„Maler sein
bedeutet
glücklich
sein im
wahren
Sinne, denn
jede
geliebte
Tätigkeit
bedeutet
Glück“,
dieses Fazit
zog Ivo
Hauptmann
bei seinem
85.
Geburtstag.
Glück, eine
gewisse
Heiterkeit,
das
Lebensbejahende
spricht aus
seinem
gesamten
Werk. Es
spricht aus
der duftigen
Palette der
Farben, es
spricht aus
dem
bewegten,
doch
präzisen
Pinselstrich,
es spricht
aus der
Thematik
seiner
Bilder. Als
Sohn des
berühmten
Dichters
Gerhart
Hauptmann
dieses Glück
in einem
künstlerischen
Beruf zu
finden, ist
keine
Selbstverständlichkeit.
Aber im
Gegensatz zu
vielen
Vätern
förderte der
Dichter die
sich schon
früh
zeigende
künstlerische
Begabung des
Knaben, der
von sich
behauptete,
mit sechs
Jahren sei
er Maler
geworden.
Der in
Erkner bei
Berlin
geborene Ivo
reiste schon
im Alter von
14 Jahren
mit dem
damals
26jährigen
schlesischen
Maler Otto
Mueller,
einem
entfernt
Verwandten,
zum Malen
und Zeichnen
an die
Riviera.
Drei Jahre
später war
Ivo bereits
in der
Gesellschaft
von Graf
Harry Keßler,
dem Direktor
des Museums
in Weimar,
und von
Ludwig von
Hofmann, dem
Leiter der
Weimarer
Kunstakademie,
bei einer
Reise nach
Paris.
Dadurch
lernte er
die
Avantgarde
in der
französischen
Hauptstadt
kennen:
Denis,
Maillol,
Bonnard und
Vuillard. Er
ließ sich in
der Académie
Julian bei
Lefebvre
einschreiben
und kam
dadurch in
Kontakt mit
der Kunst
Gauguins und
lernte den
Cloissonismus
kennen, jene
flächige
Malerei, die
kräftige
Farbfelder
mit betontem
Kontur
umschließt.
Mehr noch
scheint er
jedoch vom
Pointillismus
beeindruckt
zu sein, der
besonders
von Paul
Signac
gepflegt
wurde. Nach
dem
Parisaufenthalt
studiert Ivo
Hauptmann
kurze Zeit
in Berlin
bei Lovis
Corinth und
geht dann
nach Weimar,
wo er auf
Henry van de
Velde,
Eduard Munch
und Hans Arp
stößt. Den
Studien in
Weimar folgt
ein zweiter,
jetzt
vierjähriger
Aufenthalt
in Paris. An
der Académie
Ranson
zählen
Bonnard,
Denis,
Maillol
sowie
Serusier und
Signac zu
seinen
Lehrern. In
Paris stellt
Ivo
Hauptmann
recht
erfolgreich
im Salon der
Société des
Arts
Indépendents
Zeichnungen
und
Aquarelle
aus.
Ivo
Hauptmann
bleibt sein
Leben lang
dem
Gegenständlichen
treu. Ihn
interessiert
die
Landschaft,
doch auch
als
Porträtist
leistet er
Hervorragendes.
Immer wieder
malt er
Stilleben
entweder als
selbständige
Bilder oder
als
Vordergrund
einer
Landschaft,
eines
Porträts.
Ivo
Hauptmann
zählt zu den
wenigen
deutschen
Künstlern,
die den
Pointillismus
beherrschen
und ihn in
eine
durchaus
eigene
Handschrift
umgesetzt
haben. Schon
1923 würdigt
man das im
bedeutenden
Künstlerlexikon
Thieme-Becker.
Dort kann
man lesen:
„Hauptmann
weiß mit der
Technik des
Pointillismus
oft feinste
malerische
Reize zu
erzielen,
lichtdurchflutete
Lufträume
mit weiten
Fernen von
prachtvoller
Transparenz
und in der
Sonne
zitternde
Wasserflächen
wiederzugeben.“
Einer
pointillistischen
Frühphase
folgt etwa
ab 1914 eine
expressionistisch
geprägte
Schaffensperiode,
für die wohl
die enge
Freundschaft
mit Otto
Mueller und
Eduard Munch
verantwortlich
gemacht
werden darf.
Die Flächen
verdichten
sich, die
Konturen
werden hart
und
bestimmend.
1913
siedelte Ivo
Hauptmann
nach Hamburg
über, 1919
ist er
Mitbegründer
der
Hamburger
Sezession.
In den 20er
Jahren
erfolgt ein
Rückgriff
auf seine
neoimpressionistische
Malerei der
Frühzeit,
die eine
Synthese mit
der seiner
konturbetonten,
expressiven
Phase
eingeht.
Daraus
entwickelt
Ivo t
Hauptmann in
den 30er
Jahren eine
sehr eigene
Handschrift
und
vereinigt
subtile,
dabei aber
starkfarbige
Malerei mit
klaren,
rahmenden
Konturen.
1933 erlebt
Hauptmann
die
Schließung
der
Hamburger
Sezession,
wird aber
selbst nicht
vom
Malverbot
betroffen.
Dennoch
arbeitet er
im Stillen.
Als 1945 die
Hamburger
Sezession
wiedereröffnet
wird, greift
er dankbar
die
Gelegenheit
auf, den
Vorsitz zu
übernehmen,
dankbar auch
die
Gelegenheit,
an der
Hochschule
für Bildende
Künste einen
Lehrauftrag
zu
übernehmen.
Seine
künstlerische
Leistung
wurde nun
gewürdigt,
so durch die
Verleihung
des
Edwin-Scharff-Preises
und durch
die
Ernennung
zum
Ehrenpräsidenten
der Freien
Akademie der
Künste. 1972
wurde ihm
für seine
langjährige
Tätigkeit
als Dozent
an der
Kunstakademie
der
Professorentitel
verliehen.
Ab Mitte der
50er Jahre
waren einige
große
Retrospektiven
von Ivo
Hauptmann in
deutschen
Museen zu
sehen, so in
Stuttgart
(1954,1966),
Hamburg
(1966),
Regensburg
(1966) und
Berlin
(1973), und
machten ihn
einem
breiten
Publikum
bekannt.
Lit.: Günther Grundmann, Ivo
Hauptmann
zum
Gedächtnis
in:
Schlesien,
1974,
Jahrgang
XIX, Heft
11, S. 65
ff. Dort
auch weitere
Literatur.
Idis B.
Hartmann