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Hayduk,

Alfons                 

Schriftsteller

* 18.11.1900                                                               Oppeln

† 15.07.1972                                                                        Erlangen

                                                                               

 

Karl Schodrok, der Herausgeber der Vierteljahresschrift Schlesien, gedachte mit seinem Beitrag ”Alfons Hayduk zum Gedenken” in der Ausgabe IV/1972 des verstorbenen Schriftstellers und Schriftleiters mit den folgenden Worten: ”Der Tod unseres Alfons Hayduk ist ein großes Unglück für die Kulturarbeit im Dienste Schlesiens. Die Lücke, die er hinterläßt, einigermaßen zu schließen, wird eine vornehmliche Aufgabe für die nächste Zeit sein. Schon in den letzten drei Jahren seines Lebens kränkelte er. Aber wer ihn mit seiner großen Vitalität näher kannte, der meinte, das würde vorübergehen. Er selber war wohl anfangs derselben Meinung.”

Nach zwei schweren Operationen war Alfons Hayduk in der Universitäts-Klinik Erlangen verstorben. Er ruht auf dem Waldfriedhof in Ansbach, der Stadt, in der er bis zu seiner Pensionierung im Schuldienst gestanden und im Kreise seiner Familie sowie vieler Freunde die letzten Jahre seines Lebens verbracht hatte.

Alfons Hayduk war Schlesier. Sein Vater kam aus einer Bergmannsfamilie und seine Mutter aus einem niederschlesischen Forsthaus. Seine Junglehrerzeit verbrachte er in Breslau. Er studierte fünf Semester an der dortigen Universität, wo er die Fächer Literatur, Philosophie und Volkswirtschaft belegte. Hayduk genoß zudem eine Ausbildung als Feuilleton-Redakteur und als Dramaturg.

Der erste von vier Gedichtbänden trug den Titel Das heilige Antlitz und war Oberschlesien gewidmet und der zweite, Der königliche Bettler, dem umbrischen ”Poverello” von Assisi (1923). Danach folgten Märchenspiele und -bücher, Volksstücke, darunter 1921 Der Himmelschlüsselhans und das Olivenspiel, erschienen 1950. Hayduks erster Roman Die Branntweinbrüder wurde 1927 in der Kattowitzer Zeitung veröffentlicht. Weitere waren Der Ritt an die Weichsel, der in die friderizianische Zeit führt, und der 1939 erschienene Sturm über Schlesien, der den Mongoleneinfall im Jahre 1241 zum Gegenstand hat. Der Schelmengraf Gaschin ist eine heitere Chronik (1958), die Ernst Günther Bleisch ”einen schlesischen Timmermans, deftig, heiter fabulierfreudig” nennt.

Ein Sammelband oberschlesischer Gedichte von Alfons Hayduk erschien 1931 unter dem Titel Volk unterm Hammer und ein weiterer von 1938 hieß Annabergsaga. Schon bald hatten ihn das Werk und das Leben Eichendorffs beeindruckt. Aus der Reihe seiner Eichendorff-Bearbeitungen sei vor allem die feinsinnige Novelle Strom des Schicksals hervorgehoben, die als Schwesterstück zu Mörikes Mozartnovelle gerühmt wurde. Für die Laienbühne schrieb er 1932 das Eichendorff-Spiel Kasperl und Annerl, und 1936 wurde seine Neubearbeitung des Eichendorffschen Lustspiels Die Freier vom oberschlesischen Landestheater in Beuthen mit Erfolg aufgeführt.

Nach dem Krieg kam 1952 der Schlesische Märchen- und Sagenborn heraus; eine erweiterte Fassung erschien unter dem Titel Schlesischer Märchen-, Legenden- und Sagenschatz 1963. Schlesische Miniaturen (1959) beendeten die Reihe der Erzählungen. Die Histörchen um Antek und Franzek, für deren Ehrenrettung sich Hayduk oft einsetzte, sind hier ferner zu nennen. Eine Kostbarkeit stellt das im Martin-Verlag 1965 erschienene Buch Die goldene Schnur geht um das Haus dar. Darin wird uns Schlesien auf unvergleichliche Weise gegenwärtig. Alfons Hayduk schreibt in seinem Vorwort dazu: ”Nach Hause führt dieses Buch, in das Haus, um das die goldene Schnur geht. Es will ein Buch der Erinnerung sein, ein Buch der Zuflucht, ein Buch des Trostes. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – sie kommen und gehen wie die Jahreszeiten unseres Lebens im Wunder des Kleinen, in der Wehmut alles Vergänglichen”.

Nicht unerwähnt sollte Hayduks Leistung als Herausgeber bleiben. In diesem Zusammenhang sei hingewiesen auf die Schriftenreihe Silesia, das Standardwerk Große Schlesier, das Hausbuch schlesischen Humors, die Eichendorff-Lese, der Arberger Sagenspiegel, fränkische Lesebogen für die Schule und der Volkskalender für Schlesier ab 1959 bis zu seinem Tod.

Von Karl Schodrok übernahm Hayduk 1965 die Leitung des Kulturwerks Schlesien, sorgte 1966 für die Herausgabe des Schlesischen Kulturspiegels und hatte seit 1970 auch die Schriftleitung der Zeitschrift Schlesien inne.

Das alles weist darauf hin, in welchem Maße das Leben von Alfons Hayduk ein Leben aus dem Geiste Schlesiens war und immer auch ein Leben für Schlesien geblieben ist.

Lit.: Karl Schodrok: Alfons Hayduk zum Gedenken, in: Schlesien IV/1972.

 

                                                                                                                                         Konrad Werner

 

 

 

 

 

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