Wer das
wissenschaftliche
Werk des
Historikers
Manfred
Hellmann
kennenlernt,
wird in
starkem Maße
beeindruckt
sein. Die
Veröffentlichungen
dieses
Gelehrten
weisen eine
erstaunlich
große
thematische
Spannweite
auf, und
dabei stellt
Hellmann an
die eigenen
Arbeiten
stets
höchste
Ansprüche.
Man versteht
kaum, wie er
immer wieder
noch Zeit
für den
Musikgenuß
und das
Theater zu
erübrigen
vermag.
Väter-
und
mütterlicherseits
entstammt
Hellmann dem
Rigaer
Bürgertum.
Seine
Ausbildung
als
Historiker
begann in
seiner
Heimatstadt,
wobei er
sowohl an
der
Lettischen
Staatsuniversität
als auch am
deutschen
Herder-Institut
studierte.
Zu seinen
Rigaer
Lehrern
gehörte der
hervorragende
Mediävist
Leonid
Arbusow.
Danach
setzte der
junge
Hellmann
sein Studium
in
Königsberg
fort, wo er
an
Lehrveranstaltungen
von Erich
Maschke und
Hans
Rothfels
teilnahm. Im
Jahre 1936
begann seine
Veröffentlichungstätigkeit,
die sich
zunächst auf
Litauen und
dessen
Deutschtum
konzentrierte.
Seine
Dissertation,
die 1940 im
Druck
erschien,
behandelte
„Die
preußische
Herrschaft
Tauroggen in
Litauen
(1690-1793)“.
Dann
bestimmte
der Zweite
Weltkrieg
Hellmanns
Schicksal.
Er wurde
eingezogen,
vermochte
aber
glücklicherweise
in Riga für
seine
spätere
Habilitationsschrift
viel zu tun.
In der
Nachkriegszeit
bot ihm die
Tätigkeit
als letzter
Assistent
des großen
Landes- und
Siedlungshistorikers
Rudolf
Kötzschke in
Leipzig noch
einmal neue
Anregungen.
Bereits 1949
ging er
jedoch den
Weg der
Millionen
aus
Mitteldeutschland
in den
Westen. Im
Jahre 1952
konnte sich
Hellmann in
Freiburg im
Breisgau
habilitieren.
Die 1954
erschienene
Habilitationsschrift
„Das
Lettenland
im
Mittelalter.
Studien zur
ostbaltischen
Frühzeit und
Stammesgeschichte,
insbesondere
Lettgallens“
ist ein
Standardwerk
zur älteren
Geschichte
des
Baltikums,
dem für die
Kenntnis des
entscheidungsreichen
13.
Jahrhunderts
besonders
große
Bedeutung zu
kommt. In
der
Folgezeit
wurde die
Universität
Münster zu
Hellmanns
Wirkungsstätte
als
Osteuropahistoriker,
doch lebt er
sei seiner
Emeritierung
(1978) in
München.
Hellmann hat
seit den
1950er
Jahren viele
unterschiedliche
Themen der
politischen,
der Sozial-
und der
Verfassungsgeschichte
Litauens,
Preußens,
Rußlands und
der
slawischen
Welt
insgesamt
behandelt.
Ein
Forschungsgebiet,
das ihm
besonders am
Herze liegt,
bildet die
Geschichte
des
Deutschen
Ordens. In
erster Linie
ist Hellmann
Mediävist,
doch erweist
sich durch
die
Mitberücksichtigung
neuerer
Epochen
wiederum
seine
Vielseitigkeit.
Wege dieser
Einbeziehung
jüngerer
Entwicklungen
in seine
Arbeit ist
er
nicht nur für das litauische
Mittelalter,
sondern auf
dem Gebiet
der
Geschichte
Litauens
überhaupt
heute
weltweit der
beste
Kenner. Im
letzten
Jahrzehnt
hat sich
Hellmann
wieder sehr
intensiv mit
der
Geschichte
des
mittelalterlichen
Livland
befaßt. Auf
diesem
Gebiet zeigt
heute
ebenfalls
kein anderer
Historiker
gleiche
Kennerschaft
und
Aktivität.
Die
Baltische
Historische
Kommission
hat ihn
deshalb mit
gutem Grund
zu ihrem
Ehrenmitglied
gewählt.
Eine weitere
große
Auszeichnung
war seine
Aufnahme als
Mitglied in
die
Bayerische
Akademie der
Wissenschaften,
Lit.: Verzeichnisse der Publikationen:
östliches
Europa.
Spiegel der
Geschichte.
Festschrift
für Manfred
Hellmann zum
65.
Geburtstag,
Wiesbaden
1977, S.
259-267;
Fünfunddreißig
Jahre
Forschung
über
Ostmitteleuropa.
Veröffentlichungen
der
Mitglieder
des J.G.
Herder-Forschungsrates
1950-1984,
Marburg/Lahn
1985, S.
120-123.
Würdigungen
zum 65. und
70.
Geburtstag:
Jahrbücher
für
Geschichte
Osteuropas
25 (1977),
S. 318f.
(Erwin
Oberländer);
ebenda 30
(1982), S.
319f.
(Carsten
Goehrke).
Norbert
Angermann
(1987)