Karl
Schodrok,
der
Herausgeber
der
Vierteljahresschrift
Schlesien,
gedachte mit
seinem
Beitrag
”Alfons
Hayduk zum
Gedenken” in
der Ausgabe
IV/1972 des
verstorbenen
Schriftstellers
und
Schriftleiters
mit den
folgenden
Worten: ”Der
Tod unseres
Alfons
Hayduk ist
ein großes
Unglück für
die
Kulturarbeit
im Dienste
Schlesiens.
Die Lücke,
die er
hinterläßt,
einigermaßen
zu
schließen,
wird eine
vornehmliche
Aufgabe für
die nächste
Zeit sein.
Schon in den
letzten drei
Jahren
seines
Lebens
kränkelte
er. Aber wer
ihn mit
seiner
großen
Vitalität
näher
kannte, der
meinte, das
würde
vorübergehen.
Er selber
war wohl
anfangs
derselben
Meinung.”
Nach zwei
schweren
Operationen
war Alfons
Hayduk in
der
Universitäts-Klinik
Erlangen
verstorben.
Er ruht auf
dem
Waldfriedhof
in Ansbach,
der Stadt,
in der er
bis zu
seiner
Pensionierung
im
Schuldienst
gestanden
und im
Kreise
seiner
Familie
sowie vieler
Freunde die
letzten
Jahre seines
Lebens
verbracht
hatte.
Alfons
Hayduk war
Schlesier.
Sein Vater
kam aus
einer
Bergmannsfamilie
und seine
Mutter aus
einem
niederschlesischen
Forsthaus.
Seine
Junglehrerzeit
verbrachte
er in
Breslau. Er
studierte
fünf
Semester an
der dortigen
Universität,
wo er die
Fächer
Literatur,
Philosophie
und
Volkswirtschaft
belegte.
Hayduk genoß
zudem eine
Ausbildung
als
Feuilleton-Redakteur
und als
Dramaturg.
Der erste
von vier
Gedichtbänden
trug den
Titel Das
heilige
Antlitz
und war
Oberschlesien
gewidmet und
der zweite,
Der
königliche
Bettler,
dem
umbrischen
”Poverello”
von Assisi
(1923).
Danach
folgten
Märchenspiele
und -bücher,
Volksstücke,
darunter
1921 Der
Himmelschlüsselhans
und das
Olivenspiel,
erschienen
1950.
Hayduks
erster Roman
Die
Branntweinbrüder
wurde 1927
in der
Kattowitzer
Zeitung
veröffentlicht.
Weitere
waren Der
Ritt an die
Weichsel,
der in die
friderizianische
Zeit führt,
und der 1939
erschienene
Sturm
über
Schlesien,
der den
Mongoleneinfall
im Jahre
1241 zum
Gegenstand
hat. Der
Schelmengraf
Gaschin
ist eine
heitere
Chronik
(1958), die
Ernst
Günther
Bleisch
”einen
schlesischen
Timmermans,
deftig,
heiter
fabulierfreudig”
nennt.
Ein
Sammelband
oberschlesischer
Gedichte von
Alfons
Hayduk
erschien
1931 unter
dem Titel
Volk unterm
Hammer
und ein
weiterer von
1938 hieß
Annabergsaga.
Schon bald
hatten ihn
das Werk und
das Leben
Eichendorffs
beeindruckt.
Aus der
Reihe seiner
Eichendorff-Bearbeitungen
sei vor
allem die
feinsinnige
Novelle
Strom des
Schicksals
hervorgehoben,
die als
Schwesterstück
zu Mörikes
Mozartnovelle
gerühmt
wurde. Für
die
Laienbühne
schrieb er
1932 das
Eichendorff-Spiel
Kasperl
und Annerl,
und 1936
wurde seine
Neubearbeitung
des
Eichendorffschen
Lustspiels
Die
Freier
vom
oberschlesischen
Landestheater
in Beuthen
mit Erfolg
aufgeführt.
Nach dem
Krieg kam
1952 der
Schlesische
Märchen- und
Sagenborn
heraus; eine
erweiterte
Fassung
erschien
unter dem
Titel
Schlesischer
Märchen-,
Legenden-
und
Sagenschatz
1963.
Schlesische
Miniaturen
(1959)
beendeten
die Reihe
der
Erzählungen.
Die
Histörchen
um Antek und
Franzek,
für deren
Ehrenrettung
sich Hayduk
oft
einsetzte,
sind hier
ferner zu
nennen. Eine
Kostbarkeit
stellt das
im
Martin-Verlag
1965
erschienene
Buch Die
goldene
Schnur geht
um das Haus
dar. Darin
wird uns
Schlesien
auf
unvergleichliche
Weise
gegenwärtig.
Alfons
Hayduk
schreibt in
seinem
Vorwort
dazu: ”Nach
Hause führt
dieses Buch,
in das Haus,
um das die
goldene
Schnur geht.
Es will ein
Buch der
Erinnerung
sein, ein
Buch der
Zuflucht,
ein Buch des
Trostes.
Frühling,
Sommer,
Herbst und
Winter – sie
kommen und
gehen wie
die
Jahreszeiten
unseres
Lebens im
Wunder des
Kleinen, in
der Wehmut
alles
Vergänglichen”.
Nicht
unerwähnt
sollte
Hayduks
Leistung als
Herausgeber
bleiben. In
diesem
Zusammenhang
sei
hingewiesen
auf die
Schriftenreihe
Silesia,
das
Standardwerk
Große
Schlesier,
das
Hausbuch
schlesischen
Humors,
die
Eichendorff-Lese,
der
Arberger
Sagenspiegel,
fränkische
Lesebogen
für die
Schule und
der
Volkskalender
für
Schlesier
ab 1959 bis
zu seinem
Tod.
Von Karl
Schodrok
übernahm
Hayduk 1965
die Leitung
des
Kulturwerks
Schlesien,
sorgte 1966
für die
Herausgabe
des
Schlesischen
Kulturspiegels
und hatte
seit 1970
auch die
Schriftleitung
der
Zeitschrift
Schlesien
inne.
Das alles
weist darauf
hin, in
welchem Maße
das Leben
von Alfons
Hayduk ein
Leben aus
dem Geiste
Schlesiens
war und
immer auch
ein Leben
für
Schlesien
geblieben
ist.
Lit.:
Karl
Schodrok:
Alfons
Hayduk zum
Gedenken,
in:
Schlesien
IV/1972.
Konrad
Werner