Über Georg
Hechts
Herkunft und
seine
Jugendjahre
ist nichts
überliefert.
Möglicherweise
besteht eine
Beziehung zu
jenem Niklas
Hecht, der
um das Jahr
1421 im
moldauischen
Baia (Moldenmarkt)
gelebt hat,
das für
kurze Zeit
Hauptstadt
des
Fürstentums
Moldau war
und damals
noch auch
von
Deutschen
bewohnt
wurde. Auch
in Danzig
ist der
Geschlechtsname
Hecht
belegt. Im
Jahre 1411
starb dort
der
Bürgermeister
Arnold
Hecht. Da
sich um
diese Zeit
in
Hermannstadt
mehrere
Zuwanderer
aus den
Weichselstädten
niedergelassen
haben, steht
auch diese
Möglichkeit
offen.
Georg Hecht
wird im
Jahre 1470
erstmals in
einem
Verzeichnis
Hermannstädter
Steuerträger
erwähnt.
Zwei Jahre
später tritt
er "als
Mitbürger"
und Käufer
eines auf
der Südseite
des Großen
Rings der
Stadt
gelegenen
Anwesens in
Erscheinung,
das er um
den
bemerkenswerten
Preis von
1000
Goldgulden
erwirbt. In
der Auswahl
des Hauses,
das dem des
Altbürgermeisters
Oswald und
eines
weiteren
Patriziers
benachbart
liegt, wie
schließlich
in der Wahl
des
bevorzugten
Wohnbezirks
der
Vornehmen
Hermannstadts
erscheint
Hecht als
ein Glied
jener
Schicht von
Unternehmern
und
Kaufleuten,
die für das
Leben in den
sächsischen
Städten
Siebenbürgens
im 15. und
16.
Jahrhundert
typisch ist.
Noch in den
frühen
siebziger
Jahren
steigt Hecht
in den Rat
auf und ist
in dieser
Eigenschaft
als
Zwölftelherr
auch mit dem
Einheben der
ausgeworfenen
Steuern und
Abgaben der
Stadt
betraut. Er
muß schon
damals in
hohem
Ansehen
gestanden
haben. Denn
noch kurz
vor Ablauf
des Jahres
1473 wird er
mit einer
Mission zu
König
Matthias
betraut. Auf
der
Rückreise,
kündigt er
sich bereits
aus Klausen-
burg an, wo
er in
königlichem
Auftrag noch
etwas
verweilen
mußte, und
unterschreibt
seinen
Bericht
SYMBOL 150
\f "Times
New Roman
CE" meinem
Gefühl nach
etwas
provozierend
SYMBOL 150
\f "Times
New Roman
CE" einfach
mit "Georgius
Hecht".
Zwischendurch
treibt er
ausgedehnte
Handelsgeschäfte
und
unterhält an
größeren
Märkten
eigene
Handlungsdiener.
Bei seinen
Unternehmungen
versteht er
es, sich mit
den Großen
des Landes
gut zu
stellen. So
tritt der
siebenbürgische
Woiwode
Stephan
Báthori
entschieden
für Hecht
ein, da
dieser mit
einem seiner
Handelspartner,
dem
muntenischen
Bojaren und
Kaufmann
Stephan
Koryz,
aneinandergerät,
als dieser
Waren
Hechts, die
er aus der
Türkei nach
Siebenbürgen
einführen
wollte, in
Curtes de
Arges
beschlagnahmte.
Auf die
Klage Hechts
hin wies
Báthori den
Kronstädter
Rat sofort
an, alle
erreichbaren
Waren des
Koryz
ebenfalls in
Beschlag zu
nehmen und
sie
zurückzuhalten,
bis dieser
Hecht Genüge
getan habe.
Auch seine
Verbindung
zum
königlichen
Hof weiß
Hecht
unternehmerisch
auszuwerten.
Im Jahre
1492 pachtet
er von König
Wladislaw
II. die
Bergkammer
von
Offenburg-Offenbánya,
was ihm die
Kontrolle
über den
gesamten
Bergbau im
siebenbürgischen
Erzgebirge
einbringt.
Gegen alle
Zettelungen,
an denen
auch der
wirtschaftsgewaltige,
aber durch
Alter und
Krankheit in
seiner
Tatkraft
behinderte
Bürgermeister
Thomas
Althemberger
teilhat,
nimmt Hecht
auch die
Hermannstädter
Einlösungskammer
in Bestand,
mit der die
Münzprägung
verbunden
war. Damit
gewinnt er
im
siebenbürgischen
Wirtschaftsleben
jene
überragende
Stellung,
wie sie
vorher
allein
Althemberger
innehatte.
Da die
siebenbürgischen
Regalien, in
Hermannstadt
die
Einlösungskammer
und der
Zwanzigste
im
Rotenturm-Pass,
vom Stadtrat
selber öfter
pachtweise
übernommen
wurden, war
Hecht durch
seine
geschäftliche
Betriebsamkeit
zu der von
ihm
angeführten
Körperschaft
SYMBOL 150
\f "Times
New Roman
CE" im
Januar 1492
war er ja
selber zum
Bürgermeister
gewählt
worden
SYMBOL 150
\f "Times
New Roman
CE" in einen
gewissen
Gegensatz
geraten. Im
November
1492 muß
sich der
Woiwode
Stephan
Báthori
gegenüber
dem Stadtrat
vor dem
Vorwurf
verteidigen,
er habe
Hecht die
Mittel
vorgestreckt,
um ihm damit
sämtliche
Kammer- und
Zwanzigstgefälle
des Landes
zuzuspielen.
Auch König
Wladislaw
II. nahm
Hecht in
Schutz. Die
Verbindung
zum
königlichen
Hof in Ofen
hat Hecht,
wie wir
sehen, schon
unter König
Matthias
sehr
gepflegt. So
benachrichtigte
der König
"den
Hermannstädter
Bürger Georg
Hecht" am
20. März
1482, daß er
ihm die
Verwaltung
des
Dreißigstzolls
belassen
wolle,
obwohl
Althemberger
und viele
andere
Mitbürger
Herrmannstadts
dagegen
seien, weil
sie den
gewinnbringenden
Posten
lieber für
sich haben
wollten.
Zehn Jahre
später,
1492, trägt
der
königliche
Schatzmeister
Wilhelmus
Pamkyrcher
dem
Kronstädter
Rat auf,
Hecht bei
der
Einhebung
des
Zwanzigsten
an die Hand
zu gehen. Im
Jahre 1493
sieht sich
Hecht
schließlich
veranlaßt,
dem Drängen
des Rats
stattzugeben,
und
überweist
ihm die
Pacht der
Zollgefälle.
Selber
behält er
sich aber
ihre Nutzung
in den
offenbar
ertragreicheren
vier Wochen,
die
Pfingsten
folgen, vor.
Als
Kammergraf
bleibt er
indessen
weiterhin
unangefochten.
Tritt dann
aber im Jahr
1495
freiwillig
zurück.
Noch in
fortgeschrittenem
Alter ist
von einer
königlichen
Gesandtschaft
Hechts an
den Hof des
Moldauerfürsten
Stephans des
Großen die
Rede, wo er
offenbar vom
Tod
eingeholt
wird, der
zwischen dem
20. Februar
und dem 11.
April 1496
erfolgt ist,
denn an
diesem
letzten Tag
heißt es in
einem
Dokument von
"condam
Georgium
Hecht".
Seinen
Söhnen
Johannes,
Michael und
Nikolaus hat
er ein
schönes
Vermögen
hinterlassen.
Den
Nachruhm,
der Hecht in
besonderer
Weise zuteil
geworden
ist,
verdankt er
seinen
kriegerischen
Taten. Sein
Name ist mit
zwei Siegen
über die
kämpferischen
Osmanen
untrennbar
verbunden.
In der
blutigen
Schlacht auf
dem Brotfeld
vom Jahre
1479, an der
das Aufgebot
der Sachsen
nach dem
Zeugnis des
ungarischen
Hofchronisten
A. Bonfini
rühmend
Anteil
genommen
hat, führte
Hecht das
600 Mann
starke
sächsische
Reiterbanderium
zum Sieg;
1493, als
eine
türkische
Heerschar,
die nach
einem
beutereichen
Einfall über
die
Karpathen
ihren
Rückzug
durch den
Rotenturm-Paß
nehmen
wollte,
gelingt es
ihm, im
Verein mit
rumänischen
Kräften der
nahen
Herrschaft
Talmesch,
die Türken
noch vorher
zum Kampf zu
stellen und
sie
aufzureiben.
Wladislaw
II. ernannte
Hecht
daraufhin
zum miles
aureatus und
mehrte sein
Wappen mit
einem Greif.
Albert Huet
hat in
seiner
Weissenburger
Rede (1591)
Hechts
Leistung in
der
Türkenabwehr
rühmend
hervorgehoben
und sie
damit der
Nachwelt
überliefert.
Durch die
schöngeistige
Bewegung der
Siebenbürger
Sachsen wird
seine
Gestalt dann
in die
Gefilde des
Literarischen
gehoben und
durch Daniel
Roth,
Traugott
Teutsch und
andere
verherrlicht.
Im
Bewußtsein
unseres
kleinen
Völkchens
ist sie noch
heute
lebendig.
Lit.:
Eine erste
zusammenfassende
Darstellung
bei Gustav
Gündisch:
Die
Grabsteine
in der
Ferula der
evangelischen
Stadtpfarrkirche
in
Hermannstadt,
in:
Mitteilungen
aus dem
Baron
Brukenthalischen
Museum XII,
1947, S.
12-15. Dann:
Taten und
Gestalten.
Bilder aus
der
Vergangenheit
der
Rumäniendeutschen
I. Dacia
Verlag,
Klausenburg
1983, S.
38-41.
Gustav
Gündisch