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Hedwig wurde als Tochter
Bertholds V., Grafen von Andechs und dessen zweiter Gemahlin Agnes,
Tochter Dedos von Rochlitz, Markgrafen von Meißen zwischen 1174/80
geboren. Wie im Mittelalter nicht unüblich, wurde sie sehr früh mit
Herzog Heinrich I. von Schlesien verlobt und vermählt (um 1190/92). Ihre
Familienpflichten nahm sie ernst, was nicht zuletzt in der sorgfältigen
Erziehung ihrer sieben Kinder zum Ausdruck kam. Gleichzeitig förderte
sie gemeinsam mit ihrem Gemahl die Intensivierung des christlichen
Lebens und der Kultur Schlesiens. Nach mehr als zehnjähriger Ehe legte
sie gemeinsam mit ihrem Gemahl die Keuschheitsgelübde ab; ohne aber
Ordensgelübde zu tun, zog sie sich in das 1202 von ihr gegründete
Zisterzienserinnenkloster in Trebnitz zurück. Den Mongolensturm von
1241, in dem ihr Sohn Heinrich II., Herzog von Niederschlesien, bei
Liegnitz fiel, überstand sie im Schutz des Konventes, mit dem sie sich
derzeit in Krossen an der Oder aufhielt.
Vergleichbar mit ihrer
Nichte Elisabeth von Thüringen, wurde die Herzogin Hedwig auf Grund
ihrer christlichen caritas von Papst Clemens IV. 1267 kanonisiert. Die
feierliche Erhebung ihrer Gebeine erfolgte am 17. August 1267. Die
Translation geschah in die von ihr errichtete Kapelle am 25. August
1267. Gestützt von den Zisterzienserinnen und von der Piasten-Dynastie,
verbreitete sich der Kult der Hl. Hedwig von Schlesien rasant und
intensiv. Beigesetzt hatte man die Herzogin nach ihrem Tode am 14.
Oktober 1243 in Trebnitz, das etwa 30 Kilometer von Breslau entfernt
liegt.
Ikonographisch wird
Hedwig in der Kunst mit dem Herzogshut über dem Kopftuch dargestellt,
zusätzlich mit den wechselnden Attributen: Kirchenmodell,
Marienstatuette oder Schuhen. Die anonym überlieferte – der Autor war
wohl ein Franziskaner – wichtigste hagiographische Quelle, gleichzeitig
auch Quelle für die Piasten-Genealogie, ist die „vita maior s. Hedwigis"
(Ende 13. Jahrhundert).
Lit.:
Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. V., 1960, Sp. 53. - J. Gottschalk:
St. Hedwig, Herzogin von Schlesien, 1964. - Walter: Studien zum Leben
der Hl. Hedwig, Herzogin von Schlesien, 1972. - M. Plotzek: Die
Handschriften der Sammlung Ludwig, III: Der Hedwig-Codex, 1982, S. 74-81
(Bibliographie). - Lexikon des Mittelalters, Bd. IV, 1989, Sp. 1985 f.
Bild:
Reliquienbüste im Domschatz zu Breslau, Ullstein Bilderdienst
Carl August Lückerath
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