Heider war
von Kind an
eng mit dem
Wirken des
Deutschen
Ordens
verbunden.
Die
Volksschule
besuchte er
in
Engelsberg
und ab 1880
das
Untergymnasium
in
Freudenthal
— beides
sind seit
dem Anfang
des 17.
Jahrhunderts
Ordensstätten.
1884-1889,
bis zum
Abitur, war
er Mitglied
des
deutschen
Obergymnasiums
Kremsier.
Während
dieser Zeit
(1886) trat
er in den
Deutschen
Orden ein.
Ab 1889
studierte er
in Innsbruck
Theologie,
empfing dort
1892 die
Priesterweihe
und legte
die
feierliche
Profeß ab.
Im Folgejahr
ging er
zurück nach
Schlesien
und übernahm
in
Alt-Vogelseifen
die Stelle
des
Kooperators,
als welcher
er 1896 nach
Freudenthal
wechselte.
Dort widmete
er sich
intensiv der
Arbeit im
Gesellenverein,
den er – als
Präses – in
den
„Katholischen
Volksverein“
umwandelte,
der später
eine
bedeutende
Rolle
spielte.
1906 wurde
er Pfarrer
in
Würbenthal,
1909 Pfarrer
und Dechant
in
Freudenthal
und 1916 in
Troppau,
alles
Pfarrstellen,
die dem
Orden
inkorporiert
waren.
Bereits vor
dem Kriege,
erst recht
jedoch während
der harten
nationalen
Auseinandersetzungen
nach dem
Zusammenbruch
der
Donaumonarchie
in der neuen
Tschechoslowakei,
gleichzeitig
auf dem
Hintergrund
der
Los-von-Rom-Bewegung
innerhalb
der
katholischen
Kirche, sah
Heider als
Möglichkeit
der
Bewahrung
deutscher
Eigenart wie
der Bindung
an Rom die
Benutzung
und Stärkung
der Schulen,
des
Vereinswesens
und der
Presse. So
errichtete
er, als in
Kremsier
nicht mehr
deutsch
unterrichtet
wurde, 1926
in
Freudenthal
ein
Knabenseminar
zur
Sicherung
des
deutschen
Priesternachwuchses.
Er übernahm
den
stellvertretenden
Vorsitz im
„Deutschen
Priesterverein“
der
Erzdiözese
Olmütz und
im
„Volksbund
der
deutschen
Katholiken
für Mähren
und
Schlesien“.
1919
gründete er
den Verlag
für die
gleichnamige
Tageszeitung
„Das Volk“
in
Jägerndorf.
Hinzu trat
die direkte
kommunalpolitisch
Tätigkeit
als Stadtrat
in Troppau
1920-1931.
Im Orden war
er 1930 in
das höchste
Gremium, den
Generalrat,
gewählt
worden und
leitete als
Generalvikar
des Ordens
ab 1932 die
Geschäfte,
bis er im
Mai 1933 zum
Hochmeister
gewählt
wurde. Nur
wenige Jahre
blieben ihm,
um den
gerade zuvor
konsolidierten
Orden ebenso
tatkräftig
neuen
Möglichkeiten
zuzuführen,
wozu die
Angliederung
von Laien
als
Ehrenritter
bzw.
Familiären
gehörte.
Heider
erwirkte die
Genehmigung
Roms dazu.
Nach seinem
Tod in
Troppau
wurde er in
der
Hochmeistergruft
in
Freudenthal
beigesetzt.
Absolute
Treue zur
Amtskirche,
intensive
Hinwendung
zu weiten
Bevölkerungskreisen
im
priesterlichen
Amt wie im
sozialen
Engagement
ließen
ihn in der
nationalen
Auseinandersetzung
vor,
besonders
aber nach
dem Ersten
Weltkrieg
eine auch
politisch
bedeutende
Rolle in der
deutschen
Volksgruppe
in der
Tschechoslowakei
spielen.
Lit.: (Bernhard Demel) Heider, Paul, in:
Österr.
Biographisches
Lexikon II,
Graz 1959,
S. 242f.
(mit
weiterer
Lit.);
Gerard
Müller, Die
Familiären
des
Deutschen
Ordens
(Quellen und
Studien zur
Geschichte
des
Deutschen
Ordens 13),
Marburg 1980,
Reg.,
bes. S. 110,
Anm. 61 (mit
weiterer
Lit.).
Udo Arnold