Hans
Hasentödter,
ein
preußischer
Poet des 16.
Jahrhunderts,
in: Zeitschr.
d. Westpreuß.
Geschichtsvereins,
H. 55
(1913), S.
1-48 u. S.
182f.; B.
Pompecki,
Lit. Gesch.
d. Prov.
Westpreußen,
Danzig 1915,
S. 21 f. u.
27f.;
Altpreuß.
Biogr.
I
(1941), S.
254.
Harald Kohtz