Als Sohn des
nachmaligen
Direktors
des
Kaiserlichen
Theaters in
St.
Petersburg,
Peter
Bernhard von
Helmersen,
wurde der
Geologe und
Forschungsreisende
Gregor von
Helmersen am
29.
September
1803 auf dem
elterlichen
Gute
Duckershof
in Livland
geboren.
Nach dem
Verkauf des
Gutes zog
die Familie
im Jahre
1806 nach
St.
Petersburg,
wo Helmersen
die
Knabenschule
von Pastor
Johann von
Muralt
besuchte.
Von
1818-1821
besuchte er
das
Gymnasium in
Dorpat und
studierte
anschließend
Rechts- und
Naturwissenschaften
an der
dortigen
Universität.
Die erste
wissenschaftliche
Reise führte
ihn im
Auftrag der
Universität
an die
Quellen der
Wolga und
des Dnjepr;
es folgten
Forschungsreisen
an die
untere Wolga
(1826), in
den Ural und
(1828/29)
nach dem
südlichen
Ural, und
mit
Alexander
von Humboldt
von Slatousk
bis
Orenburg. In
den Jahren
1830-1833
studierte er
in Berlin,
Bonn und
Heidelberg
und bereiste
Mitteleuropa.
Von
1833-1836
untersuchte
er den
geologischen
Bau des
östlichen
Ural, den
Altai und
die
Kirgisensteppe.
Nach seiner
Rückkehr von
diesen
Forschungsreisen
wurde er als
Professor
der Geologie
an das
Berginstitut
in St.
Petersburg
berufen
(1838-1863),
wo er von
1840-1848
Inspektor
der
Zöglinge,
von
1865-1872
Direktor des
Instituts
war, dessen
Umwandlung
aus einer
militärischen
in eine
zivile,
offene
Lehranstalt
er
durchführte.
Helmersen
war Mitglied
der
Kaiserlichen
Akademie der
Wissenschaften
zu St.
Petersburg.
Er wurde
(1863) zum
General-Leutnant
des
Bergingenieur-Korps
befördert.
Als
Konservator
und späterer
Direktor des
Mineralogischen
Museums hat
er sich
große
Verdienste
erworben.
Auf
zahlreichen
Reisen
erforschte
er (bis
1871) die
geologischen
Verhältnisse,
insbesondere
die
Bodenschätze,
im gesamten
Russischen
Reich.
Helmersen
galt als
erster und
größter
Geologe
Rußlands;
viele seiner
Arbeiten
sind zur
Grundlage
späterer
Untersuchungen
geworden;
erst durch
ihn hat
Rußland
seine
Bodenreichtümer
kennengelernt.
Zu den
wichtigsten
wissenschaftlichen
Arbeiten
Gregor von
Helmersens
gehören „Das
Donezer
Steinkohlengebirge
und dessen
industrielle
Zukunft“
(1863), eine
„Übersichtskarte
der
Gebirgsformationen
des
europäischen
Rußland“
(1841),
„Geognostische
Untersuchungen
des
Süduralgebirges“
(1831),
„Reise nach
dem Altai“
(1848),
„Studien
über die
Wanderblöcke
und die
Diluvialgebilde
Rußlands“
(1882).
Gemeinsam
mit
Carl-Ernst
von Baer gab
Helmersen
die
„Beiträge
zur Kenntnis
des
Russischen
Reiches“
heraus
(1839-1872,
26 Bände).
Gregor von
Helmersen
war von
1871-1878
Präses des
Zentralkomitees
der
Unterstützungskasse
für
Evangelisch-lutherische
Gemeinden,
Präses der
Evangelischen
Bibelgesellschaft
in Rußland,
Kirchenvorsteher
der
Katharinen-Gemeinde
in St.
Petersburg
und
innerhalb
dieser eine
der
maßgebenden
Persönlichkeiten.
Es hat dem
hervorragenden
Gelehrten
und
Forschungsreisenden
an
Auszeichnungen
und
Anerkennung
nicht
gefehlt. Er
war
Ehrendoktor
der
Mineralogie
und
Geographie
der
Universität
Dorpat,
Mitglied
zahlreicher
gelehrter
Gesellschaften,
Ehrenmitglied
der
Naturforscher-Gesellschaften
in Dorpat,
Kiew und
Stockholm,
der
Gesellschaft
für
Gesundheitspflege
und der
Technischen
Gesellschaft
in St.
Petersburg,
des Handels-
und
Manufakturkonseils
sowie der
Universitäten
St.
Petersburg
und Kiew.
Gregor von
Helmersen
starb am 3.
Februar 1885
in St.
Petersburg.
Lit.:
Deutsch-baltisches
biographisches
Lexikon
1710-1960
(Köln/Wien
1970); In
memoriam
Gregor von
Helmersen
(In:
Baltische
Rundschau,
Jg. 4/1953,
Nr. 11).
Erik Thomson